Frage zur Multiversums-Theorie?

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4 Antworten

Die Paralleluniversen ( Parallelwelten ), von denen du sprichst, sind Welten im Sinne einer Theorie von Hugh Everett III.

An sie aber glauben nur einige wenige Physiker - und es sind deswegen so wenige, weil es kein einziges Anzeichen dafür gibt, dass Parallelwelten in diesem Sinne wirklich existieren.

Welchen Unsinn so mancher dieser wenigen Physiker über die Möglichkeit solcher Parallelwelten und darin existierender Versionen von uns selbst verbreitet, aber auch, wie es denn überhaupt zu Everetts Theorie kam, lies bitte nach in https://ggreiter.wordpress.com/2014/09/24/der-kollaps-der-wellenfunktion-allzu-oft-missverstanden/ .

Nebenbei noch: Everett ging nicht davon aus, dass seine Welten an unterschiedlichen Orten existieren würden: Seiner Meinung nach existieren sie alle als unterschiedliche Versionen unserer Welt unsichtbar überall dort, wo auch unsere Welt existiert. Jedes Quantenereignis in einer dieser Welten (darunter auch unserer) - so Everetts Vorstellung - ersetzt sie durch ebenso viele neue Welten wie es unterschiedliche Möglichkeiten für das Ergebnis des Quantenereignisses gibt. 

Da Quantenfluktuation in jedem noch so kleinen Zeitintervall beliebig viele virtuelle Teilchen erzeugt (es sind dies extrem kurzlebige), würde - wenn Everetts Theorie zuträfe - unsere Welt in jedem noch so kleinen Zeitintervall durch Milliarden von Versionen ihrer selbst ersetzt (durch Welten also, deren jede sich von unserer zunächst mal nur extrem wenig unterscheiden würde).

http://greiterweb.de/spw/Hugh-Everett-Viele-Welten-Theorie.htm .

grtgrt 09.06.2016, 18:50

Nebenbei noch:

Everett selbst hat das Wort "Parallelwelten" nie gebraucht. Everett sprach zunächst nur von "relativen Zuständen", seine Interpretation bezeichnete er als Correlation Interpretation, er verstand sie als Metatheorie zur Quantenmechanik.

Später hat dann Bryce DeWitt diese "relativen Zustände" (Möglichkeiten für das Ergebnis einer Messung) als "viele Welten" bezeichnet.

Vor allem Autoren von populärwissenschaftlichen Schriften haben den Begriff "viele Welten" dann aber sehr schnell allzu wörtlich genommen. Und so entstand das weit verbreitete Missverständnis, dass Everetts Theorie eine Theorie von "Parallelwelten" (oder gar eine Muliversums-Theorie) sei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Viele-Welten-Interpretation

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Es gibt natürlich ganz verschiedene Theorien zu diesem Thema, bei denen mit jeder Entscheidung ein neues Universum entsteht.

Aber ich finde die Vorstellung einfacher, dass mit jeder Entscheidung eine neue Zeitachse in unserem Universum entsteht, wie die Theorie  "A UNIVERSE OF 10 DIMENSIONS" besagt (http://www.universetoday.com/48619/a-universe-of-10-dimensions/), so könnte man die Multiversums-Theorie, jeden falls wie du sie beschreibst, mit der 5 Dimension definieren. Hier wäre es theoretisch möglich.

Die 4. Dimension ist die Raumzeit, sie fühlt sich für uns wie eine gradlinige Bewegung an. Ausgangszustand (Urknall oder "du stehst morgens auf") bis Endzustand (mögliches Ende unseres Universums oder "du gehst ins Bett"). Man könnte sie also mit einer Linie zwischen 2 Punkten darstellen. Jedoch könntest man aber, wenn man das Bsp. mit dem Aufstehen und ins Bettgehen nimmt, den Endzustand (in einem Zeitintervall) auch als "du gehst noch nichts ins Bett" definieren. 

Es entsteht also eine neue Zeitachse, die sich abspaltet. Dies könnten natürlich beliebig viele sein, da es beliebig viele Endzustände gibt. Am Ende hat man also ein riesiges Abzweigungssytem, wie eine Wurzel. Dies ist die 5. Dimension. Würde man eine Abzweigung in der 5. Dimension jetzt zu einer anderen falten (es entsteht die 6. Dimension) könnte man natürlich nur reimtheoretisch zwischen den Zeitachsen hin und her reisen. 

(Die Zeitachsen könntest du mit deinen Paralleluniversen gleichsetzten, würde das gleiche Prinzip bleiben. Auf der einen wärst du vielleicht Millionär und auf der anderen könnten wir vielleicht schon in eine andere Galaxie reisen)

Es gibt mehrere Theorien zu Multiversen, also keine "Multiversums-Theorie". Logischer Weise liegen universe von einander getrennt in ihrer Existenz, weswegen wir nicht gezielt auf eines zugreifen können. Was möglich ist, ist zum Beispiel das zwei Universum kollidieren. Wie aber bereits erwähnt gibt es dazu keine Bestätigung, die Theorien kann man weder gut verifizieren, noch falsifizieren.
Das bei jeder Bifurkationen (Entscheidung) ein neues Universum entsteht ist aus zwei Gründen nicht nötig. Nummer 1: zum Beispiel könnte jede Entscheidung g schon längst in einem Universum getroffen sein, und du durchlebst das jetzige.
Nummer 2: allgemein braucht man das nur, wenn man von einem deterministischen (vorherbestimmt) Weltbild ausgeht, was nicht zwingend der Fall ist.

Wie gesagt, das sind äußerst ungeklärte fragen über die wir nicht viel sagen können..

es gibt ja keinen beweis für die theorie, weshalb es auch keine anhaltspunkte für die erreichbarkeit gibt.

mit dem momentanen wissen ist es unmöglich.

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