Frage zur Krankenkasse ob Pkv oder Gkv

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3 Antworten

Damit wirst du nicht lange durchkommen. Die "Gestaltung" des Nebenverdienst auf 451,00 € fällt in der Krankenkasse sehr schnell jemandem auf. Dann hast du schneller eine Betriebsprüfung als du denken kannst.

Auch dein "Arbeitgeber" kann sich darauf gefasst machen

Was für ein blödsinniger Kommentar. Betriebsprüfungen haben damit schon mal rein gar nichts Zutun.

  1. wird hier weder gesetzwidrig noch bewusst falsch gehandelt.

Ich bin vom Arbeitgeber nur auf 451€ beschäftigt. Dafür kann ich schonmal nichts. Habe aber auch die Wahl Möglichkeit nur im Minijob Bereich zu arbeiten. Den weiteren Lebensunterhalt verdien ich mit der Selbständigkeit. Wo bitte schön soll ich nicht lang mit durch kommen?

Mein Finanzbeamter beschwert dich jedenfalls nicht. Also blödsinnige Antwort!

Deine Antwort beantwortet meine Frage daher leider nicht.

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Nun die Frage: Lohnt sich steuerlich und wirtschaftlich eher pkv (somit teilzeit unter 450€ fahren und in Minijob übergehen und gesetzliche abwählen dank Selbständigkeit).

  • Wie viel Gewinn entnimmst du deiner Selbständigkeit?
  • Hast du weitere Einkünfte, die eine schlechte Geschäftslage abfedern könnten?
  • Wie ist dein Alter und dein Gesundheitsstatus? Vielleicht will keine PKV dich, weil du ein zu hohes Risiko darstellst, daran mal gedacht?

Wie würdet ihr verfahren?

Zahlen auf den Tisch und den Exptern konsultieren (Versicherungsmakler z.B.).

Die pkv würde mir teurer kommen monatlich, wäre steuerlich aber besser absetzbar, wenn ich das richtig sehe.

Nein siehst du nicht und zwar aus 2 Gründen.

  1. Gibt es keine Steuersätze von 100% oder mehr. Wer mehr Kosten hat, hat auch IMMER weniger in der Tasche
  2. Sind in der PKV nur die Beitragsteile absetzbar, welche auf die Leistungen entfallen, die dem Leistungskatalog der GKV in etwa entsprechen. Hast du also einen Tarif der 400,- € im Monat kostet und 100,- € davon fallen auf GKV ähnliche Leistungen, kannst du auch nur die 100,- € als Sonderausgabe ansetzen.

(Grenzsteuersatz steigt mit Lohn, was im Gegenzug zu Minijobs nicht wäre).

Wenn Minijob pauschal versteuert ist, ist dies korrekt.

ABER

gleicher Einwand, es gibt keine Steuersätze von 100%. Mehr Brutto heißt immer auch mehr Netto. Ich z.B. habe einen Steuersatz von 45% mittlerweile. Das ist auch ein Statussymbol.


Du hast eine Sache komplett außen vorgelassen drum spreche ich sie an. Ob es zutrifft kann ich nicht sagen, da du zu Arbeitszeit und Gewinn deiner Selbständigkeit keine Angaben machst. Es geht um das sog.

Statusfeststellungsverfahren

Wenn deine Selbständigkeit finanziell und zeitlich überwiegt, bist du an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr versicherungspflichtig in der GKV, selbst wenn du mehr als 450,- € p.M. verdienst.

Das würde deinen Arbeitgeber sicher freuen, dann kann er sich die Beiträge zu deiner Kranken- und Pflegeversicherung sparen. Es ist in deinem eigenen Interesse hier Rechtssicherheit zu schaffen, bevor die Kasse es tut. Beiträge können 4 Jahre rückwirkend nachgefordert werden, bei einem Beitragsbescheid sogar 30 Jahre lang.

Im Moment ist alles eher am Anfang. Heißt, die Selbständigkeit überwiegt noch nicht, da hohe Kosten angefallen sind. Jedoch sind diese auch irgendwann mal abgeschrieben, also man wird in die Gewinnzone rutschen.

Nur, besteht Aussicht, dass ich nächstes Jahr auf 900€ brutto beschäftigt werde, also die Gleitzone verlasse.

Ich möchte die Tätigkeit als Arbeitnehmer aufjedenfall beibehalten, da sie mir finanzielle Sicherheit bietet.

Ich denke, dass trotzdem mir die gkv günstiger kommt nachdem ich hier alles gelesen habe.

Bei einem preisvergleich der pkv geht es erst mit 300 € los.

Zudem wird's im alter sehr teuer. Und die gkv bietet mir hier mehr finanzielle Sicherheiten.

Ich tendiere eher zur gkv.

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@altaso
Bei einem preisvergleich der pkv geht es erst mit 300 € los.

Die Preise der GKV, welche Internetportale oder Vergleichsrechner ausspucken geltend auch nur für kerngesunde Menschen.

Kerngesund ist jemand, der in den letzten 3-10 Jahren keinerlei Befunde und Behandlung, weder ambulant noch stationär hatte. Alles andere kann u.U. zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder Ablehnung führen.

Heißt, die Selbständigkeit überwiegt noch nicht

Dann hast du zur Zeit ohnehin keine Wahlmöglichkeit, so dass ich die Frage (noch) nicht stellt. Du bist versicherungspflichtig in der GKV bis

  • besagtes Statusfeststellungsverfahren zu dem Ergebnis kommt, dass deine Selbständigkeit Mittelpunkt deines Erwerbslebens ist oder
  • du als Arbeitnehmer weniger als 53.550,- € im Jahr brutto verdienst.

Viel Erfolg!

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@kevin1905

Hallo kevin1905,

hier ist ein kleiner Tippfehler reingeraten:

Die Preise der GKV, welche Internetportale oder Vergleichsrechner ausspucken, gelten auch nur für kerngesunde Menschen. Kerngesund ist jemand, der in den letzten 3-10 Jahren keinerlei Befunde und Behandlung, weder ambulant noch stationär hatte. Alles andere kann u.U. zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder Ablehnung führen.

Es ist natürlich die PKV gemeint. Nur zur Klarstellung, damit niemand irritiert ist.

Gruß

RHW

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Hallo,

wenn die Selbständigkeit nebenberuflich ist, sind die Beiträge zur Kranken- und Pfegeversicherung nur aus der Arbeitnehmertätigkeit zu bezahlen (Ausnahme: wenn bereits eine Rente, Betriebsrente, Lebensversicherung etc. bezogen wird).

Wenn die Selbständigkeit hauptberuflich ist, sind die Beiträge zur Kranken- und Pfegeversicherung aus allen Bruttoeinnahmen (auch z.B. Miete und Zinsen) zu bezahlen. Es gilt ein Mindestbeitrag von 352euro monatlich (in besonderen Fällen von 234 Euro). Der Zuschuss des Arbeitgebers zur Kranken- und Pflegeversicherung entfällt dann.

Die Krankenkasse prüft, ob eine Selbständigkeit haupt- oder nebenberuflich ist.

Nur wenn man hauptberuflich selbständig ist, kann man zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) wählen.

Wenn man sich für die private Krankenversicherung (PKV) entscheidet, kann man als Selbständiger (fast) nie mehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückkehren.

Entscheidend ist daher nicht, wo es im Moment am günstigsten ist, sondern wie man am besten lebenslang versichert ist. Das heißt, es ist erforderlich alle späteren möglichen Veränderungen mit in den Vergleich einzubeziehen, z.B. "Gründung einer Familie" und Verringerung/Wegfall der Einnahmen.

Auch bei folgenden Änderungen bleibt man in der PKV:

Insolvenz, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, späteres (Zweit-)Studium, Frührente wegen Erwerbsminderung, Altersrentner, Elternzeit/Hausmann, Auszeit wegen Kindererziehung -> in diesen Fällen sind die PKV-Beiträge in unveränderter Höhe weiterzuzahlen.

Die Leistungen für die Kinder sind in der PKV oft auf die Tarife für die Eltern begrenzt. Hier sind unter dem Suchbegriff "PKV" viele Erfahrungen betroffener Eltern vermerkt:

rehakids.de/phpBB2/forum21.html

Man sollte alle gefragten Punkte zum Gesundheitszustand und bisherigen Krankheiten/Beschwerden im PKV-Antrag zu 100% beantworten. Migräne können z.B. auch Hinweise auf schwerwiegende Erkrankungen sein, die erst später erkannt werden. Vielleicht ist dieser Link hilfreich:

.test.de/versicherungen/tests/Formulare-der-Privaten-Krankenversicherer-Diagnose-unklar-1669604-1669862/

Wer seit Jahren ein "Gesundheitstagebuch" führt, ist im Vorteil. Vergessene Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Husten etc. können fatal sein.

Bei den Leistungen sollte man neben vielen anderen besonders auf folgende Punkte achten:

• Reha/Kur (z.B. nach Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Unfällen ...): Oft gibt es in PKV-Verträgen einen festen Euro-Tagessatz. Was bedeutet das dann in 30, 40 oder 50 Jahren bei der Erstattung eingereichter Rechnungen?

• Hilfsmittel: Katalog der GKV:

hilfsmittel.gkv-spitzenverband.de/hmvAnzeigen_input.action

Hilfsmittel erreichen schnell 4- und teilweise 5-stellige Beträge.

• Psychotherapie (Anzahl und Erstattungshöhe)

• Heilmittel (z.B. Krankengymnastik, Sprachtherapie, Ergotherapie), z.B. nach Schlaganfall

-> Heilmittelarten und Erstattungshöhe

In der PKV werden Leistungen, soweit sie das medizinisch notwendige Maß nicht übersteigen, erstattet. Was notwendig ist, prüft die Versicherung, wenn man Rechnungen einreicht. Der Leistungserbringer hat aber trotzdem einen Anspruch auf Vergütung. Im Übrigen werden - je nach Tarif - oft nur anerkannte Methoden erstattet.

§5 Absatz 2 und § 4 Absatz 6 PKV-Musterbedingungen:

.pkv.de/recht/musterbedingungen/mbkk2009.pdf

Wenn man im Krankheitsfall Probleme mit einem PKV-Unternehmen hat, kann man praktisch nicht mehr wechseln. Jede andere Versicherung wird einen voraussichtlich wegen der Erkrankung ablehnen (oder gravierende Risikozuschläge erheben). In der GKV sind die anderen Krankenkassen verpflichtet, einen aufzunehmen, und man hat ab dem 1. Tag den vollen Leistungsanspruch (ohne Zuschläge).

Vielleicht interessante Links (3x "w" ergänzen"):

focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/tid-5429/krankenversicherung-zehn-irrtuemer-ueber-die-privatenaid52165.html

bundderversicherten.de/app/download/BdV-PKV-Broschuere.pdf

.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2011/1114/00_pkv.jsp

pkv-ombudsmann.de/

(unter Tätigkeitsberichte sind häufige Beschwerden von PKV-Versicherten aufgelistet)

Man kann PKV-Experten auch eine Testfrage stellen: "Kann man nach der Selbständigkeit als Arbeitsloser wieder in die GKV zurück?" Wenn die Antwort "ja" lautet, hat der "Experte" noch den Stand von 2008. Seit 1.1.2009 gilt folgende Regelung:

.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__5.html-> Absatz 5a

Die Entscheidung hat vermutlich lebenslange Auswirkungen und sollte daher genauso gründlich wie z.B. ein Hauskauf angegangen werden.

Viel Erfolg bei der richtigen Entscheidung!

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Sehr interessanter Beitrag!

Mit Familienplanung scheint die gesetzliche tatsächlich der sichere und richtige Weg zu sein.

Selbst mit Höchstbeitrag von um die 600€, ist ja die gesamte Familie versichert. Bei 2 Kindern und Ehefrau, die ja alle mitversichert sind, scheint es also immer die bessere Alternative zu sein. Anders als Single, dass ist klar. Aber eine Familienplanung besteht durchaus!

Nur ich muss ja daran denken, dass die Selbständigkeit mal überwiegen wird. Natürlich zählt hier ja nur der zu versteuernde Gewinn, heißt abzgl Kosten. Aber wenn später mal Zinsen und Mieten, bzw. Rente dazu kommt in älteren Jahren, kratzt man wohl bestimmt sofort am Höchstbeitrag nachher im Alter.

Nur wenn ich nun dagegenstelle, dass die private mit Sicherheit auch im die 500-600€ kostet im alter...

Tut sich da auch wieder nichts. Es ist echt nicht leicht alles...

Die bessere Sicherheit im Gesamtmix aller Lebenssituation scheint mir echt nur die gesetzliche Kasse zu geben wenn ich das richtig sehe.

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@altaso

Es gibt nur wenige Personen, deren Bruttoeinnahmen auch im Alter die Beitragsbemessungsgrenze überschreiten. Wenn das so sein sollte, wird man wenig Probleme haben. Versicherungen sind aber immer für den Fall, dass etwas nicht planmäßig verläuft.

Was isat, wenn man mit 40 berufsunfähig wird? Oder mit 45 Witwer mit kleinen Kindern? Das ist alles nicht wahrscheinlich, man sollte sich aber auch für unwahrscheinliche Fälle absichern. Was ist, wenn die eigene Branche demnächst ausstirbt? Sattler, Drucker, Telefonisten, Schreibkräfte ... haben auch nicht geahnt, dass ihr Beruf ausstirbt.

Die aktuuelle Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 4050 Euro monatlich für alle Bruttoeinnahmen zusammen.

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