Frage zur Krankenversicherung GKV als Selbstständiger?

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3 Antworten

Müssen wir uns jeder einzeln bei der GKV anmelden oder nur einmal?

Kommt drauf an.

Familienversicherung für dich über deine Eltern setzt voraus, dass du noch keine 23 bist und nicht mehr als 425,- € im Monat an Einkommen generierst.

Bin ich dann mitversichert? Sind nicht verheiratet!

Ohne Hochzeit besteht kein Anspruch. Auch hier gelten wieder 425,- € im Monat als Höchstgrenze.

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Hauptberuflich Selbständige verdienen 4.350,- € im Monat, wenn sie kein niedrigeres Einkommen nachweisen (Einkommensteuerbescheid).

Bei der PKV ist klar aber bei der GKV wird doch die Familie versichert oder habe ich was falsch verstanden?

Nicht für ewig – oder sind dein Vater bzw. deine Mutter über ihre jeweiligen Eltern „familienversichert“? Es gibt da eben genau festgelegte Grenzen. Sobald du als Jugendlicher in eine Lehre gehst und mehr als 425 € verdienst, wirst du krankenversicherungspflichtig und dein AG meldet dich an!

Sofern deine Mutter nur Hausfrau ist und keine eigenen Einkünfte hat, wird sie über deinen Vater mitversichert, weil sie verheiratet sind!

Da dein Vater und du auch in der Selbständigkeit beide über 425 € an Einkünften haben werdet, seid ihr beide krankenversicherungspflichtig und werdet jeweils getrennt veranlagt!

Von einer PKV rate ich dringend ab! Gründe:

  1. Vieles, was man als Versicherter an Leistungen der GKV erhält, wird nicht immer so von einer PKV unbedingt geleistet!
  2. In der GKV gibt man beim Arzt einfach seine Versichertenkarte ab und der Arzt weiss, was er abrechnen kann und darf! Es müssen – sofern du nicht gerade Igel-Leistungen wünschst – keinerlei Rechnungen bearbeitet werden!
  3. Als Selbständige müsst ihr die Monatsbeiträge einer PKV immer bezahlen und die werden je nach Eintrittsalter steigen!
  4. Bezüglich einer PPV müsst ihr als Privatpatienten die Rechnungen vorlegen und dann ist es mehr als unsicher, ob ihr ebenso zügig eingestuft werdet wie GKV-ler!
  5. Bei Heil- und Hilfsmitteln kann es ebenfalls plötzlich zu unerwarteten Minderleistungen kommen.
  6. Jede Arzt-, H&H- oder Apothekenrechnung muss man bearbeiten – auch wenn man ggf. mehrere Positionen gleichzeitig einreichen kann!
  7. Bei teureren H&H-Mitteln, Zahnbehandlungen o.ä. sollte man einen Kostenvoranschlag einreichen …
  8. Man weiss nie, wie sich dein Leben und das deines Vaters entwickeln wird …
  9. usw etc pp …

Bezüglich deiner Freundin würde eine „Familienmitgliedschaft“ nur greifen, wenn ihr verheiratet wärt und sie nur geringfügige Einkünfte hätte – s.o.!

Apolon 01.07.2017, 13:24

@Wolfgang1956,

ich rate hier auch von der Absicherung über die PKV ab.

Allerdings sind deine Hinweise größtenteils völliger Quatsch.

zu 1, bei den meisten Tarifen in der PKV, werden mehr Leistungen bezahlt, als in der GKV.

zu 2, weiß der Arzt auch welche Beträge er ansetzen darf. Steht alles in der GOÄ, bzw. in der GOZ.

zu 3, in der PKV werden die Beiträge nach Eintrittsalter und Tarif bezahlt.  In der GKV dagegen nach den Einkünften und dies bedeutet, dass ein GKV Versicherter in den meisten Fällen mehr zahlt als in der PKV.

zu 4, als PKV Versicherter muss man lediglich die Medikamente die man in der Apotheke erhält vorlegen.  Alle anderen Rechnungen kann man erst bei der PKV einreichen und nach Erhalt der Beträge an die Ärzte zahlen.

zu 5, in der PKV werden meist mehr Leistungen gezahlt als in der GKV

zu 6, der Versicherungsnehmer bearbeitet keine Rechnungen.  Er trägt sie lediglich in einer Liste ein und schickt sie per Email oder Fax an den Versicherer.

zu 7,  ein Kostenplan ist bei der GKV immer erforderlich. Bei der PKV in manchen Tarifen nicht notwendig.

zu 8, völlig richtig, und daher sollte man die Differenzbeträge GKV-Beitrag abzüglich PKV-Beiträge in eine Altersversorgung ansparen. Bei einem Selbständigen würde sich eine Basis-Versicherung lohnen, da hier noch Steuerersparnisse berücksichtigt werden. Und mit dieser Altersversorgung kann man dann im Rentenalter seine PKV-Beiträge zahlen.

zu 9, Fazit der Geschichte - eine PKV sollte man wenn die mtl. Einkünfte passen (Netto-Einkommen ab 4.000 € bei einem Selbständigen) immer vorziehen. Die Beiträge sind günstiger, die Leistungen umfangreicher, einen Arzttermin bekommt man sofort und muss nicht Tage/Wochen warten.  Und mit den angehäuften Ersparnissen kann man im Rentenalter seine Beiträge zahlen.

Gruß Apolon

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wolfgang1956 01.07.2017, 14:19
@Apolon

zu 1, bei den meisten Tarifen in der PKV, werden mehr Leistungen bezahlt, als in der GKV.

Stimmt so nicht! Bei der PKV kann ein Arzt nach GOÄ abrechnen, leistet deswegen aber nicht unbedingt mehr wie für einen Kassenpatienten!

zu 2, weiß der Arzt auch welche Beträge er ansetzen darf. Steht alles in der GOÄ, bzw. in der GOZ.

Nichts anderes habe ich geschrieben!

zu 3, in der PKV werden die Beiträge nach Eintrittsalter und Tarif bezahlt.  In der GKV dagegen nach den Einkünften und dies bedeutet, dass ein GKV Versicherter in den meisten Fällen mehr zahlt als in der PKV.

Du und dein Halbwissen!

Wenn man älter wird, steigen die Beiträge in der PKV! Insbesondere entfallen im Rentenalter die AG-Anteile! Da zahlen Versicherte in der PKV immer mehr als die in der GKV!

zu 4, als PKV Versicherter muss man lediglich die Medikamente die man in der Apotheke erhält vorlegen.  Alle anderen Rechnungen kann man erst bei der PKV einreichen und nach Erhalt der Beträge an die Ärzte zahlen.

Falsch!! Als privat Versicherter hast du zunächst einen Vertrag mit deinem Arzt oder einem anderen Leistungserbringer. Wie auf beinahe jeder Rechnung zu lesen ist, sind die Leistungen sofort zu erbringen. Wenn die Ärzte einem hier und da 4 … 6 Wochen Zeit lassen, ist es deren Kulanz! Was die PKV mit ihrem Versicherten abrechnet, steht auf einem ganz anderen Blatt!

Was machst du denn, wenn die Kasse sagt, Leistungen nach Punkt xyz werden nicht bezahlt und der Arzt trotzdem seine erbrachten Leistungen bezahlt haben will?

zu 5, in der PKV werden meist mehr Leistungen gezahlt als in der GKV

Stimmt nicht, das ist doch vertragsabhängig! Ja wo hast du denn gelernt?

zu 6, der Versicherungsnehmer bearbeitet keine Rechnungen.  Er trägt sie lediglich in einer Liste ein und schickt sie per Email oder Fax an den Versicherer.

Der Versicherer braucht die Originalrechnungen! Wie soll sonst sichergestellt werden, dass du deine Rechnung nicht noch an anderen Stellen einreichst?

zu 7,  ein Kostenplan ist bei der GKV immer erforderlich. Bei der PKV in manchen Tarifen nicht notwendig.

Dein Wort in Gottes Ohr. Wenn das Krankenhaus oder ein Facharzt für einen GKV-Patienten Heil- oder Hilfsmittel verordnet, werden die bis auf die Verordnungsgebühr einfach bezahlt. Ob das so für PKV-Patienten der Fall ist, bezweifle ich sehr! Häufig sind diese Leistungen für PKV-Patienten teurer.

Denn Zahnarzt lasse ich mal aussen vor. Da müssen beide für Großbaustellen einen Kostenplan einreichen!

zu 8, völlig richtig, und daher sollte man die Differenzbeträge
GKV-Beitrag abzüglich PKV-Beiträge in eine Altersversorgung ansparen. Bei einem Selbständigen würde sich eine Basis-Versicherung lohnen, da hier noch Steuerersparnisse berücksichtigt werden. Und mit dieser Altersversorgung kann man dann im Rentenalter seine PKV-Beiträge zahlen.

Was ist das denn für ein Stuss? Erst lobst du die günstigen Beiträge bei der PKV und dann soll man die Differenz zu „teuren GKV“ zurücklegen und Rücklagen bilden, damit man sich die PKV auch als Rentner leisten kann? Merkst du eigentlich, was du für einen Nonsens verbreitest?

zu 9, Fazit der Geschichte - eine PKV sollte man wenn die mtl. Einkünfte passen (Netto-Einkommen ab 4.000 € bei einem Selbständigen) immer vorziehen. Die Beiträge sind günstiger, die Leistungen umfangreicher, einen Arzttermin bekommt man sofort und muss nicht Tage/Wochen warten. Und mit den angehäuften Ersparnissen kann man im Rentenalter seine Beiträge zahlen.

Mein Fazit: Gäbe es keine PKV, würden die Ärzte einen Patienten nach dem anderen behandeln, wie das häufig in Hausarztpraxen üblich ist und zunehmend auch in Facharztpraxen üblich wird. Dieses Getue in dieser Zweiklassen-Medizin hätte dann ein Ende.

Inwieweit die Leistungen tatsächlich „umfangreicher“ sind, kann wohl nur ein Arzt selbst beurteilen. Das einzige was für Versicherte einer PKV umfangreicher ist, sind die Rechnungsbeträge, weil der Arzt mehr abrechnen kann!

Zu den „Ersparnissen“ möchte ich mich nicht wiederholen!

Private Krankenversicherungen hätten seitens des Staates gar nicht erst eingeführt werden dürfen. Wie bei vielen anderen Versicherungen auch, ist man doch als Versicherter häufig eher verunsichert, wenn man Leistungen seitens der Versicherer erwartet, die dann auf Grund irgendwelcher Hintertürchen dann nicht erbracht werden! Aber ebenso wie man als kranker Patient Laie bezüglich seiner Krankheiten ist, ist man dies häufig auch bezüglich der zahlreichen anderen Versicherungsverträge!

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FordPrefect 03.07.2017, 09:02
@wolfgang1956

Private Krankenversicherungen hätten seitens des Staates gar nicht erst eingeführt werden dürfen.

Es gibt gute Gründe für und gegen jedes Versicherungssystem. Das perfekte System gibt es nicht - aber in D hat man zumindest die Wahlfreiheit (sofern man die Bedingungen erfüllt). Insofern ist diese Aussage deinerseits Unsinn. Man könnte auch sagen, der Staat hätte die GKV nie einführen dürfen - und läge damit ebenso falsch.

NB.: Der Kernpunkt der PKV ist nicht, Beiträge zu sparen, sondern sich einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz nach Gusto und Bedarf zusammenstellen zu können. Das ist in jungen Jahren logischerweise günstiger als im Alter, weswegen das Kostenargument auch sinnlos ist. Dafür steigen die Beiträge auch weiter an, wenn man älter wird, statt - wie in der GKV (politisch motiviert!) - gedeckelt zu sein.

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wolfgang1956 03.07.2017, 18:46
@FordPrefect

Es gibt gute Gründe für und gegen jedes Versicherungssystem. Das perfekte System gibt es nicht - aber in D hat man zumindest die Wahlfreiheit (sofern man die Bedingungen erfüllt). Insofern ist diese Aussage deinerseits Unsinn.

Und was spricht konkret gegen eine Bürgerversicherung? Wer glaubt, dass er ein „Mehr“ und ein „Besser“ an Leistungen braucht, kann diese Leistungen ergänzen.

Einfach mal drüber nachdenken und nicht gleich die Keule mit dem „Unsinn“ auspacken!

Man könnte auch sagen, der Staat hätte die GKV nie einführen dürfen - und läge damit ebenso falsch.

Das kann man nicht sagen, weil die GKV zu Zeiten eines Bismarck eingeführt wurde, damit die hart arbeitenden Menschen überhaupt Zugang zu medizinischer Versorgung bekamen. Sowas kann wohl kein „Unsinn“ sein!

Der Kernpunkt der PKV ist nicht, Beiträge zu sparen, sondern sich einen maßgeschneiderten Versicherungsschutz nach Gusto und Bedarf zusammenstellen zu können.

… um dann jedes Mal auf die finanzielle Schnute zu fallen, weil doch ausgerechnet der zur Abrechnung anstehende Fall nicht dem „maßgeschneiderten Versicherungsschutz“ entspricht!

Das ist in jungen Jahren logischerweise günstiger als im Alter, weswegen das Kostenargument auch sinnlos ist.

Genau, Kosten ignorieren und sich im Alter über Kosten ab 1000 € aufwärts wundern!

Dafür steigen die Beiträge auch weiter an, wenn man älter wird, statt - wie in der GKV (politisch motiviert!) - gedeckelt zu sein.

Gerade mit dem Satz widersprichst du dir doch selbst! Die Jungen privat Versicherten werden mit Billigtarifen geködert und wenn sie dann in das Alter der Zipperlein kommen, können sie die Beiträge nicht leisten.

Dann ist doch der Gedanke der Solidargemeinschaft bei der GKV irgenwie versöhnlicher …

Anbei noch ein paar Zeitungsartikel zu dem Thema, weil es im Alter viele in der Kostenfalle der PKV trifft:

http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/private-krankenversicherung--ist-das-system-am-ende-7270448.html

http://www.stern.de/wirtschaft/versicherung/private-krankenversicherung-fuer-beamte--beihilfe-kostet-milliarden-7275338.html

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Jeder muss sich überall selbst versichern....bei Familien gibt es Familienversicherungen

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