Frage zum Studium und zu den Vorlesungen?

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8 Antworten

Das Wort "Vorlesung" kommt aus einer Zeit, als Professoren nur dazu da waren aus Büchern vorzulesen. Leute, die sich bilden wollten, konnten sich oft keine Bücher leisten, also hat einer gelsen und alle anderen mitnotiert oder zugehört.

Leider scheinen manche Professoren nicht zu verstehen, dass sich diese Zeiten geändert haben. Das grundlegende Problem, finde ich, ist, dass die Lehre in der Forschungsgemeinschaft kaum geschätzt wird. Kein Wissenschaftler wird dadurch bekannt, dass er interessante Vorlesungen hält. Es geht nur darum, wer welche Erkennntnisse in welcher Zeitschrift publiziert hat. Der Ansporn ist gering, einen wirklich gut durchdachten Unterricht zu gestalten.

Hör in den Vorlesungen zu, schreib mit was geht, reim dir den Rest über Skripte und Bücher zusammen und klatsch die Klausur hin. Trocken, aber ist halt so. Wirklich lernen kann man Dinge nur in den Übungen. Kommt aber natürlich stark auf dein Studium an.

Es kommt ja noch hinzu, dass manche Studiengänge so überlaufen sind, dass man sich gar nicht die Mühe machen braucht, Dinge zu erklären. Die wenigen, die klug genug sind es auch so zu verstehen, bestehen die Klausur. Der Rest wird ausgesiebt.

Uni ist nun einmal nicht mehr Schule unter dauernden Schutzglocke. Spätestens im Studium musst Du lernen, alles, was Du nicht verstehst, SELBER zu erarbeiten.

FRAGEN stellt man übrigens eher in Seminaren und Übungen. Vorlesungen dienen der schnellen, direkten Wissensvermitltung.

Nun ja willkommen an der Uni, so ist das nun mal. Die Dozenten sind hier eben Wissenschaftler und keine Pädagogen und obendrein ist Lehre aus der Sicht von vielen ja eh nur nervige Pflicht. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, aber du musst halt damit rechnen immer wieder auf solche zu treffen, wie du sie oben beschrieben hast.

Wenn dir die Vorlesung nichts bringt, dann musst du eben nach anderen Wegen suchen dir den Stoff anzueignen. Der wesentliche Unterschied zwischen Schule und Studium ist es eben, dass man nicht alles vorgekaut bekommt, sondern sich selbst den Stoff aus Vorlesung, Seminaren und Fachlektüre erarbeiten muss.

Tut mir leid wenn die Antwort nicht zufriedenstellend ist, aber was anderes bleibt dir nicht übrig.

Deswegen gehst du ja zu den Vorlesungen, weil du nur mit den Skripten Nix anfangen kannst. Es gibt (leider) immer wieder solche Professoren, und leider muss auch immer mehr Stoff in der gleichen Zeit, oder gleicher Stoff in weniger Zeit vermittelt werden.

Du musst halt den Stoff nacharbeiten, mit deinen Mitstudenten Lern- oder Diskussionsgruppen bilden. Was anderes bleibt kaum übrig. Die Folien mit den Stichpunkten dienen dann halt als Gedächtnisstüze und Anhaltspunkte für den kompletten Inhalt der Vorlesung.

Manchmal ist es auch nicht nötig alle Details auswendig zu lernen, sondern das große Ganze zu verstehen - kommt halt stark auf deinen Studiengang an. Philosophie ist was anderes als Maschinenbau...

Willkommen an der Uni! Ist ganz normal, einige Professoren sind besser, andere nicht. Natürlich wollen alle, dass ihr durchkommt und die Prüfungen besteht, aber verantwortlich seit ihr dafür im Prinzip nur selber. Du bist jetzt nicht mehr in der Schule, wo man dir alles erklärt bis du es bis zum Ende verstanden hast. Eine Vorlesung soll dementsprechend nur einen Einblick in ein bestimmtes Thema geben, den Stoff aneignen und wirklich verstehen- dass musst du aber alleine zu Hause. Natürlich sind deine Dozenten trotzdem noch deine Ansprechpartner, wenn du etwas wirklich nicht verstehst oder Fragen zu einem bestimmten Themenkomplex hast. Aber dann geh am besten nach den Vorlesungen persönlich zu deinem Dozenten, weil er in der Vorlesung glaube ich nicht so viel Zeit für dich persönlich hat bei den hunderten von Studenten. :-)

Dsa ist mehr als normal. Du bist kein Schüler mehr, willkommen im Leben. Tipp am Rand: Das Berufsleben ist noch härter. Keiner wird dir hinterherrennen und schauen, ob du mitkommst. Entweder du kannst es, oder nicht.

Rattenkopf1992 12.03.2014, 10:45

Im Prinzip hat sich das so entwickelt, dass der Mensch mehr zum Sklaven des Systems wird und fleißige Sklaven werden anscheinend eher belohnt - aber bitte nichts hinterfragen und niemals wirklich auf die Persönlichkeit eingehen.

Wenn du das beachtest, dann hast du ein "erfülltes" Leben. Manche haben dann sogar mit der Geburt etwas Glück, da die Eltern Sklaventreiber darstellen. Ach, das Leben ist doch toll.............

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Rattenkopf1992 12.03.2014, 12:24
@Bswss

Doch, im Prinzip geht es in meinem Studium nur um die irrelevanten Klausuren und irgendwelche Durchschnittsnoten, ob jemand persönliche Konflikte hat oder aus bitterer Armut stammt, das interessiert dort keinen. Genauso wenig, was ich nach dem Studium damit anfange. Soziale Kompetenz und das Verkörpern der Inahlte wird als selbstverständlich vorausgesetzt, sonst trifft die Null zu.

Entweder ich setze mich hin und kann den Stoff oder ich kann ihn nicht, zumindest, für diesen Klausurmoment - Bulimielernen.

Ich muss doch immer einen Mehrwert für den Arbeitsmarkt darstellen, sonst bin ich nicht qualifiziert genug und werde auf der Straße verhungern.

Desto mehr ich vorzuweisen habe, desto gefragter bin ich ihn diesem System. Mein Studiengang ist darauf ausgerichtet, dass ich Menschen wegrationalisieren kann, durch programmierte Maschinen und/oder Software.

Wenn ich darin gut bin, dann verdiene ich auch entsprechend - das System ist wirklich schön. Aufgebaut wie eine Bilanz, wenn jemand Gewinn macht, dann macht immer jemand Verlust. Wir leben in der Dualität bzw. Waage.

Das ist nichts anderes, als Sklavenhandel. Die guten Sklaven werden benötigt, die schlechten werden aussortiert. Wenn man von einem minderwertigen Sklaven aufsteigen möchte, dann muss man hart arbeiten, aber der eigentlich Weg ist bereits vorprogrammiert - entweder, oder.

Dass ihr euch hier alles schönredet, das verstehe ich auch - "so ist das Leben". Natürlich ist das Leben so, weil es so gewollt ist. Natürlich ist es mir bewusst, dass ich mich hinsetzen muss und auf mich gestellt bin, sonst werde ich aussortiert - die Konkurrenz (ugs. Mitbewerber, Marktteilnehmer, Marktgenosse, Marktbewunderer) schläft nicht.

Das System ist so simple, dass ich sagen kann "1" oder "0". Damit man nicht ausbricht, wurden solche Möglichkeiten wie Banken, Kredite und Geld erfunden, damit man einen (negativen) Anreiz hat, um weiterzumachen - Verelendungsangst.

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Rattenkopf1992 12.03.2014, 13:41
@Levilevi

Eigentlich sind wir nur eine zufällig entstandene Lebensform und all die Gesetze und Normen sind nicht real. Es hat sich mit der Zeit ein Miteinander entwickelt und angeblich gibt es in einem System feste Regeln, sodass sich die "Menschheit" weiterentwickelt und Störfaktoren ausgefiltert werden. Es beruht auf Vertrauen und Glauben, zumindest so lange, wie es funktioniert.

Der ganze Prozess hat dann bestimmte Gedankenstrukturen entwickelt und Abweichungen davon werden in der Gesellschaft als unpassend interpretiert, weil das Vertraute sich sicher anfühlt und man für Neues nicht bereit ist.

Es gibt auch ein Leben außerhalb des Tellers und beim Füttern gibt es nicht nur die Möglichkeiten des leeren oder vollen Magen. Aber langsam, versuch es in Häppchen mit dem Weltverständnis und dem rationalen Denken.

"Es ist halt so!" Das ist echt mein Spruch hier. Damit argumentiere ich nur noch! Was mein Prof. wohl dazu sagt?!

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ja, manchmal laufen vorlesungen so ab... du kannst und solltest dir aber sekundaer literature besorgen und versuchen, das themea umfassend zuerarbeiten..oft gibt es ja vorlesungen und parallel dazu seminare oder AGs...

das fachvokubular wird vorrausgesetzt...

willkommen an der universitaet!

Normal-> Ja! Ab der W3 Besoldung ist man extrem imun gegen nervige Fragen der Studenten (leider), der Dozent gibt maximal einen Leitfaden fürs Selbststudium, mehr nicht. Wenn es allerdings zu deprimierend wird, Uni wechseln!

Rattenkopf1992 12.03.2014, 10:34

Man merkt das auch stark, dass der Professor die Vorlesung schon zum X-Mal hält und eigentlich alles als total leicht voraussetzt und sich gar nicht in Probleme für Studenten versetzen will. Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern mindestens der Hälfte.

Ich verstehe einfach nicht, wie ich mich so für eine Klausur vorbereiten soll - es gibt auch anscheinend keine Probeklausur.

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Xapter 12.03.2014, 10:39
@Rattenkopf1992

Keine probeklausur? Dann ab zum FSR und fragen ob jemand mal heimlich die letzte Klausur geknipst hat. Es gibt immer 4-5 Fragen die in jeder Klausur gestellt werden. z.B in der Chemie Linde Verfahren; Haber-Born Kreißprozess. Ansonsten kann ich dir nur Recht geben. Aber....so ist das Studium im 21 Jhr. Wobei nicht alle Profs so sind, aber die masse =(

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Lindisch 12.03.2014, 10:47
@Rattenkopf1992

Habt ihr bei euch kein Studentenwerk? Bei uns haben die Leute dort, die Klausuren und Testate der vergangenen Jahre hochgeladen. Dort konnte ich dann immer schauen wie sowas ungefähr aussieht und welche Fragen dran kommen können. Kontaktiere doch vielleicht mal einen Studenten älteren Semesters, vielleicht kann der dir eine kopieren, oder dir Tipps geben.

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