frage...was bedeutet erziehung für euch?

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6 Antworten

Ich zitier mich einfach mal selber:

...Die zu bekämpfenden Folgen des Patriarchats werden vom Bürgertum zur menschlichen Natur erklärt. Damit wird zum einen das Patriarchat vor Kritik geschützt, zum andern wird die Distanzierung von der Natur begründet. Die Natur wird als unvollkommen und verbesserungsbedürftig gesehen, während seine Methoden zur "Verbesserung" voller kulturellem Stolz gegen jede Kritik verteidigt werden. Der Kampf gegen das (vom Patriarchat ja auch reichlich produzierte) "Böse" wird wird umgebogen zum Kampf gegen die Natur. Als kollektiver Kampf gegen die/den EinzelneN (Moral) und als individueller Kampf gegen sich selbst (Disziplin).

Der Mensch ist von Natur aus böse, wird gesagt, und braucht deshalb die (bürgerliche) Kultur um gut zu werden. Aus dieser Grundannahme folgt fast logisch, daß Kinder anfällig für das Böse sind. Daraus wird die Rechtfertigung des permanenten ungleichen Kampfes gegen die Kinder gebildet, der Erziehung genannt wird.

Mit Rechtfertigung ist zu erklären, warum BürgerInnen alle möglichen Unterdrückungsmassnahmen gegen Kinder für zulässig halten, sie erklärt jedoch nicht woher die emotionale Energie kommt, um sie entgegen allen Instinkten wirklich durchzuführen. Eine dieser Quellen ist wiederum die Angst.

Da ist zum einen die individuelle Angst, als Eltern den Erwartungen der Gesellschaft nicht zu genügen. "Eltern haften für ihre Kinder" steht nicht nur auf Baustellen. Da Kinder nicht als eigene Subjekte anerkannt werden, fällt jedes Problem, das sie Anderen bereiten könnten, auf die Eltern zurück. Es ist nicht nur gesellschaftlich erlaubt, daß Eltern über ihre Kinder herrschen, es wird gefordert. Eltern müssen ihre Kinder "im Griff" haben, wenn sie sich nicht der Schande der Unfähigkeit oder Unwilligkeit aussetzen wollen. Die individuelle Angst hätte also wenig Grund, wenn nicht hinter den gesellschaftlichen Erwartungen eine kollektive Angst der Bürger vor dem unerzogenen und unbeherrschten Kind stünde.

Wenn sich der Bürger im ständigen Kampf mit seiner Natur befindet und er es nur diesem Kampf zuschreibt, daß er seine Wut und seinen Hass nicht auf die Welt loslässt, löst schon die Existenz von Menschen, die diesen Kampf offensichtlich nicht führen, Ängste und Unbehagen aus. Daß seine Selbstunterdrückung auch die Ursache seiner Aggressionen sein könnte und daß andere gerade friedlich sind, weil sie diesen Kampf gegen sich selbst nicht führen, liegt außerhalb seiner Vorstellungsmöglichkeiten...

Der ganze Text:

http://machtnix.blog.de/2009/07/29/kommen-6612937/

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Kommentar von Machtnix53
04.07.2014, 23:34

Ach, mein Alter noch: 60. Und 52, als ich es geschrieben hab.

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Erziehung ist das, was von Eltern gefordert wird, um das möglichst reibungslose Funktionieren von Kindern und späteren Erwachsenen in der Gesellschaft zu gewährleisten.

Erziehung ist der einzige Auslöser von Konflikten zwischen Eltern und Kindern - mit Ausnahme von Machtausübung -, weil die Regeln für die Erziehung nicht dem eigenen Gedankengut und Verständnis der Eltern entspringen, sondern von aussen diktiert werden.

Der/die Erziehende gerät somit selbst in die Klemme und vermittelt seine Erziehungsmassnahmen unter Druck, den er schlicht weitergibt an den/die zu Erziehenden.

Ich bin 49.

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Ich glaube, es war Kurt Tucholsky, der sinngemäß folgendes gesagt hat. Es ist sinnlos Kinder erziehen zu wollen. Sie machen uns ja doch alles nach.

Ähnlich prägnant und auf ihre ganz eigene Art hat Vera F. Birkenbihl beschrieben, was sie unter Erziehung versteht. Siehe Video

Ich bin Mitte 50 und würde beiden Personen Recht geben.

Erziehung ist für mich in erster Linie Ausübung von Macht und die Vorstellung, man könnte einen Anderen nach dem eigenen Vorstellungen formen.

Gruß Matti

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Ich bin 18 Erziehung ist wenn eltern ihren kindern freiraum lassen dinge auszuprobieren damit diee kinder erfahrungen sammeln können, aber auch grenzen setzten damit man lernt wann man die Grenzen übertritt

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Kommentar von vansei
03.07.2014, 22:05

erziehung ist wenn eltern ihren kindern freiraum lassen ? ist klar ... genau...bestimmt...

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Ich würde als erstes das Wort Erziehung ersetzen, nur weiß ich nicht genau mit welchem. Denn in dem Wort Erziehung steckt ziehen drin und das ist das worum es mir in meinem Jobmit den Kindern nicht geht. Für mich geht es darum, das Rätselhafte und das unbekannt, das Geheimni im Kind zu entdecken. es kommt so unfertig auf die Welt und sein Lebensweg hängt erstmal entscheidend davon ab, wie wir die Umgebung gestalten, wie wir uns auf den Weg machen und erkennen, das wir alle Werdende sind. In den ersten Lebensjahren bilden wir Erwachsene die Grundlage für das spätere Leben. Es geht für mich darum auf die Ebene des Kindes zu kommen, zu spüren, was es braucht, welche inneren Werte notwendig sind, und mein Bild zur Welt aussieht... Denn das Kind lernt am meißten über das Vorbild und die Nachahmung. Und es gibt so vieles was wir am Kind ablesen können, wie es uns auffordert stets geistesgegenwärtig sein und die schönen Dinge des Lebens zu erkennen :-) Das macht die Erziehung so wertvoll für mich :-)

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Kommentar von Kuhlmann26
26.07.2014, 21:24
Ich würde als erstes das Wort Erziehung ersetzen, nur weiß ich nicht genau mit welchem.

Vielleicht mit dem Wort Verantwortung. Wenn Du Kinder hast, bist Du - zumindest in der ersten Zeit - verantwortlich dafür, dass sie sich entwickeln können. Also nicht, dass sie von Dir erzogen werden oder das an ihnen herumgezogen wird.

Mir gefällt diese Sichtweise und ich überlege mir genau, wann ich das Wort Erziehung verwende. Für mich ist es schon eine Weile ein negativ besetztes Wort. Ich weiß auch nicht, wie der Staat ein im Grundgesetz verankerten Erziehungsauftrag haben kann.

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also ich bin 14,fast 15 und würde mal behaupten es ist die vorbereitung auf das eigenständige leben.

LG

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