Frage zum Führerschein BTMG§29?

1 Antwort

JA.

Du hast den Konsum von harten Drogen eingeräumt, daher bist du nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen. 

Der Nachweis des Konsums muss nicht zwingend analytisch erbracht werden, deine Aussage reicht aus.

Der Entzug der Fahrerlaubnis ist somit rechtens. 

Neuerteilung frühestens nach 12 Monaten nachgewiesener Abstinenz und positiver MPU.

Harte Drogen werden in Deutschland üblicherweise als Drogen definiert, die körperlich Abhängig machen (was zugegebenermaßen nicht der Wirklichkeit gerecht wird). Amphetamin ist also laut üblicher Definition keine harte Droge. Abgesehen davon ist es für die Führerscheinsituation absolut unerheblich, ob es sich im weiche oder harte Drogen handelt. Hätte es sich um Cannabis gehandelt, hätten die selben Konsequenzen für den Führerschein gedroht.

"daher bist du nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen"

Ich persönlich würde eher schreiben: Daher bist du laut Staat nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen. 

Leuten den Führerschein zu entziehen für Konsum, obwohl diese nicht berauscht gefahren sind, ist absolut nicht rechtens, und reitet die meisten in das, was unsere Gesetzeslage eigentlich verhindern soll: Ein problematisches Leben. Viele verlieren dadurch ihren Beruf und fallen erst recht ins Loch.

Nicht, dass Ihre Aussagen komplett falsch wären. Ich fühlte mich nur, als müsste ich ein wenig entstigmatisieren.

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@TheBlackEyedOne

Ich sehe das etwas anders, daher mal der Reihe nach:

Harte Drogen werden in Deutschland üblicherweise als Drogen definiert, die körperlich Abhängig machen

Die FsSt definiert das anders: THC = Weich, alles Andere = Hart

Abgesehen davon ist es für die Führerscheinsituation absolut unerheblich, ob es sich im weiche oder harte Drogen handelt. Hätte es sich um Cannabis gehandelt, hätten die selben Konsequenzen für den Führerschein gedroht.

Nein, bei Konsum THC wäre in der gleichen Situation (kein Nachweis einer Trunkenheitsfahrt) nur ein ärztliches Gutachten gefordert worden.

Bei THC geht die FsSt davon aus, daß zumindest ein Teil der Konsumenten noch über ein ausreichendes Trennvermögen zwischen Konsum und Teilnahme am Straßenverkehr verfügen und daher weiter geeignet sind, ein Fahrzeug zu führen.

Bei anderen Drogen wird dieses Trennvermögen rundweg verneint (was auch bei den meisten Konsumenten zutrifft).

Hier mal die Fakten:

"60 Prozent der Gelegenheitskonsumenten haben keine Bedenken, nach dem Drogenkonsum in ihr Fahrzeug zu steigen. Bei den Dauerkonsumenten erhöht sich dieser Anteil auf 91 Prozent" (Vollrath und Krüger: Auftreten und Risikopotenzial von Drogen im Straßenverkehr, „Blutalkohol“, Vol. 39, Nr. 1, 2002).

Daher bist du laut Staat nicht mehr geeignet, ein Fahrzeug im Straßenverkehr zu führen.

Genauer: Laut Ansicht der FsSt.

Leuten den Führerschein zu entziehen für Konsum, obwohl diese nicht berauscht gefahren sind, ist absolut nicht rechtens,

Ist absolut rechtens und entspricht der Gesetzeslage.

Viele verlieren dadurch ihren Beruf und fallen erst recht ins Loch.

Und das rechtfertigt die anderen Leute im Drogenrausch auf die Straße zu lassen? Wie viele Leute verlieren dadurch ihr Leben?

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@clemensw

Interessant mitzulesen...

Fakt ist und bleibt jedoch, dass der überwiegende Teil aller Unfälle von nüchternen Verkehrsteilnehmern verursacht wird. Müsste Nüchternheit im Straßenverkehr deshalb nicht verboten und unter Strafe gestellt werden?

Oftmals ist es eben nicht der (vermeintliche) Zustand, von dem angenommen wird er führe in eine Fahruntüchtigkeit, sondern es ist vielmehr die Art der "Waffe" ( = des Fahrzeugs) mit der verantwortlicher Umgang nicht rechtzeitig erlernt worden ist. Ähnlich wie in vielen Fällen verantwortlicher Umgang mit Drogen nicht rechtzeitig erlernt wurde.

17-18jährigen "Bubis" nach ein wenig Theorie und Praxis auf ein Geschoss mit soundsoviel PS zu setzen mutet in vielen Fällen genauso absurd an wie 17-18jährige Bubis zur Verteidigung des Vaterlandes in Krisengebiete zu schicken.

Dabei ist Drogengebrauch im Straßenverkehr ebenfalls als "Krisengebiet" zu betrachten, wobei der herrschende Verkehrs-Krieg teilweise  dem Mangel an konkreter Forschung wegen politischer Feigheit geschuldet ist.

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Deine mit-ausgestrecktem-Finger-Art zu schreiben kannst du schön sein lassen, clemensw. Ich habe einen Fehler gemacht und für diesen stehe ich mit allen Konsequenzen gerade.Es ist ebejn wie TheBlackEyedOne ganz richtig schreibt, jetzt bin ich im offenen Vollzug, kann wieder arbeiten und sofort wird der Führerschein entzogen. Obwohl ich wirklich keine Drogen genommen habe. Meine organisierten Arbeitsstellen musste ich also jetzt streichen.

Ich werde mit nem Anwalt sprechen. Aber danke für die Antwort.

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