Frage zum Thema Tod und Wiedergeburt im Buddhismus?

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5 Antworten


Im Buddhismus geht es um die Erkenntnis, dass man nicht der eigene Körper ist, sondern diesen hat und ihn darum möglichst sinnvoll - wie ein Werkzeug - nutzen sollte.

Ist richtig.

Was man als "Selbst" erlebt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein unzerstörbarer und unbegrenzter Strom von Bewusstsein.

Kann man besser beschreiben, aber ist nicht falsch.


Im Moment des Todes verläßt das Bewusstsein den sterbenden Körper, um sich - gesteuert durch unbewusste Eindrücke im Geist, also Karma - nach einer bestimmten Zeit wieder mit einem neuen Körper zu verbinden. Daher ist Sterben für einen Buddhisten in letzter Konsequenz etwas ähnliches wie "Kleider wechseln".

Ebenfalls In Ordnung, aber hier unbedingt aufpassen. 

Es ist nicht die Rede von einer unsterblichen Seele. Derjenige, der wiedergeboren wird, bin nicht mehr "ich". 

Betrachte es wie eine Flamme. Wenn du mit einer Flamme (auf einer Kerze) eine weitere brennende Kerze erzeugst, hast du dann die erste Flamme auf die zweite Kerze übertragen ? Nein.

Die erste Flamme bedingt nur die zweite, sie ist aber nicht die zweite.

Erleuchtete sind nicht mehr von diesem Prozess abhängig. Sie können den Sterbevorgang bewusst steuern, um eine Wiedergeburt zu erlangen, in der sie für möglichst viele Menschen nützlich sind.

Auch richtig, aber das gilt nicht für alle Buddhisten. 

Das Ziel seine Wiedergeburt zu kontrollieren um in einem weiteren Leben für andere nützlich zu sein verfolgen vorrangig Buddhisten aus der Mahayana Tradition.

Theravada Buddhisten tun das Gegenteil. Ihr Ziel ist alleinig die eigene Befreiung aus dem Samsara.

Die Seite sieht auf den ersten Blick in Ordnung aus.

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Den ersten Teil, liebe(r) Tuck,

kann ich aus meiner (beschränkten) Nichiren-buddhistischen Sicht durchaus unterschreiben

- dem Diamantweg gehöre ich nicht an, aber auch das im letzten Abschnitt beschriebene halte ich für möglich...

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'pho ba  ist nicht bloß bewußtes Sterben. 'pho ba 
heißt Übertragung, Ortsverlagerung, und zwar nicht des Bewußtseins,
sondern 'bewußte Ortsverlagerung' des Persönlichkeitsschwerpunktes.

Es ist eine Übung aus dem Zyklus '6 Yogas des Naropa - Naro Chö druk' und wird im Leben eingeübt und kann auf der Stufe des Absterbens dazu praktiziert werden, den Persönlichkeitsschwerpunkt in ein Reines Land, ein Buddha-Gefilde zu  verlagern.

Lesetipp:

Eva Dargyay / Geshe Lobsang Dargyay - BARDO‐THÖDOL, Die große Befreiung beim Hören auf der Schwelle

übersetzt aus dem tibetischen Urtext, mit einer ausführlichen Darstellung der Phowa-Übungen, O.W.Barth Verlag, Frankfurt a.M. 2008

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Das ist so nicht richtig was die Beschreibung des Reinkarnationsgedankens betrifft. Das werden andere hier erklären, der Punkt betrifft jede buddhistische Richtung.

Ich will nur eine Sache sagen speziell zum Phowa: Das stammt nicht aus dem Diamantweg, ist keine Erfindung von Herrn Ole Nydahl. Es  gehört zu den wichtigsten Praktiken im gesamten Varjayana-Buddhismus. Ole war Schüler eines Varjayana-Meisters und der erste Lehrer in Europa. Heute wird Phowa überall in Europa gelehrt von verschiedenen tibetischen Meistern.

Diamantweg ist eine mögliche Übersetzung für das Wort Vajrayana. Hier in Europa wird es meist benutzt für die Zentren von Ole Nydahl. Falls du das nicht meintest sondern weißt was der Varjayana-Buddhismus mit seinen verschiedenen Schulen ist, dann erübrigt sich das Thema. Dann benutze in Zukunft der Verständigung halber bitte nicht das Wort Diamantweg für Varjayana-Buddhismus.

Wichtig ist das tibetische Totenbuch von Padmasambhava und der Kommentar dazu von Dzogchen Ponlop Rinpoche: "der Geist überwindet den Tod". Das zu studieren ist die Grundlage um zu verstehen wieso man Phowa übt.

Den Reinkarnationsgedanken kann man nicht verstehen ohne Vipassana/ Dzogchen/ Mahamudra zu verstehen. Das ist nicht ganz einfach. Der Buddhismus ist halt keine naive Märchenreligion. Es gibt sehr viele Debatten über das Thema der Reinkarnation, weil es kaum zu verstehen ist.

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nein, nicht ganz. Im Altbuddhismus und auch in den Mahayana-Traditionen sprechen wir davon, daß nicht das Bewußtsein (vijnana) wandert. Wir formulieren das so:

das Karma (das Getane), der Informationsstrom aller Entscheidungen, Handlungen, Verhaltensweisen, Vorlieben und Abneigungen, Hoffnungen und Ängste senkt sich in ein ihm verwandtes keimendes Leben, in der Form von Rahmenbedingungen. Innerhalb dieser Rahmenbedingungen bildet sich ein neues Individuum mit einem eigenen, neuen Ego, einer neuenstehenden Persönlichkeit, die eben nur altes Karma geerbt hat, und diesem Erbe etwas eigenes neues hinzufügt.

Im tibetischen Buddhismus wurde tatsächlich lange davon gesprochen, das Bewußtsein würde wandern. Der Dalai Lama erfuhr erst auf seinen weiten Reisen zu anderen Traditionen, daß die tibetische Lehre sich nicht deckt mit der traditionellen Buddha-Lehre. Er hat sich dann auch davon distanziert, und Lehrt seither wieder streng die Buddha-Lehre der Suttas und Sutras, was das Wiederwerden betrifft.

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Kommentar von Draggyblackdots
26.11.2016, 19:17

Dein letzter Absatz ist zu hundert Prozent falsch. Der Dalai Lama hat die Sutren studiert in seiner Ausbildung in Tibet so wie jeder andere Meister, Mönch usw auch.

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