Frage zum Pflegegeld: Wie viel bekommt die Pflegeperson?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Grundsätzlich gilt: Das Pflegegeld steht rechtlich der  pflegebedürftigen Person zu. Wenn sie dir das Pflegegeld gibt so ist das auch OK.

Es sind erst einmal die Begriffe zu klären: Pflegegeld wird gezahlt, wenn die pflegebedürftige Person ausschließlich von Privat personen gepflegt und Versorgt wird.

Kombileistung gibt es, wenn die pflegebedürftige Person von privat Personen und einem ambul. Pflegedienst versorgt wird.

Dann hast du den Bescheid nicht vom MDK, sondern von der Pflegekasse erhalten.

Was hattet ihr beantragt? Pflegegeld?

Dann müsst ihr die Leistungsart sofort auf Kombileistung umstellen lassen,

da ein ambulanter Pflegedienst mit im Boot ist.

Nun zu den Kosten:

Als ihr das Erstgespräch mit dem Pflegedienst hattet wurde doch abgesprochen welche Leistungen ihr einkaufen wollt und was das Ganze mtl. kostet. Es wurden sicherlich auch euere Zuzahlung besprochen.

Es wurde ein Pflegevertrag abgeschlossen, dessen Bestandteil ein Kostenvoranschlag ist.

Beim Beratungsgespräch wurde dir doch sicherlich erklärt, wie das mit den privatanteilen, bzw. den Restauszahlungen mit der Pflegekasse funktioniert.

Übrigens: Medikamnetengabe, RR Messen,  ist keine Leistung der Pflegekasse.

Diese Leistungen können durch einen ambul. PD erbracht werden, wenn der Hausarzt eine Verordnung nach dem SGB V ausstellt und diese bei der Krankenkasse zur Kostenübernahme eingereicht wird.

Nun wieder zu deiner Frage: Die Mutter hat PS 1 mit Demenz.

Somit stünden bei Pflegegeldbezug mtl. 316€ bereit.

Bei Kombileistung ( Pflegedienst kommt ins Haus) stehen mtl. 698€ bereit.

Der Pflegedienst stellt eine Rechnung von mtl. mit ca. 910€ der PK in Rechnung.

Die PK zahlt von den 910€ -  698€  (zahlt die PK) , somit verbleiben als Eigenzahlung für euch mtl. 212€ als private Zuzahlung, worüber ihr dann eine Rechnung vom Pflegedienst bekommt..

Somit wird kein Restanteil mehr ausgezahlt.

Weiterhin habt ihr Anspruch auf mtl. 104 bzw. 208€ für sogenannte Entlastungs- Betreuungsleistungen zur Verfügung. Diese Gelder können jedoch nur durch zugelassene Pflegeeinrichtungen mit der Pflegekasse abgerechnet werden.

Zusätzlich steht die Sogenannte Verhinderungspflege mit jährlich 1612€ für 6 Wochen im Jahr bereit.

Dann gibt es nochmals den Betrag des Pflegegeldes der jeweiligen Pflegestufe bei Inanspruchnahme einer Tages und  oder Nachtpflege. Auch diese Gelder sind nur durch zugelassene Einrichtungen mit der PK abrechen bar.

Die Antwort auf deine Frage lautet: Nein es kann auf Grund von Überschreitung des Höchstbetrages der Kombileistung, kein Restanteil

desPflegegeldes ausgezahlt werden.

Ihr müsst mtl. eine private Zuzahlung von ca. 212€ leisten.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Birgit41 04.08.2016, 09:25

Hallo! Danke für die ausführliche Antwort. Du schreibst leider genau das, was ich schon befürchtet habe. Ich finde es ein total ungerechtes Verhältnis; 30 Minuten waschen vom PD und ich mache einiges mehr.....Der Kostenvoranschlag ist vor einigen Tagen erst gekommen, ca 28 Tage nach dem Erstgespräch. Somit wussten wir bis dahin überhaupt nicht, was das kostet. Und über die Pflegestufe wurde gerade jetzt erst entschieden. Allerdings meinte der PD auch, dass es mindestens die Pflegestufe II mit Demenz werden muss. Dann sähe es ja auch schon ganz anders aus. Deshalb werden wir einen Widerspruch einlegen. 

Übrigens: Wir hatten Kombileistungen beantragt.

Viele Grüße!!

0

Da durchzusteigen ist auch ein bisschen schwierig. Da gibt es nämlich verschiedene Töpfe, aus denen man Geld beantragen kann. Da ist einmal die Krankenkasse und zum anderen die Pflegekasse. Am besten wird sein, wenn du mal zur Krankenkasse hingehst und dir das genau erklären lässt. Die haben zusätzlich auch schriftliches Info-Material. Aber im persönlichen Gespräch kannst du dann gleich Fragen stellen und kompetente Antworten erhalten.

Alles Gute !

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Birgit41 03.08.2016, 10:57

Ja, das haben wir auch vor. Ich wollte nur schon mal vorher meine Nerven darauf vorbereiten. Danke!

2

Ob da für Dich noch etwas übrig bleibt? Ganz im Gegenteil! Wenn der Pflege-dienst pro Monat 910 € bekommt, zahlst Du sogar aus eigener Tasche noch drauf!

Bei Pflegestufe 1 (ohne Demenz) erhält Deine Mutter 450 € an Sachleistungen. Das bedeutet, von den 910 € für den Pflegedienst werden 450 € von der Pflegekasse übernommen, der Rest von Euch.

Schaust Du dazu auch hier:  http://nullbarriere.de/pflegekasseleistung.htm

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Birgit41 03.08.2016, 10:43

Sie hat ja Pflegestufe 1 mit Demenz. Aber trotzdem denke ich auch, dass es eine Aufzahlung geben wird. Wir haben noch keine Rechnung/Zahlung bekommen. Aber WER arbeitet schon gerne umsonst??

0
Griesuh 04.08.2016, 08:21

derhandkuss, diese Beträge die du angibst sind nicht mehr aktuell.

0

Das siehst du doch selbst am Besten was die Kasse zahlt und was abzüglich Pflegedienst noch monatlich übrig bleibt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Birgit41 03.08.2016, 10:44

Genau das haben wir eben noch nicht. Deshalb macht mich diese Ungewissheit ja so klirre....

0

Ja, normalerweise erhalten die Angehörigen etwa 200€

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Griesuh 04.08.2016, 08:11

Wie kommst du zu dieser Aussage?

Denn diese ist falsch. Was angehörige ausgezahlt bekommen bei Kombileistung hängt davon ab, welche Leistungen beim PD eingekauft wurden und ob von der Kombileistung noch was übrig ist oder ob der Betrag sogar überschritten wurde. Dann muss der Mehrbetrag privat bezahlt werden.

0
MuttiSagt 04.08.2016, 08:30

Ich hab schon zwei mal Angehörige versorgt und halt in der Zeit so etwas über 200€ bekommen. Daher dachte ich, dass wäre Gang und Gebe

0
Griesuh 04.08.2016, 09:38
@MuttiSagt

Nein, das war nur die Zahlung, die dir die Angehörigen gaben.

0

Was möchtest Du wissen?