Lohnt es sich eine Dachgeschoßwohnung vermessen zu lassen?

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6 Antworten

Hallo in unserem Mietvertrag steht das unsere Wohnung CA! 102qm hat

Damit wird die Wohnfläche tatsächlich und rechtswirksam zugesichert in dieser Größe. Das ca. ist ohne Bedeutung.

Du solltest tatsächlich nachmessen. Bis 1m lichte Höhe darf keine Anrechnung der WF erfolgen. Ab 1 m bis 2 m die Hälfte, ab 2 m 100%. Stellst du fest, dass die Abweichung nach unten mehr als 10% beträgt, darfst du die zu viel gezahlte Miete der Vergangenheit zurückfordern (nach § 812 BGB wegen ungerechtfertigter Bereicherung). Für de Zukunft dann die Miete entsprechend mindern. Für wohnflächenabhängige Betriebskosten gilt das ebenso.

Es wird derzeit ein Gesetz vorbereitet, dass künftig jegliche Abweichung zur Mietminderung führt, also auch schon bei geringster Abweichung zur zugesicherten Wohnfläche.

fhuebschmann 06.10.2015, 09:05

Vielen Dank für die Ausführung. Hätte noch 2 fragen zu Ergänzung. Kann ich die Kosten für die Vermessung auf den Vermieter umlegen? Weil der wusste das auf jeden Fall. Und kennen sie Anlaufstellen um einen solchen Techniker zu beauftragen?

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albatros 06.10.2015, 10:24
@fhuebschmann

Nun, zunächst miss selber nach. Dann, bei Feststellung einer Differenz von mehr als 10% zu deinen Ungunsten den Vermieter mit dem Ergebnis konfrontieren und Rückzahlung verlangen. Wenn er deine Messung und deine Forderung bzw. Mietminderung nicht anerkennt, dann einen entsprechenden kompetenten Fachmann beauftragen. Adresse kommst du vom Bauamt. Auch könntest du den Vermieter auffordern, selbst einen Gutachter zu beauftragen. Den muss zunächst der Auftraggeber bezahlen. Endgültig dann der im Rechtsstreit unterlegene.

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Ich denke schon, dass es sich lohnt, die Wohnung zu vermessen. Was berechnet wird und wie du dann vorgehst, hat hervorragend "Experte albatros" in seiner Antwort beschrieben.

Nur mit Zollstock und bei Schrägen ein etwas mühsamer Akt.

Daher empfehle ich dir einen Laser-Entfernungsmesser (den kannst du auch später für andere Wohnungen nutzen),  der kostet im Baumarkt ab 50 Euro, für 75 bekommst du einen von Bosch. Die sind exakt genug für dein Vorhaben (Profiteile kosten natürlich mehr) und auch hervorragend bei Schrägen zu gebrauchen. Die Anschaffung lohnt sich und genaue Infos, wie du mit denen misst, findest du z.B. auch bei immoscout.

P.S.:
Für Einsicht in die Bauakte beim Bauarchiv deiner Stadt/Kommune reicht nicht  " etwas Einfühlungsvermögen" zu zeigen und schwupps "zieht man sich Kopien". Dafür benötigt man eine Vollmacht des Eigentümers (i.d.R. der Vermieter) und einen aktuellen Eigentümernachweis, wie Auszug aus dem Grundbuch oder Jahresrechnung über Grundbesitzabgaben des Stadtsteueramtes.

fhuebschmann 06.10.2015, 13:31

Ja nicht nur die schrägen machen es sehr schwer sondern auch das ich z.b mehrere 5 eckige Zimmer habe. Habe mir für Freitag ein Termin beim Mieterbund geben lassen, mit denen werde ich das besprechen, und laut der Empfangsdame beauftragt der Anwalt dann auch jemanden der die Wohnung professionell vermessen lässt. Ich werde heute nur mal grob überschlagen ob die Abweichung über 10% ist aber aus dem Bauch vermute ich sogar an die 20%.. Danke für die Antwort

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rotreginak02 06.10.2015, 13:46
@fhuebschmann

Das ist gut, dass du bereits einen Termin beim Mieterbund hast! Und mit den 20% könnte ebenfalls hinkommen, über 10% auf jeden Fall. Ich bewohne ebenfalls eine sehr individuell geschnitte DG-Wohnung, die eine Grundfläche von 134m² aufweist, trotz vieler Dachgauben und daher relativ wenig tiefen Schrägen, dürften mietmäßig nur 110m² berechnet werden ;-)

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Geh ins Archiv der Kommune und ziehe eine Kopie der Bauakte für deine Wohnung. Mit etwas Einfühlungsvermögen kannst du die Akte lesen und daraus die Wohnfläche herleiten. Dein Vermieter hat bestimmt eine Wohnflächenberechnung, denn sonst könnte er nicht die Betriebskosten nach Wohnfläche umrechnen. Hier gibt es Ansatzpunkte für einen netten kleinen Betrug. 

Wenn Ihr schon Mitglied seid, könnt Ihr Euch auch gezielt dort informieren.

M.W. zählen nur Flächen, die eine Höhe von 1m aufweisen und die auch nur halb, wenn die Höhe weniger als 2m beträgt.

Beliebt ist auch, bei der Fläche die Innenwände mitzurechnen, auch die zählen nicht mit.

Die Wohnfläche ist zugesicherte Eigenschaft, es ist nicht erforderlich, dass der Mietvertrag eine m²-Miete ausweist.

Die Vermessung könnt ihr auch selber machen und dann daraus anhand der jeweiligen Deckenhöhe die anrechenbaren qm errechnen - ob es euch etwas bringt, hängt davon ab in wie weit der daraus resultierende qm-Preis vom Mietspiegel abweicht und ob sich daraus ein Mietwucher ergibt.

fhuebschmann 05.10.2015, 20:24

Habe irgendwas im www gelesen das unter 10% Abweichungen tolerierbar sind. Deswegen schrieb ich das ich über 10% vermute.. Aber zählen 15% schon als Wucher?

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BrilleHN 06.10.2015, 03:34
@fhuebschmann

Erst einmal solltest du die Wohnung vermessen und die tatsächliche Abweichung ermitteln, anschließend wendest du dich mit den genauen Zahlen an den Mieterbund.

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mein Vorschlag

nimm den Grundriss und gehe zu einem Mieterverein

ein Architekt der das auch weiß kostet Geld

ist nicht kompliziert, man muß es nur wissen:-)

Balkone rechnen sich mit nem bestimmten % Satz

ebenso wie die Flächen unter Schrägen

fhuebschmann 05.10.2015, 20:10

Einen Grundriss haben wir nicht, hätte ich den könnte ich zumindest grob überschlagen wie viele qm es sind. So müsste ich erst messen und Skizzen anfertigen was theoretisch auch nicht das Problem wäre aber was richtiges in der Hand zu haben wäre natürlich besser..

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