Fragen zur PVK!

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3 Antworten

Hallo,

entscheidend ist die Formulierung im Vertrag inkl. aller Anlagen und Tarifbestimmungen. Verbindlich sind nur die schriftlichen Unterlagen. Bei unklaren Formulierungen gibt nur eine schriftliche Aussage der Versicherung die nötige Sicherheit.

  1. Denkbar ist hier, dass für alle Arztbesuche zusammen 100 Euro Selbstbeteiligung anfallen. Denkbar ist aber auch, das bei Dr. Meier, bei Dr. Müller und bei Zahnarzt Dr. Schmidt jeweils 100 Euro, also insgesamt 300 Euro anfallen. Das ist aber nur eine Spekulation meinerseits. Gibt es einen Höchstbetrag aller Selbstbeteiligungen?

  2. Man verzichtet bei diesem Tarif auf sein Recht auf freie Arztwahl. Entscheidend ist, wann es Ausnahmen gibt: Notfall, Augenarzt, Frauenarzt, Urlaub/Dienstreise In- und Ausland, Umzug ....Was passiert, wenn man bei einem Arztwechsel erst mehrere Ärzte ausprobieren möchte? Welche Auswirkungen hat es, wenn man gegen die vertragliche Regelung verstößt?

Wenn man sich intensiv mit vertraglichen Regelungen beschäftigt, geht es meist um die Überlegung diesen Vertrag zu unterschreiben. Wenn ein Vergleich gesetzliche und private Krankenversicherung ansteht hier einige Hintergrundinfos:

Der Vergleich GKV - PKV ist grds. ein lebenslanger Vergleich. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Vergrößerung der Familie" (z.B. später Kinder) und Verringerung der Einnahmen

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...)

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

db1.rehadat.de/gkv2/Gkv.KHS

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

  • Krankentagegeld: der 43. Tag als Beginn ist ungünstig, wenn Erkrankungen wiederholt auftreten (der Arbeitgeber zahlt nur** insgesamt** 42 Tage)/ Wann endet das Krankentagegeld? meist mit Feststellung von Berufsunfähigkeit! Ob ein Rentenanspruch besteht, ist ohne Bedeutung.

In der PKV werden notwendige Leistungen in angemessener Höhe erstattet. Was angemessen ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

• Insolvenz, Kurzarbeit, unbezahlter Urlaub/Sabbatjahr, Arbeitslosigkeit (bei Arebeitslosengeld II), späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Ggf. sind zusätzliche Beiträge für Kinder oder den nichtberufstätigen Ehegatten zu zahlen.

Die Beiträge für den nichtberufstätigen Ehegatten (ohne Arbeitslosengeld) werden in der GKV immer nach der Hälfte der Einnahmen des PKV-Ehegatten berechnet (§ 240 SGB V letzter Absatz). Wenn der Ehegatte chronisch krank ist, ist ein Beitritt zur PKV oft ausgeschlossen.

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkasse verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessant:

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

test.de/themen/versicherung-vorsorge/test/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

handelsblatt.com/unternehmen/banken/kunden-bezahlen-fuer-systemfehler/3645140.html

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Gruß

RHW

Musst aber aufpassen. Denn bei manchen Tarifen fällt die SB in allen 3 Bereichen an. Heisst stationär, ambulant und Zahn. Zum Zahnarzt sollte man eben mind. 1x pro Jahr hingehen. Drum macht es Sinn einen Vergleich bei einem unabhängigen Vermittler zu machen. Eine SB in der Pkv macht auf jeden Fall Sinn. doch viel wichtiger ist die Gebührenordnung, Hilfsmittelkatalog, Zahnersatz usw. Auch die beitragsentwicklung ist ein wichtiger Punkt. Sowie die Höhe der Rückstellungen die von der Gesellschaft gemacht werden. Bin selber finanzmakler und es gibt nur eine Hand voll Gesellschaften die gute Tarife in der Pkv haben. Grüße

zu 1.

100 € jährlich SB bedeuten das du im Jahr maximal 100€ selbst tragen mußt , egal wie oft du zum Arzt gehst (abhängig natürlich auch von anderen Erstattungsregeln),

zu 2.

ja - du mußt immer erst zum Hausarzt , gehst du direkt zum Facharzt bekommst du in der Regel nur 80% der Kosten erstattet, und unter Umständen gilt das auch für evtl. teuere Folgebehandlungen, deshalb hier vorsichtig sein.

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