Frage zur Wärmeleitung (dämmstoff)

2 Antworten

Mit Wärmeleitung in der Fragestellung ist sicherlich der gesamte Wärmetransportvorgang gemeint.

Grundsätzlich muss der Wärmestrom eingegrenzt werden, um wenig Wärme nach außen zu leiten. Damit würden sich Dämmstoffe mit kleinen U-Werten gut eignen. Im Labor funktioniert das auch bestens, in der Praxis sieht das anders aus.

In der Praxis, gibt es neben dem Heizwärmestrom von innen nach außen, auch äußerliche Wärmeeinflüsse auf das Haus. Die Eidgenössische Material-Prüfanstalt der Schweiz in Zürich hat im Februar 1992 Temperaturmessungen an Fassaden durchgeführt (mal googeln). Da durch die Sonne Wärmestrahlung auf die Erde gesandt wird, welche Oberflächen direkt erwämt, entspricht die Lufttemperatur in der Regel nicht der Oberflächentemperatur von bestrahlen Flächen. So wurden an den Fassaden bei einer Lufttemperatur im einstelligen Minusbereich am Nachmittag Spitzenwerte von über 30°C gemessen. Die Sonne überträgt also auch im Winter eine nicht unerhebliche Wärmemenge. Durch die Fassadendämmung wird diese Energiemenge weitestgehend vom massiven, wärmespeicherfähigen Mauerwerk ausgeschlossen. Diese Energiemenge muss durch die Heizanlage zusätzlich bereitgestellt werden.

Nun muss jedoch irgendwo gedämmt werden. Da gibt es dann noch die Kerndämmung und die Innendämmung. Die Kerndämmung wird im zweischaligen Mauerwerk eingesetzt, wobei die äußere Mauerwerksschale die solare Energie nutzen kann und den Dämmstoff vor Witterungseinflüssen schützt. Der Dämmstoff solte jedoch nicht an der äußeren Mauerschale anliegen, da es hier bei Wetterumschwüngen zu Kondensatausfall kommen kann, was den Dämmstoff durchfeuchten kann.

Die Innendämmung wird oft abgelehnt, weil es die Taupunktproblematik im/am Außenmauerwerk verstärkt und es durch eingebundene Innenwände, Decken und Fußböden zu Wärmebrücken kommen kann. Hier muss dann ggf, gesondert gedämmt werden (Keildämmung).

Bei der bauphysikalischen Betrachtung der Innendämmung wird jedoch oft nicht berücksichtigt, dass durch eine Wandheizung die Probleme mit dem Taupunkt und der kühlen Ecken, welche durch die Keildämmung verhindert werden sollen, stark abgemildert, bzw. gänzlich behoben werden können. Wärme auf der Wandoberfläche verhindert nämlich das Eindringen von Feuchte in den Dämmstoff, da Wärme die Feuchtigkeit verdrängt.

Nun hat man also irgendwo an und/oder in der Wand leichte Dämmstoffe und schwerere statisch tragende Baustoffe, die auch wärmespeichernd wirken. Der ausgewogene Mix sorgt in der Praxis für geringe Heizkosten, was langjährige Energieverbrauchsanalysen ergeben haben.

1983 wurde in Holzkirchen an Versuchsräumen des Institutes für Bauphysik Stuttgart die Studie B-Ho 83-II erstellt (Auszugsweise: http://download.dimagb.de/docs/ibp/Z1953_1983_IBP_HoKi.pdf), wobei der Raum mit einer guten Wärmedämmung, aber auch mit wärmespeicherfähigen Eigenschaften den geringsten Heizenergieverbaruch aufwies und nicht der Raum mit dem besten U-Wert.

In der Studie betraf dies den Raum Nr.3 mit der Wand aus 49cm dicken Leichtziegelmauerwerk (Raumgewicht: 700kg/m³) mit dem U-Wert 0,46 W/m²K und den Raum Nr.4 mit dem Leichtziegelmauerwerk von 36,5cm Stärke und mit 6cm starker Innendämmung, wo die Wand einen U-Wert von 0,33 W/m²K bot.

Der Raum 4a, wo die Aussenwand den besten U-Wert von 0,16 W/m²K aufwies, hatte in etwa den gleichen Heizenergieverbrauch, wie der Raum 5 mit der Wand, die einen U-Wert von 0,32 W/m²K besaß. Damit benötigten die Räume 4a und 5 trotz besserer U-Werte mehr Heizenergie als die Räume 3 und 4 mit den schlechteren U-Werten.

Nun stellt sich die Frage, warum man die Außenwand mit diversen Schichten aufbaut, was unter Umständen die Kosten erhöht und bauphysikalische Nachteile mit sich bringt. Wäre es nicht sinnvoller, die Aussenwand aus einem Baumaterial zu mauern, um bestmögliche wärme- und feuchtetechnische und statische Eigenschaften zu bekommen?

Mit diesem Gedanken wurde von Paul Bossert ein Mauerwerk entwickelt, was aussen eine wärmespeichernde schwere Ziegelschicht (1800kg/m³) bietet und innen eine wärmedämmende leichtere Ziegelschicht (600kg/m³) beinhaltet. Beide Schichten sind innerhalb des Mauerwerks nach den Verbandsregeln für eine sehr gute Statik miteinander vermauert. Durch Kalkverputze bekommt die Wand beste Entfeuchtungseigenschaften.

Mit diesem, sehr lange haltbarem Mauerwerk sind bei bestem Feuchteverhalten der Räume (geringe Luftfeuchten) reale (keine berechneten) Heizenergieverbräuche von umgerechnet 5-8l Öl pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr zu erreichen.

Nun stellt sich für den Leser die Frage, da das Passivhaus nur umgerechnet 1,5l Öl/m² im Jahr verbrauchen darf, bzw. sollte, wo denn der Vorteil sei.

Zum einen wird das Ziegelhaus die längere Dauerhaltbarkeit mit den geringeren Folgekosten im Erhalt haben (da der Ziegelstein auch beste Entfeuchtungseigenschaften besitzt), zum zweiten den besseren sommerlichen Hitzeschutz und nicht zuletzt den geringeren apparativen Aufwand für die Sicherung der Behaglichkeit im Haus.

Hier der Link zu Bosserts Mauerwerksvariante:

http://www.fewb.de/info/download/Bossert_Mauerwerksvariante_7.pdf

Auf der letzten Seite gibt es den Vergleich mit vier anderen Wandaufbauten. Wichtig ist neben den Gesamtkosten innerhalb von 50 Jahren (letzte Zeile), auch der Feuchtehaushalt (mittlere Raumluftfeuchte) und die Sorption/Diffusion. Nur trockene Baustoffe dämmen über Jahrzehnte hinweg gut. Es nützt keine Mineralwolle, die innerhalb von 10-20 Jahren aufgefeuchtet ist und keinen Dämmwert mehr besitzt, ebenso die Schaumkunststoffe, die bei Brand eine Lebensgefahr für den Bewohner darstellen.

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Mit Wärmedämmung - genau wie im anderen Beitrag auch ;-)

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