Frage zur Dosis von Medikamenten: Warum wird so gut wie nie (weder von Verpackungsbeilagen, Apothekern oder Ärzten) die Körpermasse berücksichtigt ...?

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8 Antworten

Das steht sehr wohl auf dem Beipackzettel und die Dosis die der Arzt dir nennt ist nachdem er grob dein Gewicht abgeschätzt hat. Der Arzt weiß was er tut

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Kommentar von Sobaron
11.07.2016, 03:30

Okay, thx! :-)

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Medikamente wirken nicht auf die gesamte Körpermasse, sondern gezielt auf Organe oder Versorgungswege. Die sind nicht doppelt so groß oder doppelt so schwer, nur weil ein Mensch das Doppelte wiegt. Deswegen sollte die Medikamentendosis bei einem leichten Menschen annähernd die gleiche Wirkung haben wie bei einem schweren Menschen.
Wenn das Körpergewicht bei der Einnahme von Medikamenten wirklich wichtig ist, dann steht das in der Packungsbeilage sehr wohl drauf, bzw. es wird auch nach Kinderdosis und Erwachsenendosis unterschieden. Manchmal teilen einem die Ärzte bei so einem Fall die Einnahmedosis mit. Daß sie das geschätzte Körpergewicht da schon berücksichtigt haben, brauchen sie nicht extra dazuzusagen.

Viel mehr als das Körpergewicht spielt das körpereigene Immunsystem eine Rolle. Wenn ein Körper einen Wirkstoff nicht verträgt, kann schon eine kleinste Dosis reichen, um Überreaktionen auszulösen. Deswegen ist auf Packungsbeilagen der Hinweis auf mögliche Nebenwirkungen immer mit drin.

Die Dosis eines Medikaments nach dem Körpergewicht zu berechnen, hat für dessen Wirkung also kaum Relevanz und ist in den meisten Fällen überhaupt unnötig. Die körpereigene Verträglichkeit, die Wechselwirkung mit anderen Medikamenten und die Schwere des medizinischen Falles sind wesentlich wichtigere Faktoren.

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> ob ein 60 kg schwerer Mensch oder ein 120 kg schwerer Mensch

Das macht einen Unterschied, aber nur wenig, da Medikamente üblicherweise nicht fettlöslich sind. Allerdings - ein extrem kleiner und ein extrem großer Mensch, beide normalgewichtig, können auch auf einen Faktor 2 kommen.

Das heisst dann, der Zwerg bekommt 50% mehr als optimal wäre, und der Riese bekommt 50% weniger. Das ist nicht wirklich dramatisch bei Anleitungen, die "1 bis 3 Tabletten am Tag" lauten. Dort, wo es dramatisch wäre (z.B. Zytostatika), wird die Dosierung für jeden Patient einzeln errechnet.

Warum gibt es keine Körpergrößenabhängige Dosierungsempfehlung? Weil dazu die Daten fehlen. Eine Arzneimittelstudie wird mit irgendwie durchschnittlichen Menschen durchgeführt, für diese gilt dann sowohl das Ergebnis (hilft / hilft nicht) als auch die Dosierung.

Eine Auswertung der Studie für besonders kleine oder große Menschen scheitert an der zu geringen Anzahl klein- oder riesenwüchsiger Studienteilnehmer, und daran, dass niemand viel Geld für wenig Nutzefekt ausgeben will.

Die Studienteilnehmer sind eher jung und eher männlich. Ergibt dann 75 kg als mittleres Gewicht. Für diese ist die Dosierung optimal.

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Also da muss ich widersprechen. In vielen Packungsbeilagen steht bei einem Gewicht unter 50 kg jene Dosierung und bei mehr Gewicht eine andere.
Meine Ärztin geht darauf ein und verordnet dementsprechend.
Ich denke es kommt auch auf das Medikament an ob das Gewicht eine Rolle spielt.
Wenn man es genau nimmt müsste man auch die Ernährung beachten.
Ich bin manchmal schon froh wenn bei Fachärzten oder Vertretung auf Wechselwirkungen oder Einnahmeverbot bei bestimmten Krankheiten geachtet wird.
  

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Kommentar von Sobaron
11.07.2016, 02:32

Naja das ist physikalisch/chemisch ausgeschlossen, dass es da auf ein bestimmtes Medikament ankommen würde, denn lediglich die Wirkstoffdichte im Blutserum spielt eine Rolle und diese ist Proportional zur Masse!

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Die Dosierungsempfehlungen beziehen sich fast immer auf einen 75-80 kg schweren Mann. Eine genauere Differenzierung wird nicht gemacht. Nötig wäre es unbedingt für ältere und jüngere Menschen, schwerere und leichtere und auch Mann / Frau zu unterscheiden.

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1. Deine Vermutung (woher die auch immer entspringt), dass bei größerer Körpermasse "automatisch" mehr Medikament benötigt würde, ist schlicht falsch bzw. trifft nur auf eher wenige Medikamente zu.

2. Im Durchschnitt unterscheidet sich das Blutvolumen von "durchschnittlichen" Menschen nur relativ wenig (liegt allgemein irgendwo zwischen ca. 5 und 6 Litern), bei sehr großen Männern auch mal höher, bei sehr kleinen Frauen geringer...- soweit logisch.

3. Korpulente Menschen haben eben NICHT automatisch ("proportional") mehr Blutmenge, da Fett nur schlecht durchblutet ist und auch nur wenig Mehr Muskelmasse (wenn überhaupt) als bei "normgewichtigen" vorliegt.

4. Für einige Medikamente, etwa manche Chemotherapien, wird die Dosierung entsprechend der Körperoberfläche (berechnet nach einer entsprechenden Formel) gewählt, aber auch hier gibt es fast immer eine Obergrenze, nach der die Dosis eben NICHT "proportional" erhöht wird, i.W. aus den unter 3. genannten Gründen.

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Rezeptpflichtige Medikamente werden vom Arzt verschrieben, der dann auch die entsprechende Dosis angibt.

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Oft wird von einem Gewicht gemutmasst von 60-80kg, da man den Durchschnitt in so etwa sieht. Also meistens eher näher bei 80kg.

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