Fragen zum Thema Demenz

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10 Antworten

Demenz ist der Oberbegriff für Erkrankungsbilder die mit dem Verlust von geistigen Funktionen wie zb. Denken, Erinnern, Orientieren, Verknüpfen von Denkinhalten usw... ist. Alzheimer ist nur eine Form (häufigste mit ca. 60%) davon.

In der Alzheimer Demenz unterteilt man in 3 "Statien" 1. Anfangsstadium 2. Moderates Stadium 3. Schweres Stadium

Dein Opa ist wohl im Moderatem Stadium. In dem kommt es zunehmend zum Verlust von geistigen Fähigkeiten und die Selbstständigkeit schränkt sich stark ein. In diesem Stadium ist es nicht selten dass es zur Vernachlässigung von Hygiene und Wahnvorstellungen (sehr charakteristisch die "Bestehlungsideen" wie du beschrieben hast) kommt. Es kommen noch mehrere Symptome dazu wie: - steigende Vergesslichkeit. - Erkennungsstörung - usw...

Wenn er in das "schwere Stadium" kommt, zerfällt die Sprache und das Gedächtnis regelrecht. Das betrifft auch das Langzeitgedächtnis, er weis nicht mehr wer er ist, Agnosie (auch nahe Angehörige werden nicht mehr erkannt, in diesem Fall wahrscheinlich sogar deine Oma) und ebenso Inkontinenz.

Das mit der Struktur, die du angesprochen hast, erleichter ihm bzw. den Menschen mit Demenz halt einiges weil sie (für uns nur schwer begreiflich aber die brauchen das) jeden Tag das selbe machen und das ihnen Sicherheit gibt.

Erkläre deiner Oma dass das Altenheim nicht mehr das ist was es früher war. Mittlerweile sind da Fachkräfte die genau auf solche speziellen "Fälle" auch geschult sind. Es werden viele Sachen gemacht um das Gedächtnis zu erhalten oder zumindest den Abbau so gering wie möglich zu halten. Übrigens... nein ich bin kein Altenpfleger oder in nem Altenheim tätig ^^ Sie kann ihn ja trotzdem besuchen. Und ich glaube für deine Oma ist es schöner jemanden zu besuchen der auch weiß wer man ist, als jemanden jzusammen zu wohnen und der erkennt dich nicht obwohl man schon seit jahrzenten verheiratet ist. Es wäre für ihn sicher das beste....

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Kommentar von ischdem
26.01.2013, 07:34

tolle Anwtort - mein Kompliment - ist Vorlesungsreif

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huhu

das ist traurig und leider öfter so, dass Demenz jmd und auch damit andere trifft : (

In meiner Familie gibt es das zwar nicht- aber ich kenne aus sehr nahen Freunden der Familie einen ähnlichen Fall.

Ich könnte mir vorstellen, dass deine Oma schon bewusst ist, wie es um ihn steht und natürlich auch damit die Komplikationen die diese Krankheit mit sich bringt. Aber evt will sie deinen Urgossvater solange als möglich bei sich haben- denn sehr viel Zeit wird ihm und damit auch ihr nicht mehr bleiben.

Ist die Krankheit schon soweit verlaufen - jedenfalls war es bei dem Fall so, den ich kenne, blieb nicht mehr viel- dieselben Probleme die du schilderst- zusätzlich auch sexuelle starke Tendenzen die Richtung Gewalt ausarten konnten. Der Mann von dem ich spreche musste einige Zeit später ins Spital bzw dementsprechend in Betreuung und danach war es sehr bald schon aus mit ihm.

Entschuldige- ist es nun seine Frau ( deine Uroma) oder seine Tochter ( deine Oma)?

Möglicherweise könntest du- oder noch besser ein Kind von ihr (das betrefffende Elternternteil) mit ihr reden, wie wichtig es auch für sie ist, dass ihr diese Last- denn es ist definitv eine abgenommen bzw erleichtert wird. Ab einer gewissen Zeit ist es eifnach das beste für alle- denn mit jedem Tag kann etwas schlimmes passieren- und auch seelisch und körperlich zehrt sowas ungemein. mankann also am besten an ihre Vernunft apelieren- denn sie weiss es sicher ganz genau, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem sie nicht mehr das machen kann, wie es sein müsste- so hart es auch klingt.

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Kommentar von Shinae
25.01.2013, 23:01

Es ist seine Tochter - wie gesagt sie ist meine Oma und er mein Uropa :) Aber kann man schonmal überlesen. ;) Meine Mutter und der Rest ihrer Kinder reden da teils gegen ne Wand - aber sie wissen auch selber nichts über die Krankheit und meine Oma sagt dann immer, dass die das gar nicht beurteilen können, weil sie nicht vom Fach sind und alles. Deswegen hab ich die Frage hier auch gestellt, damit ich auch sachliche Aspekte vorbringen kann. Ich versteh ja, dass mein Uropa meiner Oma leidtut und sie ihn einfach nicht aus emotionalen Gründen weggeben will. Aber so wie das nun läuft, geht das gar nicht. Auch das sie ihn gewähren lässt - das kann einfach nicht richtig sein.

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Hallo, ich bin Altenpflegerin. Bei uns ist es so (arbeite in einem Heim) das Bewohner die eine Tag-Nacht-Umkehr haben, langsam an einen normalen Rhytmus gewöhnt werden.

ZB wenn Frau B. wieder des Nachts gewandelt ist, wird sie morgens trotzdem geweckt jeden Tag etwas eher. Wirklich dagegen tun kann man allerdings nicht, außer vielleicht medikamentös "abschießen" oder fixieren. Beides nicht förderlich, weil es den Verlauf der Krankheit nur beschleunigt.

Dein Opa braucht Beschäftigung, das er Abends auch müde ist.Es sollte ein festes Ritual geben zum Abend, zb ne Tasse heiße Milch mit Honig oder ein bestimmtes Lied oder ne Geschichte. Werfen wird er wohl auch eher weil ihn seine Situation langweilt oder er nicht weiß was er tun soll.

Wenn das Essen nicht offen herumsteht wird er nicht den ganzen Tag essen, dennoch finde ich dass man eher froh sein sollte das es ihm noch schmeckt, ihr werdet noch früh genug Last mit haben ihn zum Essen zu bewegen.

Erkundigt euch nach nem Erzählcafe, der Dementengruppe oder ähnlichem, meist in den Heimen vor Ort oder von Caritas Diakonie oä angeboten. LG

Michse

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Kommentar von Shinae
25.01.2013, 23:25

Ich bedanke mich erstmal für die Antwort - es ist wirklich mal gut, was von jemanden zu hören, der damit auch arbeitet. Na ja er hat ja nicht mal ne feste Routine- meine Oma lässt ihn einfach machen wie er will. Also er steht auf wann er will, geht mitten am Tag ins Bett, wenn er will und abends lässt sie ihn auch solange in der Küche vorm Fernseher sitzen wie er es eben will. Essen und so nimmt er oft ja auch nicht an - wie gesagt er glaubt wir schütten ihm Gift ins Essen. Und da er nachts in der Küche sitzt, läuft er eben auch einfach hin zum Kühlschrank und holt sich was zu Essen raus.

Mit ihm reden kann man auch nicht. Er tut uns eigentlich nur noch laufend beschimpfen, beleidigen und bedrohen. Mal abgesehen, dass er unangenehm riecht und man auch nicht bie ihm sitzen kann. Er wäscht sich auch nicht die Hände, wenn er vom Klo kommt. Man kann ihm das sagen, aber er macht es nicht und wird direkt aggressiv.

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Kommentar von Tabu1976
26.01.2013, 23:13

sorry, falscher Beitrag

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Kommentar von Tabu1976
26.01.2013, 23:15

na na na na Michse,

  1. ich hasse unqualifizierte Beiträge von „super-schlauen" Altenpflegerinnen. **Zitat Beginn "außer vielleicht medikamentös "abschießen" oder fixieren. Beides nicht förderlich, weil es den Verlauf der Krankheit nur beschleunigt.>" Zitat Ende ** nicht alle Psychopharmaka machen müde. ich glaube Du meinst mit "medikamentös abschießen" die Behandlung mit Psychopharmaka .... und kein Aspirin ….

  2. KEIN EINZIGES Psychopharmaka beschleunigt eine Demenz !!!

  3. ****Kleiner Ausflug in die Pharmakopsychiatrie:****
  • Antidepressiva: verbessern grundsätzlich die Stimmung und wirken Antriebssteigernd. Tri- und tetrazyklische Antidepressiva (z.B. Trimipramin, Imipramin, Mirtazapin, etc.) machen zusätzlich müde und können auch zum Schlafanstoß gegeben werden. SSRi´s: Selektive Serotonin- (und ggf. Noradrenalin-) Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Citalporam, Fluoxetin, Venlafaxin, etc.) machen NICHT müde.´

  • Antidementiva: verlangsamen den Verlauf der Alzheimer-Demenz. Wirken NICHT bei Cerebrovasculärer Demenz, Alkohol-Demenz u.a. Arten der nicht-Alzheimer-Demenzen. Wirkstoffe wären hier: Donezepil, Rivastigmin, Galantamin (als einziger pflanzlicher Wirkstoff)

  • Neuroleptika: in der Gerontopsychiatrie sind überwiegend niederpotente NL im Einsatz. Niederpotente NL zeichnen sich aus durch eine schwache antipsychotische Wirkung und eine stark müde machende Wirkung. Daraus folgt dass diese Neuroleptika überwiegend zur Sedierung verwendet werden. Eine Ausnahme macht hier Risperidon, das wird als atxypisches Neuroleptika unter dem Handelsnahmen Risperdal® zur antipsychotischen Therapie verwendet, häufig bei Wahn. Übrigens, Risperidon macht KAUM müde!! Bei oben genannten Patienten würde ich schleunigst eine Therapie mit Risperidon beginnen, da wahnhafte Symptome bei ihm im Vordergrund stehen (Vergiftung, Geld klauen, Verbrecherbande). Ganz ehrlich, wenn Dich jemand beklauen würde (und Wahnpatienten sind 100% überzeugt davon und man kann den Wahn – auch mit den stärksten Argumenten – nicht ausreden (das ist wichtig beim Umgang mit den Betroffenen!) , also wenn Dir jemand Geld geklaut hat und Du triffst den wieder (!) da würdest auch Du aggressiv werden, oder?

  • Tranquilizer: Die wichtigste Substanzklasse in der Gerontopsychiatrie sind die Benzodiazepine, deren bekannteste Vertreter heute das Diazepam (Handelsname Valium®) und Lorazepam (Handelsname Tavor® ) sind. Tranquilizer machen müde und können deshalb auch zur Sedierung („abschießen“ wie die Dame der Antwort es beschrieben hat) verwendet werden. Wichtiger ist aber die anxiolytische (angstlösende) Wirkung. Bei allen Angstzuständen wirken Benzodiazepine sehr gut. Aber: von Benzodiazepinen kann man sehr schnell abhängig werden, der Einsatz dieser Medikamente über längere Zeit sollte aus diesem Aspekt und aufgrund der möglichen Nebenwirkungen auch bei älteren Patienten sehr kritisch hinterfragt werden.

  • Phasenprophylaktika, z.B. Lithiumsalze: da will ich jetzt nicht näher drauf eingehen, da diese Präparate in der Gerontopsychiatrie nur selten eingesetzt werden.

Insgesamt möchte ich noch einmal darauf hinweise dass die Gabe von Psychopharmaka nicht als „Strafe“ oder ähnliches ist. Die Medikamente werden eingesetzt um DEN MENSCHEN ZU HELFEN !!!

Wer schon einmal eine Panikattacke oder aus anderen Gründen Lebensangst oder einen Unruhezustand hatte, oder einfach nur einen lieben Menschen verloren hat, kann sich IN ETWA vorstellen, wie es ist, wenn Demenz-Patienten (oft panische) Angst und Unruhezustände haben - oder einfach nur den ganzen Tag traurig sind und keinen Antrieb haben. Diese massiven "Befindlichkeitsstörungen" macht psychischen und physischen Stress, und DAS BESCHLEUNIGT die Krankheit !! - nicht die Medikamente @Michse !

Dem Betroffenen Medikamente vorzuenthalten - aus allgemeiner Ablehnung von Psychopharmaka (oder aufgrund eines Tipps einer Altenpflegerin) – ist m.E. eine Körperverletzung die strafrechtlich geahndet werden muss !!


Natürlich ist Beschäftigung für Deinen Ur - Großvater auch wichtig, aber eben nicht alles. Mit einer guten Beschäftigung kannst Du Deinem Ur-Großvater zeigen was lustig ist und ihn vielleicht auf andere Gedanken bringen – und, Du kannst auch deinem Ur- Opa UND Deiner Großmutter zeigen, dass die beiden noch was wissen und noch für was „zu gebrauchen“ sind. Besonders das Wissen gebraucht zu werden setzt manchmal Steine in Bewegung ... Noch ein Tipp: ich kenne da eine Super Seite mit einem ganzen Haufen an guten Beschäftigungsideen bzw. Material zur Aktivierung und Beschäftigung für Senioren. Du musst Dir unbedingt die Seite ansehen: www.aktivierungen.de. Das Material kostet dort zwar 1 oder 2 Euro, aber Du kannst Dir dort auch aus dem dort angebotenen Aktivierungsideen einfach was selber zusammenbauen, auf aktivierungen.de liegen nämlich alle Beschäftigungsideen als PDF vor, da musst nur die gekürzten Bereiche ausschneiden und schon hast Du super Material zur Beschäftigung !!!


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Ich würde empfehlen, mal mit dem Hausarzt darüber zu sprechen oder mit einem Geriater oder Psychiater. Das ist ja kein Zustand, den man akzeptieren möchte, aber einfach so ist da auch keine Kontrolle möglich.

Vielleicht muss man da einfach mal mit Medikamenten nachhelfen, damit dein Opa wieder etwas ruhiger ist und seine Paranoia verliert. Ist natürlich auch nicht angenehm, aber meiner Meinung nach dennoch besser als der derzeitige Status.

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Kommentar von Tabu1976
26.01.2013, 23:20

Psychopharmaka HELFEN und sind NICHT unangenehm. Oder ist es unangenehm keine Angst mehr zu haben? Ist es unangenehm wenn der Kaffe nicht mehr vergiftet ist? Ist es unangenehm schlafen zu können?

Also, bitte diesen Unmenschlichen Zustand durch eine Therapíe mit Psychopharmaka beenden !

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Liebe Shinae, zuerst möchte ich dir einmal danken, dass du so ausführlich über die Situation deiner Oma und deines Ur Opas geschrieben hast.

Das ist ein sehr schweres Problem, besonders für deine Oma. Ich denke, dass sie einfach nicht los lassen kann. In ihrem inneren weiß sie selbst, dass er nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann. Wie du weiter hin schreibst, war dein Ur Großvater schon früher des öfteren gewalt tätig,und das ist auch ein Grundcharakter deines Opas. Jetzt kam eine volle Alters Demenz hinzu was diese Krankheit nur noch verschlimmert hat.

Auch wenn er zu Hause gepflegt werden sollte, z B. von einem Pflegedienst. Schlagen lässt sich niemand und man wird eine weitere Versorgung mit Recht ablehen.

Ich finde, dass du dich einmal mit dem Hausarzt deinen Opas ernsthaft unterhälst und ihm genau so die Situation schilderst wie du sie uns geschildert hast. Ich denke, dass er dann mal deine Oma und deinen Opa zu Hause auf sucht und dass man dann gemeinsam Schritte einleitet.

Dein Opa gehört in eine Alters Psychiatrie, denn nur dort kann ihm wirklich geholfen werden. Aber wenn deine Oma nicht zu stimmt, kann man nichts machen. Ich wünsche euch sehr, dass sie bald zu dieser Einsicht kommt. Aber lasst ihr notfalls die Zeit die sie noch braucht.

Ich wünsche euch alles Gute und viel Kraft diesen Alltag zu überstehen.

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Hallo! Ich denke solange deine Oma sich damit wohlfühlt ist es okay! Ich mein ich habs nun nicht ganz verstanden der Ambulante Pflegedienst kommt? Das ja schonmal etwas auch wenn er nicht umbedingt geduscht werden will!

Menschen mit einer Demenz (Alzheimer ist übrigens eine Form von Demenz deshalb wars nichtmal soo schlecht dein gedanke) leben ja nunmal in ihrer "Welt" klar soll man ihnen wie du sagst Strukturen geben. Doch manchmal geht es nicht von daher ist es auch nicht so schlecht was deine Oma macht. Klar hört sich das für uns nun wirklich nicht schön an die ganze Nacht in der Küche zu sitzen oder anderes! Aber du kannst so ein menschen nicht zwingen zu schlafen wenn er denkt es wäre nun erst mittags oder soetwas! Zum Thema essen und duschen wird es schonwieder ein bisschen schwieriger! Jeder noramle Mensch denkt man MUSS essen um zu leben, jaaa wohl das stimmt auch, aber ich denke wenn er hungerhat wird er essen! Es ist eine sehr schwere Krankheit manchmal, nicht nur für betroffene sondern auch für angehörige. Das problem allerdings ist, wenn er ins Altersheim kommt, könnte er "nochschlimmer" werden. Weil er dann seine gewohnte umgebung ja verlässt und vorallem auch vertraute Menschen. Demenzkranke aus den Häusslichen umfeld zu ziehen ist oft ziemlich mies für sie. Meistens hauen sie ab aus Altenheime oder werden dann erst richtig Krank. Und wenn sie dann "abdrehen" wie toll meine kolegen sagen und ggf nachts nicht schlafen oder Burtal werden, bekommen sie oft Medikamente die sie beruhigen und das ist sicherlich für die Betroffenen auch nicht schön.

Ich kann dir nur raten mit deiner Oma zu sprechen und herrauszufinden obs für sie erträglich ist. Ggf. öfter den Pflegedienst kommen lassen und solange wie möglich ihn zuhause lassen.

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Kommentar von Shinae
28.01.2013, 19:23

Die Diakonie kommt nur um ihn zu duschen und das höchstens 2 mal die Woche. Ansonsten macht meine Oma alles alleine. Umziehen will er genauso wenig wie duschen.

Für meine Oma ist die gesamte Situation nervlich wie auch körperlich nicht mehr machbar. Es nutzt nichts mit meiner Oma über ihren Zustand zu sprechen - sie sagt sie kann nicht mehr und alles, aber gleichzeitig fühlt sie sich verantwortlich für meinen Ur-Opa und er tut ihr eben auch leid. Das ist einfach das Problem mit meiner Oma - sie ist ein herzensguter Mensch und man kann sie leicht ausnutzen. Sie hat mehrere Geschwister - aber keiner wollte sich um ihren Vater kümmern. Haben sie alles meiner Oma überlassen. Und meine Oma ist wirklich schlimm angeschlagen. Sie hat 2 offene Beine und müsste sich normalerweise viel mehr ausruhen. Erst kürzlich war sie wegen einem Schlaganfall im Krankenhaus. Und da geht das Verhalten meines Ur-Opas einfach nicht. Sie ist nervlich schon komplett durch und ständig müde. Und da muss eben was getan werden. Tagespflege und Medikamente wären sicher erstmal ne Möglichkeit. Ich schau mal, dass ich das meiner Oma beibringe.

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Ja, leider kommt es oft zu Aggressionen, weil diese Menschen Angst haben. Sie sind sehr verunsichert, kommen nicht klar, weil sie ja spüren, daß sie nicht mehr sie selber sind. Es gibt Ehrenamtliche, die Angehörige entlasten. Sie sind sehr gut geschult, wissen, mit den Aggressionen umzugehen. Sie bringen Geduld und Zeit mit. Dein Uropa spürt ja eure Ablehnung. Das verstört und ängstigt ihn erst recht. Deiner Oma solltest du mit viel Liebe und Verständnis begegnen. Dann macht sie sich vielleicht langsam damit vertraut, daß ein Seniorenheim eine gute Lösung wäre. Doch wenn sie ihren Vater betreuen, pflegen mölchte, dann solltet ihr versuchen, Hilfe für sie zu bekommen. Ehrenamtlich. Erkundigt euch doch mal bei der Alzheimer-Gesellschaft, im Senioren-Büro, beim sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes.

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Wenn deine Oma damit klarkommt, dann ist es doch in Ordnung. Oft sind Menschen mit Alzheimer/Demenz nachtaktiv, das muß man akzeptieren. In guten Seniorenheimen gibt es Abteilungen für Menschen mit Alzheimer/Demenz. Dort können sie nachts sitzen, herumlaufen, miteinander reden. Du kannst dich bei der Alzheimer-Gesellschaft, der "Die Brücke" usw. informieren. Dann machst du deinerOma keine Vorwürfe mehr, sondern unterstützt sie. Hoffe ich... Bitte behandle deinen Ur-Großvater (und auch deine Oma) respektvoll. Die Würde des Menschen ist unantastbar, auch wenn ein Mensch nicht mehr so funktioniert, wie du es willst. Sie ist auch nicht verhandelbar. Deine Oma ist ein großartiger Mensch. Du kannst viel von ihr lernen. Möchtest du, daß dein Ur-Großvater ruhiggestellt wir...und dann dahinvegetiert? Würdest du das für dich wollen? Bitte informiere dich.

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Kommentar von Fofftein
25.01.2013, 23:06

Danke Wir betreuen meine Schwester (Alzheimer). Es tut gut, daß es Menschen gibt, die Menschen mit Alzheimer noch als Menschen sehen, nicht als Last oder Übel. Es ist nicht immer leicht. Aber es gibt immer wieder liebenswerte Momente, Sternstunden, die man nicht missen möchte. Nochmals "Danke"!

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Kommentar von Shinae
25.01.2013, 23:07

Es geht nicht darum, was ich will. Ich geh einfach davon aus, was besser für meine Oma, meinen Uropa und für die Umgebung ist. Fakt ist, dass mein Uropa gewalttätig ist und meiner Oma, die wie unten schon erwähnt gesundheitlich stark angeschlagen ist, mehr Arbeit macht. Es geht nicht nur um die oben genannten Kleinigkeiten, die er tut - wie gesagt die anderen Sachen hab ich in der anderen Frage bereits geschildert. Er tut viel mehr als das und das ist auch nicht gerade respektvoll gegenüber uns. Ich weiß, dass ihm das nicht bewusst ist, aber man kann doch das nicht einfach so 'gewähren' lassen und nichts dagegen tun. Ich will nicht vorwerfen oder bevormunden, sondern helfen und dafür sorgen das es besser ist.

Es gibt im Falle meines Uropas noch nicht mal 'gute' Zeiten. Er war in seinem ganzen Leben immer schon gewalttätig. Hat sogar seine Frau immer geschlagen und alles. Meine Oma hatte nur bedingt Kontakt mit ihm. Sie hat ihm Essen gebracht, wo er eben noch alleine wohnte. Außerdem halte ich es für menschenunwürdig, wenn sie noch nicht mal geduscht sind und rumlaufen wie - ich muss es leider so sagen - Penner. Meine Oma kann ihn nicht duschen etc. Diakonie kann ihn nicht zwingen.

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Kommentar von Tabu1976
26.01.2013, 23:25

Zitat Anfang: Möchtest du, daß dein Ur-Großvater ruhiggestellt wir...und dann dahinvegetiert? Zitat Ende

Liebes Hotkaeppchen, das war vielleicht vor 30 Jahren so. Da solltest DU DICH erstmal informieren, weiter unten kannst Du meinen Beitrag zum Thema Pharmakopsychiatrie lesen. Bitte informiere Dich bevor Du so einen Unsinnn schreibst. So was zu schreiben ist unverantwortlich.

Im Übrigen kann ich meine Zeilen hier nur wiederholen:

Insgesamt möchte ich noch einmal darauf hinweise dass die Gabe von Psychopharmaka nicht als „Strafe“ oder ähnliches ist. Die Medikamente werden eingesetzt um DEN MENSCHEN ZU HELFEN !!!

Wer schon einmal eine Panikattacke oder aus anderen Gründen Lebensangst oder einen Unruhezustand hatte, oder einfach nur einen lieben Menschen verloren hat, kann sich IN ETWA vorstellen, wie es ist, wenn Demenz-Patienten (oft panische) Angst und Unruhezustände haben - oder einfach nur den ganzen Tag traurig sind und keinen Antrieb haben.

Dem Betroffenen Medikamente vorzuenthalten - aus allgemeiner Ablehnung von Psychopharmaka (oder aufgrund einer Antwort einer Frage) – ist m.E. eine Körperverletzung die strafrechtlich geahndet werden muss !!

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viel gute oder weniger gute Ratschläge hier....

deine Opa gehört in die Behandlung eines Neurologen....

nicht nur das Umfeld leidet und dem OPa - sondern der OPa auch mit seiner Angst..

bitte dringend zum Neurologen ....

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Kommentar von Tabu1976
26.01.2013, 23:16

die einzig gute Antwort hier.

Der Demenzkranke braucht dringend eine Therapie mit Psychopharmaka. Und das kann am besten ein Facharzt für Psychiatrie und Neurologie.

Danke ischdem für den Beitrag !

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Sie kennt ihn besser als du. Wenn sie damit noch klar kommt würde ich ihr keine Vorschriften machen. Versuch ihr anders zu helfen.

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Kommentar von Shinae
25.01.2013, 22:49

Kommt sie eben nicht - ich hab das in der anderen Frage bereits näher erläutert. Hier hat das einfach insgesamt nicht mehr reingepasst um das alles mit einzubringen. Meine Oma ist selber gesundheitlich angeschlagen und sieht einfach nicht die Notwendigkeit, was dagegen zu machen - heißt aber nicht, dass es nicht notwendig ist.

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