Fragliche Streptokokken unter Mikroskop?

Bild 1 mit Epithelzellen zum Größenvergleich - (Medizin, Biologie, Mikroskop) Bild 2 mit über 1.000facher Vergrößerung der fragl. Streptokokken - (Medizin, Biologie, Mikroskop)

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also ich glaube auch, dass es sich hierbei nicht um Streptokokken handelt. Dafür einfach drei morphologische Gründe: 1. Streptokokken sind fast perfekt rund, 2. Sie stapeln sich in Ketten an, 3. Sie sind doch sehr klein. Die Epithelzellfetzen, die man dort sieht sind in etwa so groß wie die putativen Streptokokken, das kann so schonmal nicht sein. Bei einer infektiösen und auf jeden Fall mit Antibiotikum zu behandelnden Tonsilitis mit Streptokokkenbefall, hätte Ihr Kind sicherlich 40°C Fieber und stark angeschwollene Tonsiliten mit stark fäulichem Mundgeruch. Selbst bei einem eitrigen Mandelbefall muss man in der Diagnostik schon nach den Streptokokken suchen. In so einer Anzahl wäre das absolut bedenklich. Ich glaube auch, dass es sich um Hefen (einzellige Form von Pilzen) oder um Zellreste handelt. Um sicher zu gehen, müsste man in der Mikroskopie eine Gramfärbung durchführen, dann wären eventuell sogar einige Bakterien zu erkennen. Dazu müssten Sie Lugolsche Lösung, Ethanol und Safranin oder Fuchsin besitzen und das ist leider einfach so nicht zu bewerkstelligen. Wenn Sie jedoch interessante Sachen unter Ihrem Mikroskop sehen wollen, rate ich Ihnen Blut zu untersuchen oder Sie gehen mit ihrem Nachwuchs zu einem örtlichen Teich und entnehmen eine Wasserprobe. Dort können viele verschiedene Einzeller gesehen werden. Wie gesagt, ohne Gramfärbung sind Bakterien selbst bei hohen Auflösung nur schwer in einer Probe zu erkennen, selbst für geübte Augen.

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Vielen Dank für die recht ausführliche Antwort.

Die fragliche Pharyngitis hat der junge Organismus meiner Tochter über Nacht selber niedergekämpft, ganz ohen Medikamente.

Der Tip mit dem Blut und Tümpelwasser ist gut. Ich hatte schon einige Tropfen Blut gespendet und gerade wenn sich die Erys noch bewegen können ist das in der Tat sehr interessant.

Im Frühjahr will ich dann das Interesse an dem Mikroskop neu beleben mit eben jenem Tümpelwasser, in dem auch ggf. Mückenlarven leben. Das wird sicher nochmals spannend.

Natürlich wäre es toll gewesen, Bakterien erkennen zu können. Aber davon muss ich mich wohl verabschieden.

Interessant wäre noch, lebende Amöben zu beobachten. haben Sie dazu einen Tip, ob das oheen Färbung geht und wo man die am Besten findet?

Schon mal DANKE.

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@dowas

Erst einmal vielen Dank für den Stern und freut mich, dass Sie Spaß an dem Mikroskop gefunden haben!! Eine kleinen Versuch könnten sie noch machen: Nehmen Sie einfach etwas Tümpel- oder am besten Klärwasser, ein kleiner Tropfen auf dem Objektträger sollte reichen. Den lassen Sie trocknen, am besten auf einer warmen Quelle (z.B. Heizung, aber nicht bei maximaler Hitze). Dann nehmen Sie einfach einen kleinen Tropfen Tusche und geben das auf das trockene Präparat. Den Tropfen durch Schwenken etwas verteilen. Dann erwärmen Sie den Objektträger wieder. Wenn die Tusche getrocknet ist, dann können Sie das Präparat mikroskopisch zu analysieren. Nun sollten Bakterien zu sehen sein, die eine Schleimkapsel haben. Also dünne Stäbchen, die drumherum nicht gefärbte Stellen haben. Zur Amöbenfärbung: Sowas gibt es, aber dafür benötigt man teure Chemikalien und auch ein halbwegs gutes Equipment. Amöben können Sie aber auch in Gewässer relativ einfach erkennen, weil sie sich typisch bewegen. Gerade in Tümpel müsste es einige Amöben geben, die man sehen kann und die über die Podozyten (also die Scheinfüßchen) sich fortbewegen. Wenn Sie viel Glück haben, können Sie auch Makrophagen im Blut erkennen. Diese relativ großen Zellen bewegen sich ähnlich wie die Amöben fort und sind mit etwas Glück im frischen Blut zu finden. Sie können auch einen Blutausstrich machen. Dazu nehmen Sie einen Tropfen Blut und platzieren diesen entweder ganz links oder rechts am Objektträger. Dann nehmen Sie einen zweiten Objektträger, setzen den in etwa 45° am Tropfen an und ziehen einmal bis zum Ende den Bluttropfen über den Objektträger. Sie haben dann, je nach Übung, eine dünne Blutschicht und können einfach mal ein wenig nach Zellen suchen. Aber Vorsicht: Kann sein, dass Sie mehrere Bluttropfen opfern müssen, um wirklich interessante Zellen oder auch mal weiße Blutkörperchen zu sehen!

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@dowas

Viel Spaß noch beim Mikroskopieren!

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Eine Angabe der Vergrößerung wäre hilfreich. Mir scheint, dass es sich eher um Hefezellen oder Stärkekörner aus Kartoffeln handelt. Für Streptokokken sind mir die Dinger nicht rund genug.

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Eine genaue Größenangabe ist schwer, da die USB-Kamera keinen Wert angibt. Angeblich ist eine knapp über 1.000fache Vergrößerung möglich. Leider aber sehr unscharf. Von der Uni bin ich bessere Auflösungen gewöhnt.

Die "Differentialdiagnose" Hefezellen ist interessant. Dem werd ich mal nachgehen. was die Stärkekörner betrifft würde eine Färbung helfen, die ich aber nicht hab.

Trotzdem ein guter Kommentar, vielen DANK.

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@dowas

normale flora ist das hier....

1000 fache vergrößerung kann euer gerät ?!? was hat es denn dann gekostet, wenn ich fragen darf ?? um die 30.000 euro?

bei einer solchen vergrößerung wäre ein immersionsmittel von nöten

ohne färbung ist eine differenzierung weitesgehend unmöglich,

hefen und pilze würden aufgrund der größe passen

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@RealPolska

Das Mikroskop stammt aus LIDL und kostete ca. 60 EUR (Online-LIDL-Shop-Bestellung)

Es kann bis zu 1280x vergrößern. Die Vergrößerung im Bild 2 dürfte aber kaum weit über 1.000x hiinausgehen. Leider hat die USB-Kamera keine Angabe der Vergrößerung.

Bei den Pilzen fehlen mir die Fäden, die Idee hatten wir aber auch schon.

@ Immersionsmittel: Ich denke, mit Färben anzufangen wäre angesichts der Hauptbenutzergruppe besser, als Immersionsöle zu verwenden ... Aber Recht hast Du, mit Immersionsmitteln kann man die Qualität verbessern, rein grundsätzlich zumindest.

DANKE für den guten Kommentar.

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@dowas

ich würde auch soweit gehen, dass ich sage, dass ab 600x ohne immersion nichts mehr geht... die luft erzeugt zu viel brechung

ein LIDL mikroskop und die angaben sind immer sehr ungenau

genauso werden digicams verkauft, die angeblich eine 6x -fache vergrößerung haben; auch hier ist es so, wie bei deinem mikroskop, dass der Hersteller keinen Unterschied zwischen Vergrößerung und Zoom sieht

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Das können Kurzketten-Kokken sein, die zur normalen Mundflora gehören. Jedenfalls kann daruas keine Diagnose gestellt werden. Da das ganze ja höchst wahrscheinlich eine Virus-Infektion ist, kann nicht erwartet werden, dass beim mikroskopischen Befund und schon gleich ohne Färbung etwas festzustellen ist. Da zur Zeit eine Infektion umgeht, die auf das Homöopathikum: Viola tricolor D 12 anspricht, würde ich sagen: einen Versuch damit machen, das schadet nicht.

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Eine Pharyngitis kann ja immer entweder viral oder bakteriell bedingt sein, oder beides. Oder Pilz der ähnliche Symptome macht.

Interessant ist der Hinweis auf nicht pathologische Unterformen. Tatsächlich habe ich aufgrund dieses Kommentars herausgefunden, dass es recht viele Unterformen gibt und oft nur der Ort über pathologisch oder pysiologisch entscheidet.

Interessanter Kommentar, DANKE.

Bezüglich der "Therapieempfehlung" stimme ich soweit zu, dass der Versuch einer homöopathischen Behandlung nicht schadet. Aber die Tochter schläft inzwischen ohne Medikamente und ohne Fieber und wenn morgen früh noch ein Leidensdruck da ist, geht´s zum Kinderarzt. Der ist zum Glück nicht im Urlaub und kennt meine Tochter, die sich immer sehr sensibel wahrnimmt.

Trotzdem ziemlich unheimlich, was so´n LIDL-Mikroskop leisten kann, wenn man mal 1 Gereration in die Vergangenheit rückblickt. Ob meine Enkelkinder zu Weihnachten einen Kernspintomographen ausm ALDI geschenkt bekommen werden ... ;o)))

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