Frage zur Blickfangwerbung?

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1 Antwort

Alles was sich bewegt oder vom Gewohnten abweicht, "fängt" die Blicke ein.

Wir sind von der Evolution zum Zwecke der besseren Überlebenschancen darauf optimiert, Abweichungen zu erkennen, denn sie könnten ja auf eine potentielle Gefahr hinweisen. Ebenso ist es mit Bewegungen, ein sich bewegender Zweig oder ein auffliegender Vogel hätten ja auf einen lauernden Säbelzahntiger hinweisen können.

Diese Fähigkeit, die zugleich ein Fluch ist, haben wir bis heute bewahrt. Wir sind in der Lage mit einem Blick ein falsch geschriebenes Wort in einer bedruckten Seite zu entdecken. Ein Fluch ist diese Fähigkeit, weil Menschen noch heute unverändert seit der Urzeit dazu neigen, alles Fremde, Ungewohnte als mögliche Bedrohung zu interpretieren (Xenophobie).

Dies ist der Grund, warum wir wippende Regalwerbung, sich drehende Schaufensterdisplays, Werbefilmchen auf Monitoren im Baumarkt mehr beachten als bescheiden im Regal stehende bekannte Packungen. Das ist bei Mehl und Zucker egal, die kauft man, weil man sie braucht und sie auf dem Einkaufszettel stehen. Es gibt aber zahlreiche Produkte, die man eigentlich nicht braucht, sogenannte Impulsartikel. Die kauft man trotzdem, weil man plötzlich auf sie aufmerksam gemacht wird.

Am besten ist es, wenn die den "Blick fangen", wenn man sein Portemonnaie schon offen hat, also im Kassenbereich. Deshalb sind die Impulsartikel oft im Kassenbereich plaziert – Ü-Eier, Kleiner Feigling, Lollies, Kaugummi usw.

Wrigley z.B. (ein Unternehmen, für das ich mit meiner Agentur 16 Jahre lang gearbeitet habe) macht mit Kaugummi, der im Kassenbereich platziert ist, achtmal soviel Umsatz wie mit der gleichen Ware, wenn sie im Regal platziert ist (wo man sie deshalb gar nicht mehr findet).

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