Frage zum Papst und "Familie"

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Der Zölibat für die Weltpriester (also nicht Ordenspriester) wurde im 11. Jahrhundert eingeführt und das hatte weniger geistliche als kirchenpolitische Gründe. Kirchliche Pfründe wurden nämlich an die Nachkommen der Priester vererbt, selbstverständlich. Dadurch geriet aber logischerweise die Kirche irgendwann in die Not, immer mehr Land und Güter für die Bezahlung der Priester beschaffen zu müssen, ein Gehalt aufs Konto gab es damals noch nicht. Zölibatär zu leben, hieß zunächst, ehelos zu leben. Morganatische Verbindungen wurden ebenso wie das Konkubinat zunächst noch geduldet. Mit der Zeit verstand man den Zölibat immer mehr als geistliche Lebensführung, vor allem durch das Vorbild der Ordensgeistlichen. Daher hieß es dann, ganz auf Sexualität und jede Form von Nachkommen zu verzichten.

Die Borgia-Päpste (und andere ihrer Zeit) verstanden sich weniger als geistliche Kirchenoberhäupter sondern eher als Weltpolitiker, deren Reich die Kirche weit überschritt. Sie hielten sich Konkubinen, zeugten Nachkommen und taten noch ganz andere Dinge. Wenn Du Dir das Lotterleben Alexanders VI. ansiehst, wird Dir klar, wie wenig sich solche Päpste als Hirten der Christenheit verstanden. Diese Epoche sieht auch die Romkirche heute sehr kritisch. Es war eine Zeit der großen Unordnung, sogar des Verbrechens, kann man sagen. Das war auch in den "weltlichen" Fürstenhäusern nicht anders, die Borgias und andere Familien machten sich das Papsttum regelrecht zur Beute. Du kannst bei Wiki und sonst im Internet einiges darüber nachlesen. Gruß, q.

hab mir bei wiki schon einniges durchgelesen, aber jetzt scheint es mir wirklich so, dass es damals wohl etwas "aus dem ruder lief". war ja wirklich eine zeit der grausamkeiten etc. danke für die antwort^^

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Und das ist die einzige hilfreiche Antwort soweit...DH

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7 Kinder, die tunlichst unter dem Deckel gehalten wurden. Seit dem Konzil von Pavia 1022 dürfen Priester nicht mehr heiraten. Dogma wurde es erst später, ich meine auf einem der fünf Laterankonzile oder in Konstanz.Aber bis in 15. Jahrhundert hatten Papste Konkubinen und damit häufig genug auch Kinder. Da sieht man mal wieder, dass die katholische Kirche sich selbst immer wieder unglaubwürdig macht. Außerdem: Petrus wird als erster Papst verehrt und war selbst verheiratet, denn in der Bibel ist von seiner Schwiegermutter die Rede. Natürlich gilt der Zölibat auch für den Papst.

unterm deckel gehlaten? meinst du damit verheimlicht? denn das wurden sie ja nicht ._.

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Für jeden Christen gilt, dass erst die Ehe kommt und dann die Kinder.

Und wie viele gibt es, die das nicht wissen oder sich nicht daran halten? Ein Papst ist auch nur ein Mensch...

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