Frage zur Einkommensteuererklärung Einkommensteuerveranlagung abgelehnt

3 Antworten

Entweder hast Du auf dem Formular nicht angekreuzt "...Verlustvortrag" oder es kommt für Dich, nach Auffassung des FA keine Werbungskosten in Frage. Die FA ignorieren oft Urteile des BFH bzw. es gibt dazu einen Nichtanwendungserlaß; dann muß jeder einzeln klagen.

Bei den Studienkosten hat es mehrere Änderungen und Urteile BFH gegeben:

Hier einige Infos:

http://www.studis-online.de/StudInfo/Studienfinanzierung/ausbildungskosten-absetzen.php

Schaue nach ob Du betroffen bist; wenn ein Werbungskostenabzug nicht für Dich in Frage kommt, dann sind es Sonderausgaben; für die gibt es allerdings keinen Verlustvortrag.

Sicherheitshalber Einspruch einlegen und eine Kurzauskunft bei einem Steuerberater einholen, da das aus der Ferne in einem Einzelfall so nicht beurteilt werden kann.

Hier sind noch die Aktenzeichen der Urteile BFH zu "Studienkosten als Werbungskosten":

VI R 38/10 und VI R 7/10

Danach sind Verlustvorträge möglich.

Wenn alle anderen Voraussetzungen bei Dir vorliegen dann auf jeden Fall erst einmal Einspruch einlegen und auf die beiden Urteile verweisen.

Einspruch mit Hinweis auf diese beiden Urteile.

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@DerSchopenhauer

Erledigt mit Erlass des Bundestages vom Oktober 2011. Nur in ganz bestimmten Fällen können Studienkosten Werbungskosten darstellen, und die sind hier wohl nicht erfüllt.

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@FordPrefect

In welchen bestimmten Fällen werden Studienkosten als Werbungskosten akzeptiert? Vielen dank für eure Antworten

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Kann man auch einen Einspruch einlegen ohne Angaben von Gründen oder muss ein Einspruch immer begründet sein?

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Das bedeutet, dass das FA mit Verweis auf die geltende Rechtslage die Anerkennung eines Verlustvortrags verweigert, weil in den betreffenden Jahren Du keine Einnahmen hattest, und infolge eines Beschlusses des Bundestages Studienkosten generell weiterhin keine Werbungskosten, sondern Sonderausgaben darstellen. Die aber können nicht vorgetragen, sondern nur mit Einkünften im selben Veranlagungszeitraum verrechnet wwerden. Siehe dazu

http://www.das-parlament.de/2011/44-45/WirtschaftFinanzen/36379805.html

Somit mangelt es an den Voraussetzungen für eine einkommensteuerliche Veranlagung. Das FA hat Recht.

Vielen dank für deine schnelle Antwort. Das heißt ein Einspruch wäre sinnlos? Was wäre denn jetzt, wenn es wieder ein anderes Urteil gibt und man die Studienkosten doch wieder als Werbungskosten anrechnen lassen kann? Habe ich dann meine Chance vertan und Pech gehabt oder werden sie mir dann automatisch angerechnet? Was ist mit den Leuten die vor dem Urteil ihre Studienkosten als Werbungskosten und eine Veranlagung genehmigt bekommen haben? Wird denen das nachträglich wieder abgezogen?

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@laurad204

Das heißt ein Einspruch wäre sinnlos?

Ja.

Was wäre denn jetzt, wenn es wieder ein anderes Urteil gibt und man die Studienkosten doch wieder als Werbungskosten anrechnen lassen kann?

Urteile sind hier nutzlos. Der BFH hatte ja in 2011 entschieden, dass nach geltender (!) Gesetzeslage Studiengebühren Werbungskosten wären. Genau deshalb hat der Gesetzgeber unverzüglich die Gesetzeslage geändert. Damit konnten nur die Kläger von dem Urteil profitieren, aber sonst niemand. Die Regelung gilt rückwirkend für alle Bescheide ab 2004. Und man kann nicht auf Antrag ruhen lassen, wenn es kein anhängendes Verfahren gibt.

Was ist mit den Leuten die vor dem Urteil ihre Studienkosten als Werbungskosten und eine Veranlagung genehmigt bekommen haben?

Das gab es ja vor dem BFH Urteil nicht. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn es sich um Duales Studium bzw. eine teilfinanzierte Ausbildung durch den AG handelt, waren Studiengebühren schon bisher als WK anrechenbar. Das gilt auch weiterhin. Alle anderen Fälle sind damit aber erledigt.

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@FordPrefect

Vielen dank für deine ausführlichen Antworten. Ich hab da noch drei kleine Fragen. Was wäre denn wenn der Gesetzgeber die Gesetzeslage wieder dahingehend ändert, dass die Studienkosten doch als Werbungskosten angerechnet werden können. Könnte ich dann nich was drehen oder ist einmal abgelehnt immer abgelehnt? Oder wäre das dann für mich sowieso egal, weil ich ja keine Einnahmen in 2009 und 2010 hatte? Mich wundert das nämlich, da ich immer gelesen haben, dass auch wenn man keine Einnahmen hatte, soll man eine Einkommenssteuererklärung machen, um sich die Studienkosten als Werbungskosten anrechnen lassen zu können. Die Frage stelle ich aus reiner Neugier, denn eigentlich erübrigt sich die Frage aufgrund der Gesetzeslage ja nun. Und noch eine allgemeine Frage: kann man einen Einspruch auch ohne Angabe von Gründen einlegen oder muss ein Einspruch immer begründet sein?

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@laurad204

Was wäre denn wenn der Gesetzgeber die Gesetzeslage wieder dahingehend ändert, dass die Studienkosten doch als Werbungskosten angerechnet werden können.

Das hatte ich bereits im Prinzip beantwortet. Das könnte der Gesetzgeber, wird er aber nicht. Zu teuer. Und zudem dann nicht rückwirkend.

Könnte ich dann nich was drehen oder ist einmal abgelehnt immer abgelehnt?

Du könntest klagen. Aber wozu? Bis dahin sind die Fristen ohnehin alle verjährt - es sei denn, Du klagst sofort. Nur ist das bei der jetzigen Rechtslage gegenstandslos, und bringt Dir außer hohen Kosten nichts.

Oder wäre das dann für mich sowieso egal, weil ich ja keine Einnahmen in 2009 und 2010 hatte?

Was verstehst Du jetzt eigentlich nicht? Hättest Du Einnahmen in 2009 und 2010 gehabt, dann hättest Du Deine Studienkosten ja nach alter wie neuer Rechtslage als Sonderausgaben in den entsprechenden Veranlagungsjahren gegenrechnen können. Aber bei Sonderausgaben gibt es keinen steuerlichen Verlust, ergo keinen Verlustvortrag. Den gäbe es, wären die Studienausgaben Werbungskosten. Das aber sind sie - außer in bestimmten Ausnahmefällen - eben nicht.

Mich wundert das nämlich, da ich immer gelesen haben, dass auch wenn man keine Einnahmen hatte, soll man eine Einkommenssteuererklärung machen, um sich die Studienkosten als Werbungskosten anrechnen lassen zu können.

Man findet im Internet jede Menge Infos. Auch jede Menge Unsinn und Falschinformation. Das gehört dazu.

kann man einen Einspruch auch ohne Angabe von Gründen einlegen oder muss ein Einspruch immer begründet sein?

Wenn Du den Einspruch nicht begründest, gilt er trotzdem erstmal fristwahrend. Aber dann musst Du innerhalb von m.W. 4 Wochen eine triftige Begründung nachliefern, da das FA den Einspruch sonst (mit Recht) als unbegründet zurückweist. Man kann durchaus erstmal zur Fristwahrung quasio blanko Einspruch einlegen, üblicherweise mit dem Nebensatz "Begründung wird nachgereicht". Da ein Einspruch gegen einen behördlichen Bescheid zwecks Evaluierung immer eines Inhalts bedarf, ist das aber nur dann sinnvoll, wenn man sonst Gefahr läuft, eine Frist zu verpassen.

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kein Einkommen gehabt?

nein, kein Einkommen gehabt

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Kann semesterbeitrag bei Steuer berücksichtigt werden?

Also bei uns an der Uni(ja, richtige staatliche universität. keine fachochschule, Walldorfverein oder sonstiger Unsinn, der sich hochschule nennt)

sind alle 6 Monate ein Semesterbeitrag von 200+ Euro zu zahlen.

Darin erhalten ist Uni-spezifischer kram wie Studierendenausschuss und Co., als auch ein Semester Bus und Zug ticket (das für sich allein genommen rund 125 Euro kostet und eben logischerweise 6 monate gilt)

Ist es möglich dieses Semesterticket (oder zumindest den Zug/Busticket teil davon) als Werbungskosten oder so zu berücksichtigen?

habe von der Steuererklärung her nur den Mantelbogen sowie die Alage KAP auszufüllen.

Wo würde ich diese Semestergebühren als Werbungskosten eintragen in der Steuererklärung?

auf dem mantelbogen irgendwo? in der anlage KAP?

oder auf ner ganz anderen Anlage?

Und wie ist das, vorausgesetzt es ist anrechenbar, geht das auch rückwirkend?

Bin nämlich gerade am machen der Steuererklärung für 2014-2017.

und hatte grob gesagt 2014-2016 nur zu versteuerndes Einkommen von max. 150 Euro (also weit untr Freibetrag).

erst 2017 werde ich ziemlich hohes Einkommen haben (um die 12k ) was zu versteuern ist.

kann ich dann die semestergebühren von 2014 bis einschließlich 2017 irgendwie so in den steuererklärungen jeweils angeben dass diese alle auf 2017 angerechnet werden?

da ich in 2017 das erste mal so viel einkommen hatte, dass ich tatsächlich auch steuern zahlen muss?

weil wären so gerechnet um die 2000 Euro in den 4 jahren, die sich da an semesterbeitrag angesammelt haben.

wenn ich die gegen meine hohen einnahmen in 2017 gegenrechnen könnte, wäre das shcon recht gut.

Ginge das?

Und wenn ja, wo müsste ich da was in der steuererklärung angeben?

bzw. generell wo werden die Studienkosten als Werbungskosten eingetragen in der steuererklärung?

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