Fragen zum Zivilschutz im Kalten Krieg

4 Antworten

ich glaube nicht das alle in die Bunker gepasst hätten,der Rest wäre Kanonfutter gewesen,egal wo in Deutschland.Es gab zwar einen Zivielschutz und Sirenen ob die etwas genutzt hätten.

Moin,

viele Fragen :O

1., 2., 3., 4.: Für die Zivilbevölkerung gab es aufgrund der beschränkten Möglichkeiten in der Regel keine speziellen Schutzvorrichtungen. Das Gold war beim Ami, die Regierung hatte in Bonn ihre Möglichkeiten, der Rest konnte aus Gleichheitsgründen ja nicht unterschiedlich bevorzugt werden ;) Keller, UBahnen, andere Behelfe.

ABC-Alarm gab es natürlich, aber man muss sich einfach die Problematik bei mehreren Millionen Menschen und dem ungeheuren Nuklearpotenzial vorstellen.

zu 5.: Das ist meines Wissens noch nicht alles völlig offengelegt. Im Falle eines Krieges wäre der Einsatz von Atomwaffen ein unkalkulierbares Risiko gewesen. Vielleicht hätten sich die Angriffe wirklich nur auf direkt militärische Ziele "beschränkt" (allerdings bei Atomwaffen problematisch), vielleicht hätte man die halbe Welt zu einer Nuklearwüste geschossen.

Interessanterweise wäre für uns die Gefahr weniger der böse Russe gewesen denn der patriotische Amerikaner. Die NATO hatte kaum Chancen gegen einen sowjetischen konventionellen Angriff, wenn dieser durchgebrochen wäre, hätten die Panzerspitzen aufgrund des geringen Rückzugsraumes bald vor Paris gestanden. Die Amis hatten also pragmatisch den Plan, die Front (Deutschland bzw. Mitteleuropa) mit taktischen Nuklearschlägen auszuradieren und zu hoffen, das sich der Atomkrieg in diesen Grenzen hielt, solange das jeweilige Land (USA und Russland) den krieg nicht auf das Kerngebiet verlagerte.

mfg Nauticus

Also wäre Deutschland bzw. die damalige BRD das Hauptschlachtfeld gewesen? Ich kann mich noch daran erinnern, dass selbst über Städten damals Tiefflüge von Kampfjets zu Trainingszwecken durchgeführt wurden. Auch kann ich mich vage erinnern, dass man damals ab und zu einen Überschallknall hören konnte. Das erlebt man heute gar nicht mehr. Erinnere ich mich da richtig? Ich bin Jahrgang 1982, darum kann ich mich nicht mehr an alles so gut erinnern.

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@antares2508

Ich bin situationsbezogen peinlicherweise Jahrgang 95... Aber das heutige Deutschland war im Kalten Krieg das Hauptschlachtfeld. Das Deutsche Reich hatte den Krieg verloren, die ehemalige Einflussphäre war im Osten von den Sowjets, im Westen von den anderen Alliierten übernommen worden, und hier lagen sich deren Armeen an einer Grenze gegenüber, die im Prinzip mitten in diesem Staat lag.

Deutschland wurde offiziell besetzt, war praktisch aber "Aufmarschgebiet". Die NATO führte jährlich eine "REFORGER"-Übung durch - Return of Forces to Germany, in der die Fähigkeit bewiesen wurde, alliierte Truppen schnell nach Deutschland zu verlagern, wo die schweren Waffen schon bereit lagen. Auch Bundeswehr und NVA rüstete man nicht nur auf, um den Deutschen wieder Selbstständigkeit zu verleihen. Hier standen ja Briten, Amis, Franzosen, Holländer...

Damals war geplant, Gullideckel in Frankfurt als Sprengfallen zu modifizieren, Autobahnen als Landefelder für Flugzeuge zu nutzen. Die Bundeswehr führte andauernd Manöver mit den Verbündeten durch, manche erinnern sich noch daran, das man auf der Autobahn Platz machen musste, weil eine Panzerkompanie durchgerasselt ist.

Hier wäre es also in der Tat ziemlich hergegangen - die Sowjets mussten durchbrechen und hätten dann aufgrund des geringen Manöverraums der NATO (im Vergleich: schau mal wo von der Grenze aus Moskau lag!) Europa in der Tasche gehabt. Die NATO musste dies direkt an der innerdeutschen Grenze stoppen.

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@Nauticus

Dafür, dass du zu der Zeit noch nicht gelebt hast, kennst du dich ja super aus! Respekt - dafür kriegst du einen Extrapunkt von mir :-) Deutschland war damals lediglich das Faustpfand, vor allem das damalige West-Berlin. West-Berlin wäre ziemlich schnell von den Truppen des Warschauer Pakts überrannt worden, da hätte es sich kaum gelohnt, das zu verteidigen. Ich denke, der einzig sichere Ort in Mitteleuropa wäre im Ernstfall damals nur die Schweiz gewesen. Aber die hätte ihre Grenzen sicher komplett dicht gemacht, allein schon, um Flüchtlinge aus der BRD nicht reinzulassen.

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  1. Zuerst durch Sirenen, danach durch den Rundfunk (den soll man nämlich bei Alarm einschalten - wenns kein Übung ist).

  2. Die Sowjets hätten keine Interkontinentalraketen auf die BRD geworfen. Wirkung zu stark.

  3. In Öffentlichen Schutzräumen: Wer zuerst kommt... In den privilegierten Schutzräumen natürlich nur die Privilegierten.

  4. Kaum. Wozu auch? Große Nuklearwaffen hätte man wohl kaum auf dem Land eingesetzt.

  5. Was soll man denn schon auf dem Land bombardieren außer die Infrastruktur?

Notfallplan Mensch?

Hallo, gibt es eigentlich einen rechtlichen Notfallplan? Damit meine ich was würde die Menschheit bzw. Deutschland machen, wenn die Erde kurz vor einer sehr starken Naturkatastrophe steht? Meteoriteneinschlag, Atomkatastrophen in ganz Europa wegen unerwarteten Erdbeben oder einem Vulkanausbruch, ein Nuklearkrieg oder eine Pandemie mit einem unheilbar sehr aggressiven tödlichen Virus das sich sehr schnell verbreitet.

So weit ich weiß gibt es ja noch Bunker vom 2. Weltkrieg, aber wer darf, z.B. diese Bunker betreten? Gibt es da einen Plan? Ich würde es z.B. merkwürdig finden, wenn sehr viele reiche alte Menschen, gewalttätige kriminelle Menschen oder schwerbehinderte Menschen in so einen Bunker dürften. Ich hoffe die Frage ist nicht zu anstößig, aber in der Geschichte der Erde gab es ja schon oft Massenausterben.

Ich weiß auch das viele hier sich für Götter halten, aber was würdet ihr sagen, wenn eure Kinder oder Geschwister nicht mehr in den Bunker dürfen, weil er voll ist und unter den Insassen z.B. ältere sind die wahrscheinlich nicht lange überleben werden?

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Gab es noch Luftschutzübungen an Grundschulen Mitte/Ende der 90er Jahre?! (Kindheitserinnerungen)

Ich (Baujahr 1990) absolvierte die erste und den Großteil der zweiten Klasse an einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Aus dieser Zeit kann ich mich noch an mehrere Ereignissee erinnern, die mir rückblickend doch irgendwie merkwürdig vorkommen.

Und zwar kam es in dieser Zeit zu einigen (mindestens zwei) "Feuerübungen". Als solche wurden diese uns damals zumindest verkauft. Im Rahmen dieser Übungen ist die gesamte Klasse in den Keller der Grundschule gegangen. Dort gab es große Räume, die mit Stahltüren versehn waren. In diesen Räumen sind wir dann eine lang Zeit geblieben (ich weiß nicht mehr wie lange genau, wahrscheinlich ca. 10-15 Minuten). Anschließend ging der Unterricht normal weiter. Ob wirklich alle Schüler der Schule an daran beteiligt waren, weiß ich nicht mehr, aber es war auf jeden Fall nicht nur meine Klasse. Wie zuvor erwähnt, wurde uns das ganze als Feueralarmübung dargestellt. Ich meine mich noch daran erinnern zu können, dass mir meine Grundschullehrerin erklärt hatte, dass die Räume mit Feuerschutztüren versehen sind. Der Begriff "Feuerschutz- /Brandschutzraum" ist meiner Erinnerung nach auch verwendet worden.

Als Kind habe ich diese Erklärungen natürlich nie groß hinterfragt. Seit einiger Zeit kommt mir das Ganze relativ komisch vor. Sich in einem Brandfall im Keller des mutmaßlich brennenden Gebäudes einzuschließen, erscheint mir nicht wirklich sinnvoll. Das einzige Szenario bei dem so etwas Sinn macht, ist meiner Meinung nach ein Luftangriff. Aber die Gefahr eines solchen Angriffs bestand ja seid Ende des Kalten Krieges schon seid fast 10 Jahren nicht mehr. Bemerkenswert finde ich auch, dass es solche Übungen nicht mehr gab, als ich ab dem Jahr 2000 den Rest der Grundschulzeit (Ende 2te Klasse ff.) in Rheinland-Pfalz absolviert habe. Meine Vemutung ist, dass diese Übungen aufgrund eines veralteten bzw. nach Ende des Kalten Krieges weiter fortgeführten Landesgesetzes bzw. einer entsprechenden Verwaltungsvorschrift durchgeführt worden sind.

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