Fragen zu Leben des Galilei

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Dein erstes Zitat lehnt an der Argumentation Galileis für den Widerruf an: "Wer eine Stadt einnimmt" fällt kriegerisch in sie ein, handelt kopflos, riskiert feindliche Gegenwehr, Abwehr und Ablehnung bis hin zum eigenen Tod. Auf diese Weise kann das Wissen Galileis, seine neue Lehre (bzw. die durch Galileis Forschung legitimierte Beweiskraft des kopernikanischen Weltbildes) nicht nachhaltig in den Köpfen der konservativ geprägten Gesellschaftsmitglieder ("alte Zeit": Kirche, Adel, Großgrundbesitzer) Eingang/Einsicht finden. Hingegen setzt Galilei auf die Tatsache, das die Vernunft (auch wenn sie "in Zaum gehalten", also, im Akt des Widerrufs, zurückgehalten wird,) sich zweifellos durchsetzen wird. Dazu passt auch die rhethorische Frage "Schreitet die Wahrheit nicht laut?" - Vernunft und Wahrheit werden, auch wenn sie von fremder Macht kleingehalten und verleugnet werden, sich schlussendlich immer durchsetzen, "laut werden", d. h. von der Menschheit gehört werden. Darauf vertraut Galilei. Mit diesem Argument legitimiert er vor sich und der Gesellschaft seinen Widerruf. Entsprechend hält er es für richtiger, nicht im Moment der kirchlichen Gegenwehr für seine Sache (die Wahrheit) zu sterben, sondern lieber im Stillen beharrlich weiter an der Verbreitung der Wahrheit und der Vernunft zu arbeiten.

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