Frage zum Thema 2. Weltkrieg / Geschichte Nichtangriffspakt

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Nichtangriffspakt bezieht sich garnicht auf Polen, sondern auf Deutschland und SU. Deutschland und SU versichern sich gegenseitig, dass sie nicht den Anderen angreifen.

Der angriff auf Polen wurde im geheinmen Zusatzprotokoll de facto beschlossen. Beide Seiten wussten davon.

1.Polen war für beide Länder ein Feind. Die Polen griffen in den 20ern die SU an. Es gab fortwährend Spannungen in den Gebieten mit deutschen Minderheiten in Polen. Letzendlich wurde Polen überfallen und wurde zum Opfer aber es war nicht aus heiterem Himmel. Die Beziehungen waren nicht nur angespannt sondern feindselig. Hätte, wäre, wenn hat nichts mit Geschichte zu tun. Deswegen sind die Geschichten der Rechten und Revanchisten, die den Polen bereit sind die Schuld zu geben absoluter Quatsch. Tatsache ist aber, dass Polen durchaus ein aggressiver Staat war zu der Zeit und bestimmt nicht pazifistisch eingestellt. Man hat also nicht einen lieben, netten Nachbarn überfallen, sondern einen, mit dem man schon länger Ärger hatte. Letzendlich unprovoziert war es trotzdem. Auch wenn mir der Nachbar nicht gefällt, so kann ich höchstens gegen den klagen und nicht sein Haus in Brand stecken.

2.Es gibt in der Politik nur Interessen, keine Sympathien. Hitler wie Stalin war bewusst, dass ein Konflikt unausweichlich ist. Aber sie haben für eine Weile einen Kompromiss gefunden, den jede Seite geglaubt hatte für sich zum Vorteil auszunutzen. Hitler versicherte sich die Nichteinmischung der SU bei seinem Westfeldzug 1940-1941 und erhoffte(mit gutem Grund wie sich 1941 herausgestellt hat) Stalin zumindest über den Zeitpunkt des Angriffs auf die SU zu täuschen. Stalin verschob die Grenze westwärts, was im Falle eines Krieges wertvolle Kilometer bedeutete. Beide Seiten wurden den unangenehmen Nachbar los.

3.Thema "verfeindet". Deutschland und SU waren nach dem 1.WK in ähnlicher Lage, vom Krieg gebeutelt, Deutschland durch den Versailler Vertrag geknebelt, die SU wegen Antikommunismus im Westen isoliert. Politik=Interessen. Es gab rege wirtschaftliche Beziehungen praktisch bis zum Überfall Deutschlands auf die SU. Klar, in den letzten Jahren, spätestens seit dem Spanischen Bürgerkrieg war allen klar wohin es führt, aber die Güterzüge führen gemäss VErträgen zwischen SU und Deutschland.

"Unprovozierter Angriff" ??

Polen hatte Millionen von Deutschen 1918-1939 verdrängt, entrechtet, der Existenz beraubt. Der Nichtangriffspakt zw. Polen und Dt. (1934) wurde 1939 von Dt. gekündigt, weil Polen gegen Dt. die Mobilmachung (März und 30.08. 1939) erlassen hatte. Polen hatte die Verfolgung der Volksdeutschen ausf äußerste gesteigert.

Die Mobilmachung ist die letzte Station vor der Kriegserklärung.

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Nach der Mobilmachung Polens haben Hitler und Stalin Angst bekommen und Polen in einem Präventivschlag besetzt und aufgeteilt......Danach war 100 Jahre Frieden und wenn sie nicht gestorben sind....

Wenn Stalin das geheime Zusatzprotokoll des Vertrages kannte, den er selbst unterzeichnet hat, dann wird er wohl auch gewußt haben, was da drin stand. Was genau ist daran jetzt unklar?

es ist unklar weil es sich irgendwie widerspricht

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@Juneau15

Hm. Muß ich jetzt raten, was sich da genau widerspricht? Es wäre schön gewesen, wenn Du etwas deutlicher wärst.

Was Hitolf Adler der Öffentlichkeit erzählt, muß doch nicht mit dem übereinstimmen, was man in geheimen Verträgen festlegt. Oder was meinst Du?

Und ja - Stalin wußte natürlich, daß Deutschland auch Polen angreifen würde. Das war auch nicht verwunderlich, denn vorher war die Wehrmacht schon in Österreich und unter Bruch des Münchener Abkommens in die Tschechei einmarschiert. Die SU hat sich nun 1939 bei der Gelegenheit (übrigens fast kampflos) die Gebiete zurückgeholt, die sie vorher an Polen verloren hatte. Denn ohne die Gebietsverluste aus dem Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1920 wäre das Zusatzprotokoll so nicht zustande gekommen. Stalin wußte natürlich auch, daß Hitler früher oder später die SU angreifen würde. Zweck des Nichtangriffpaktes war aus sowj. Sicht vor allem auch, Zeit zu gewinnen, um die eigene Armee darauf vorbereiten zu können. In diesem Zusammenhang ist z.B. auch die (nicht fertiggestelle) Verschiebung der Stalin-Linie (befestigte Verteidigungslinie) auf die vorgelagerte Molotow-Linie zu sehen.

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