Fragen zum Mittelalter, welche alle zu meinem Buch gehören?

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3 Antworten

mit einem Schwert durchbohrt wurde und keine wichtigen Organe beschädigt wurden, konnte man dann überleben? -Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass man es konnte?

Prinzipiell ja, wenn keine allzu großen Blutgefäße verletzt werden, sodass nicht die unmittelbare Gefahr des Verblutens besteht. Die größte Gefahr ginge dann vom Wundbrand / einer Blutvergiftung aus. Eine Entzündung wird es in jedem falle geben.

-Wie wurde medizinisch Vorgegangen?

Verbinden, ggf. nähen, Wunde ausbrennen, mit Honig desinfizieren...

-Wie lange dauerte die Vollständige Heilung?

Drei Monate.

-Was gab es damals schon alles für Ausrüstungen für das Pferd?

Sattel, Steigbügel Zaumzeug ähnlich wie heute, auch Hufeisen. Rüstung. Taschen hatten die Ritter eher weniger. Die Pferde der Knappen wurden damit vollgeladen, oder es kamen weitere reine Tragpferde mit.

 -Was gab es alles für Todesstrafen?

Ui, viele, viele. Und etliche sehr grausam zur Abschreckung. Die Art hing mit dem Verbrechen zusammen.

Enthaupten mit dem Richtbeil oder dem Richtschwert war die "edle" und humanste Methode und meist nur Adeligen vorbehalten. Mitunter, als "Gnadentod" wurde den Delinquenten der Giftbecher gereicht. Das war mitunter problematisch, da diese Hinrichtungsmethode als "Selbstmord" ausgelegt werden konnte - ein religiöses nicht zu unterschätzendes Problem.

Rädern war recht häufig. Hängen (damals sagte man noch Henken). Ertränken. Ausweiden und Vierteilen (für Königsmord und Hochverrat). Erdrosseln. Pfählen. Verhungern lassen. Verbrennen. Fast immer wird der Leichnam zur Abschreckung noch einige Zeit zur Schau gestellt, häufig in einer entwürdigenden Weise (z.B. Schädel aufgespießt). Nicht allein der Tod, sondern auch der lange Leidensweg dorthin war beabsichtigt.

 (Geht das auch, wenn man nur einem Befehl des Königs nicht befolgt?)

Wenn der König die Verweigerung als Verrat / Hochverrat auslegte, ja. Der Vasall ist dem Lehnsherr Lehnsdienstpflichtig. Verweigert er seinen Lehnsdienst (idR. ist das der Kriegsdienst), wird er lehnsbrüchig. Der König kann (versuchen) ihm das Lehen entziehen oder es auch auf Todesstrafe hinauslaufen lassen.

-Wurden im Krieg auch andere Burgen/Länder um Hilfe gebeten?

Wenn sie Verbündete waren, Freunde, Verwandte oder Vasallen oder Lehnsherren, ja.

-Welche Pferderassen waren für den Krieg beliebt?

Robuste, riesige Kaltblüter.

-Was gab es alles für Waffen?

Uff... alles mögliche. Wandelte auch alle paar Jahrzehnte, da die Militärtechnik sich ständig weiterentwickelte. Unter Rittern beliebt und häufig war das Langschwert, der Streitkolben, die Lanze.

Der Schild trat an Wichtigkeit im Hochmittelalter immer mehr zurück, je besser die Rüstungen wurden.

 -Und zu guter Letzt noch eure Meinung: Ginge es wenn eine Frau Herrführer wäre?

Das war eine sehr seltene Ausnahme (Jeanne D´Arc). Aber nicht rundheraus ausgeschlossen.

 

 

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Kommentar von kaltblueterin
27.06.2017, 18:53

Sehr gute Antwort, meine Hochachtung. Lediglich 

Robuste, riesige Kaltblüter.

Ist nicht ganz richtig, da die riesigen Kaltblüter viel zu ungelenk, zu behäbig und zu langsam sind. Es waren sog. Streit- oder Schlachtrösser, aus heutiger Sicht wohl ein schweres Warmblut, in welches Kaltblüter (mäßig) eingekreuzt wurden.

Sollte es dich interessieren:

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlachtross

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Kommentar von honeyjs
27.06.2017, 20:03

Ja, vielen Dank. Du hast mir wirklich sehr geholfen!!!

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das mittelalter ging nur bis zum 15. jahrhundert. danach kam die frühe neuzeit - und der 30jährige krieg.

vor allem die schlacht von lützen ist bedeutend. ich hab als kind ein tolles buch gehabt, wo historische pferdeschicksale beschrieben waren - allesamt sehr gut und detailreich recherchiert und spannend erzählt.

das buch hiess "auf dem rücken der pferde" - vielleicht ist es gebraucht irgendwo zu haben. die für dich interessante geschichte hiess "der braune von lützen"

vielleicht findest du in den berichten über den 30jährigen krieg ja noch mehr infos. wiki hat eine ganz gute seite und das folgende ist kurz, aber gar nicht schlecht:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/dreissigjaehriger-krieg-tausende-spuren-der-schlacht-bei-luetzen-entdeckt-a-757268.html

pferdeRASSEN gab es noch nicht. die pferde wurden einfach da eingezogen, wo jemand welche hatte. sie wurden entschädigungslos weggenommen.

was die wundheilung betrifft - es herrschten katastrophale hygienische zustände. wer die babyzeit überstand, war quasi überlebensfähig. gewaschen wurden menschen nur zweimal. direkt nach der geburt und wenn sie gestorben waren. nicht selten wurden wunden mit kuhdung "verbunden".

medizinisch wurde mit dem vorgegangen, was grade da war.

vollständig heilen war glückssache.

ausrüstung fürs pferd waren sattel, zaumzeug, satteldecke, steigbügel, zügel, teils eine kopfrüstung und ein brustharnisch fürs pferd.

wer dem befehl nicht folgte, war ein deserteur und faktisch tot. fusssoldaten waren häufig kinder und halbwüchsige bauernsöhne, die zum dienst gepresst wurden.

zu essen gab es hauptsächlich gerstenbrei, gerstengrütze und zusätzlich das, was sich bei den bauern plündern liess.

an waffen gab es knüppel, dreschflegel, messer, geschmiedete nägel, schwerter, lanzen, hellebarden, im 17. jahrhundert auch schon die ersten schusswaffen - steinschlosspistolen und sowas.

und burgherren hatten durchaus bündnisse mit den benachbarten burgherren.

grossen einfluss auf die kriegshandlungen hatte auch die kirche.

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Kommentar von honeyjs
28.06.2017, 06:15

Vielen Dank

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Die Medizin im Mittelalter war komplett unterentwickelt. Wichtige Dinge wie Desinfektion waren nicht bekannt. Damals wusste man noch nichts von der Existenz von Baktieren und Viren die Krankheiten und Infektionen verursachn. Auch das Penicilin war noch nciht bekannt. Durch eine blutvergifutng sind die Menschen auch teilweise an harmlosen Verletzungen gestorben.

Dinge aus Metall waren sehr teuer. Nur reiche Menschen konnte sich also ein Schwert oder ein Rüstung leisten.

Da Amerika noch nicht entdeckt war, gab es also auch keine Tomaten oder Mais. Die Menschen aßen meist Getreide. Naben waren Äpfel und Weintrauben bekannt. Fleisch war damals sehr teuer.

Damals gab es das Feudalsystem und Ständesystem. Freie Berufswahl gab es nicht, man wurde regelrecht in senien Stand und in sein Beruf hineingeboren. Die Bauern die waren Leibeigne und warhen zu Pachtzahlungen und Frondiensten verpflichtet.

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Kommentar von honeyjs
27.06.2017, 17:52

Danke😊

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