Fragen Jugendämter - näher und detaillierter - nach dem Grund einer Trennung oder stellt dies " Familienereignis " für sie nur ein Verwaltungsakt dar?

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4 Antworten

*Welche Schritte unternimmt das Jugendamt (noch), um die Familie mit väterlichem Bezug zu retten*

Ich verstehe diesen Satz nicht.

Wenn ein Mitarbeiter des Jugenamtes den Eindruck hat, dass da noch etwas zu retten ist, wird er das Ehepaar oder auch die ganze Familie zu einem Ehe- und/oder Familientherapeuten schicken. Die Mitarbeiter des Jugendamtes haben dafür selten die Ausbildung. Brauchen sie auch nicht, sie müssen aber wissen, wohin sie das strittige Paar vermitteln können. Und das tun sie auch oft.

Aber retten kann man nur etwas, wo noch eine Basis da ist. Es wird in einer Eheberatung/therapie nicht geschaut, wie es sein könnte, sondern es wird geschaut, wie es ist.

Eine Eheberatung/therapie ist darum keine Eherettungstherapie. Nicht selten wird aus der Eheberatung auch eine Scheidungsberatung. Und dann wird geschaut, wie man dem Paar helfen kann, so gut wie es geht aus der verlorenen Ehe herauszugehen. Damit es nicht zu einem schmutzigen Rosenkrieg kommt, unter dem die Kinder am meisten leiden.

Die Schuldfrage - schuld ist ja immer der andere - wird bei einer Eheberatung nicht gestellt. Auch nicht bei der Scheidungsberatung. Denn die Frage nach der Schuld eröffnet immer den Rosenkrieg. "du hast.. du bist...".  Verantwortlich für das Nicht-Gelingen einer Ehe sind immer beide. Es ist schon viel erreicht, wenn jeder für sich seinen eigenen Anteil an Verantwortung übernehmen kann. Solange mit dem Finger auf den Anderen gezeigt wird, ist nichts möglich.

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Warum sollte das Jugendamt nach dem Grund der Trennung fragen? Der ist doch nun wirklich Privatsache und hat absolut nichts mit dem Kind und dem Wohl des Kindes zu tun. Das Jugendamt schaut darauf, dass der Umgang mit beiden Elternteilen erhalten bleibt, so gut das möglich ist und auch, dass der Unterhalt der Kinder gesichert ist. 

Es geht um das Wohl des Kindes, dazu gehört auch der Kontakt zum Vater. Das Jugendamt ist  nicht dazu da, böse trennungswillige Mütter zu bestrafen oder sie zu zwingen, die Ehe aufrecht zu erhalten und schon gar nicht ist es dazu da, Männer von Unterhaltszahlungen zu befreien, denn darunter leiden die Kinder.

Sollen wir unsere Gesellschaft nun auch noch einteilen in gute Trennungskinder, wo ein wichtiger Trennungsgrund bestand und böse Trennungskinder, wo die Mutter fremd gegangen ist oder sich einfach getrennt haben ohne Einverständnis des Mannes und die Kinder zur Strafe ihr Essen erbetteln oder aus der Mülltonne fischen müssen zum Überleben?

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Kommentar von bachforelle49
12.08.2016, 16:23

nein, es geht nicht um Aufarbeitung einer Schmutzwäsche sondern, salopp formuliert, darum, ob man sich im wahrsten Sinne des Wortes eine Trennung überhaupt leisten kann - das wäre durchaus realistisch, wenns im Endeffekt doch nur um Geld geht -

grad um die Folgen von guten und schlechten Trennungskindern zu vermeiden, wäre das doch nachvollziehbar, wenn JA nachhakt

sonst reduziert sich Kindeswohl einzig auf pekuniäre Gewährleistung.. Häh?? Ist das Kindeswohl, wenn Papa mit Titel niedergemacht wird?? Ist mir zu hoch.. Wenn die Moral auf der Strecke bleibt, sollte eigentlich nicht auch das Kindeswohl drunter leiden.. Also hat ... fremd gehen vielleicht doch was mit Verantwortung zu tun?? (von wegen Schuldfrage..??!!) Ist Schuldfrage nicht stellen ein Freibrief für verantwortungslos agieren??

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Für den Unterhalt ist die Beistandschaft zuständig.

Die interessiert sich nur für die DDT und das Gehalt des Unterhaltsschuldners.



Für die Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Eltern ist der soziale Dienst zuständig.

Dort ist der Grund einer Trennung nicht wirklich von Belang, da er vergangen ist.

Wenn die Trennung natürlich mit Kindesmißhandlung o.ä. zu hat, dann kann es u.U. von Interesse sein.

Nicht zuständig ist das Jugendamt für die Paarebene der Eltern, nur von Interesse ist die Elternebene.

Es ist also völlig uninteressant, wer mit wem im Bett war und wer welche Gabel mehr gespült hat und wer welches Geld wann wo eingebracht hat.

Von Interesse ist, wer sich mit den Kindern beschäftigt hat.


Diese beiden Stellen haben nichts miteinander zu tun, es geht hier um völlig verschiedene Aspekte.

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Kommentar von bachforelle49
11.08.2016, 16:27

ich finde es mehr als verwerflich und bezeichnend für den Werteverlust unsere Zeit, wenn - sagen wir mal - mal eben so (einfach) zum Jugendamt gelaufen wird und rumgeheult wird usw...

und die Jugendämter fahren darauf ab.. (!), also die Behörden...

dieser Schritt muß und sollte immer ultima Ratio sein, wenn nichts mehr geht, der Vater also gewalttätig , ewiger Suff usw... also muß gecheckt werden, was Ambach ist, sonst geht's in die Hose (siehe Pänz leiden..)

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Es gibt keinen Schuldparagraphen mehr. Also ist Grund egal. Mancher netter Beamter wird dir vielleicht zuhören, aber es interessiert niemanden. Es sei denn, es geht um das Kindeswohl.

Aber auch der Vater hat Recht auf das Kind, je älter desto länger und mehr. da bei hilft auch das Jugendamt wobei am Ende will das Jugendamt keinen Konflikt, sondern dass sich die Eltern selber einigen.

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Kommentar von bachforelle49
11.08.2016, 16:57

was ist Kindeswohl ? wäre normalerweise Zuhören und Drauf Eingehen (nicht nur Geld) Im Prinzip wollt ich sagen, die haben ihren Beruf verfehlt, aber vielleicht liegts auch an der unterschiedlichen Interpretation des hehren Wortes Kindeswohl..

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