Frage zu Zahnarzt wegen Karies

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ja, kann gut sein dass dein Zahnarzt das übersehen hat - mir ist es auch schonmal genau so passiert. Weil ich das mit der Zahnfleischentzündung irgendwann nicht mehr geglaubt hab, hab ich dann den Zahnarzt gewechselt, und der neue Zahnarzt meinte, dass da ein Riesenloch ist. Der neue Zahnarzt hat mir das so erklärt, dass Karies häufig von Zahnzwischenraum aus entsteht, und dann sieht man den erstmal nicht, wenn man kein Röntgenbild macht. Er meinte übrigens auch, dass so ein schmerzender Karies nicht schnell mal eben entsteht, sondern schon 2-3 Jahre braucht - also spricht wohl so einiges dafür, dass dein Zahnarzt das verpeilt hat. Ich würd mir an deiner Stelle nen anderen suchen...

ANWORT AUF DEN KOMMENTAR VON FRANZI1985 u.a.

Sehr geehrte Nutzerin Franz1985,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Da ich Medizin und Zahnmedizin studierte, „fehlt“ um genau zu sein ein „Dr. med. Dr. med.dent“., wenngleich nicht jeder Arzt promovieren müsste und ich auf akademische Grade keinen übergesteigerten Wert lege.

CHX ist bereits ab 0,12% wirksam, dies haben internationale Studien zweifelsfrei belegt (Rödig T, Hülsmann M.: Indikationen und Präparate zur medikamentösen Desinfektion. In Quintessenz 56 (10),2001, S. 1003-1011 und Zimmer S, Kolbe C, Kaiser G, Krage T, Ommerborn M, Barthel C.: Clinical efficacy of flossing versus use of antimicrobial rinses. In: J Periodontol 77, 2006, S. 1380-1385).

Genau das ist auch der Grund, weshalb CHX vom Robert-Koch-Institut vor jeder zahnärztlichen Maßnahme empfohlen wird. Wenn die Wirkung, die bereits seit mehr als 70 Jahren belegt ist, nicht eintreten würde, gäbe es diese Empfehlung nicht. Sämtliche Munderkrankungen werden durch Bakterien ausgelöst, daher ist eine antibakterielle Therapie der einzig sinnvolle Weg, um gegen die Erkrankungen vorzugehen. Mit Bohrer und Füllungen lassen sich nun mal keine Bakterien vertreiben. Eine antibiotische Therapie könnte den gleichen Effekt haben, ist jedoch in den meisten Fällen nicht notwendig, da eine antibakterielle Behandlung mit CHX oder ggf. auch Triclosan ausreichend ist. CHX hat zudem keine Nebenwirkungen, sondern lediglich „ungewünschte Begleiterscheinungen“ können zeitweise auftreten. Mit den neu entwickelten Produkten mit ADS-Formel treten diese Begleiterscheinungen zudem nicht auf.

Nachlässige Diagnosen, Behandlungsfehler, Übertherapien, Kosten und Schmerzen sind alles Gründe dafür, warum Wissenschaftler und Experten den Nutzen solcher Spüllösungen deutlich höher einschätzen als vorübergehende Zahnverfärbungen und Geschmacksirritationen. Ein gesundheitliches Risiko besteht nicht. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Begleiterscheinungen und Nebenwirkungen. Zumal auch darauf hinzuweisen ist, dass zahnärztliche Behandlungen teils enorme Risiken mit sich ziehen (Gesichtslähmung, Geschmacksverlust, chronische Schmerzen, lebensbedrohliche Infektionen, Zahnverlust etc.). Alleine in Deutschland sterben min. 1000 Menschen jährlich im Zahnarztstuhl. Im Vergleich dazu sind die möglichen Begleiterscheinungen von CHX harmlos.

Zumal insbesondere Bakterien abgetötet werden, die für die Entstehung von Parodontitis verantwortlich sind. In einer aktuellen Studie konnte nachgewiesen werden, dass diese Bakterien Myokardinfarkt (Herzinfarkt) bzw. Herz-Kreislauf-Versagen auslösen können, immerhin einer der Haupttodesursachen. Und Sie wollen behaupten CHX sei schlecht? Die Freiburger Professorin für Zahnmedizin, Prof. N. B. Arweiler, wies erst kürzlich in einer Fachpublikation deutlich darauf hin: „Die positiven Eigenschaften überwiegen immer, möglichen negativen Erscheinungen“. Sie verteufeln CHX, wohl wissend, dass jeder Eingriff, jeder Entzündungshemmer, jedes Schmerzmittel, jedes Füllungsmaterial, jedes Röntgenbild und jede Anästhesie in puncto Risiken nicht durch eine Mundspülung mit CHX zu übertreffen ist. Die Rede ist dabei von einem Wirkstoff, der nicht einmal apothekenpflichtig ist und frei als Kosmetikum verkauft werden darf. Selbst für hoch dosierte CHX-Präparate ist im Gegensatz zu hoch dosierten Fluoriden kein Rezept nötig.

Bei dieser Gelegenheit sei auch darauf hingewiesen, dass Studien belegten, dass es mit CHX zu keiner negativen Verschiebung der Mundflora kommt und auch die Bildung von Kreuzresistenten nicht möglich ist (Studien auf Anfrage). Ihr Einwand warum einen PZR sinnvoll sein soll, ist auch nur eine Nebelkerze. Warum sollte man 2x im Jahr „Essensreste“ (nur Zucker wird übrigens von s. mutans verstoffwechselt) entfernen? Bei der nächsten saccharosehaltigen Mahlzeit sind diese wieder exakt dort, wo sie der Patient nicht haben möchte, nämlich zwischen den Zahnzwischenräumen. Solange nicht die bakterielle Ursache der Erkrankung bekämpft wird, können Sie und auch ein Zahnarzt niemals den Erkrankungen Herr werden. Ich gehe davon aus, dass Sie selbst in der „Zahnmedizin“ beschäftigt sind und davon wirtschaftlich profitieren. Ich finde es unveranwortlich, dass Sie Aussagen lancieren, die einzig das Ziel haben, Patienten zu verunsichern und Patienten von der Gesundung abzuhalten. Wenn die Zahnmedizin so effektiv wäre und auch PZR einen nachhaltige Wirkung hätten, warum bitte haben dann 95% der Deutschen ein Problem mit Karies, obwohl Sie zum Zahnarzt gehen? Das Problem ist doch in der Zahnmedizin, dass sie ohne schädliche Bakterien ihre Daseinsberechtigung verlieren würde, deshalb hält man absichtlich und vorsätzlich die wissenschaftlich unumstrittenen Fakten zurück.

Selbst der Begründer der bakteriellen Kariestheorie, Willoughby D. Miller, empfahl bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine Kombination aus sorgfältiger Zahnpflege, einer Einschränkung zahnschädigender Genussmittel und die Hemmung des Bakterienwachstums mittels antibakterieller Wirkstoffe. Auf seiner Entdeckung basiert die gesamte, heutige Zahnmedizin. Der wichtigste Punkt wird jedoch unterschlagen: die antibakteriellen Wirkstoffe und das mit dem Ziel der finanziellen Bereicherung einer Zunft, die auf Bakterien angewiesen ist. 13 Milliarden Umsatz pro Jahr sind offenbar zu verlockend, als dass die Moral dieses Gewinnstreben unterbinden würde.

Gruß, Dr. L. Hendrickson, Facharzt für Pädiatrie und Zahnarzt i.R.

Liebe/r Fragesteller/in,

Karies wird durch Bakterien ausgelöst (u.a. s. mutans). Gegen diese Bakterien muss vorgegangen werden, damit man mundgesund bleibt oder wird.

Der Auslöser der Erkrankung muss also behoben werden. Daher bringt es nichts, nur die sichtbare, kariöse Stelle wegbohren zu lassen und eine Füllung darüber zu kleistern. Denn die Bakterien bleiben weiter im Mund. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis ein neues Loch am selben Zahn entsteht. Mit jeder neuen Füllung geht zudem gesunde Zahnsubstanz verloren und irgendwann ist der Zahn völlig kaputt behandelt.

Fakt ist: die schädlichen Bakterien müssen abgetötet werden, dann kann Karies nicht entstehen bzw. bestehende nicht weiter fortschreiten. Dazu braucht es keinen Bohrer, keine Füllung und keinen Zahnarzt! Bestehende Karies kann durch antibakterielle Maßnahmen und eine Ernährungsumstellung zudem austrocknen (Caries sicca). Eine zahnärztliche Behandlung ist dann nicht notwendig. Mit einer Röntgenuntersuchung kann man zwar die Schädigung des Zahnes diagnostizieren, solange jedoch die Krankeitsursachen bekämpft sind, in dies nicht wirklich relevant.

Außerdem muss man wissen, dass Karies eine ansteckende, ernährungsbedingte Infektionskrankheit ist, die ausschließlich durch Zucker entsteht, da sich Bakterien hiervon „ernähren“: Kein Zucker = keine Bakterien = keine Karies; ganz einfach. Man muss aber nicht auf Süßes verzichten: Es gibt natürliche Zucker wie Xylitol und Malitol die von Bakterien nicht verstoffwechselt werden können und damit keine Karies verursachen. Man hungert quasi die Bakterien einfach aus.

Um den Mund „bakterienfrei“ zu bekommen, empfehlen sich antibakterielle Mundspülungen mit dem Wirkstoff Chlorhexidin (z.B. Curasept 0,20%, Chlorhexamed). Da dieser Wirkstoff – bei richtiger Anwendung - bis zu 99,9% der schädlichen Bakterien abtötet, schließe ich persönlich aus, dass sich Ihre Karies signifikant vergrößert hat.

Alle anderen klassischen, zahnmedizinischen Behandlungen können daher nicht funktionieren, solange nicht die Krankheitsursache bekämpft wird. Wenn die Zahnmedizin so toll funktionieren würde, warum hat dann jeder dennoch Karies (95% der Deutschen!), obwohl jeder zum Zahnarzt geht? Das Problem in Ihrem Falle wird sein, dass Sie die Therapie mit Chlorhexamed ab- bzw. unterbrochen haben. Die Bakterien besiedeln dann innerhalb von zwei Wochen die Mundhöhle neu und dasselbe, alte Problem tritt wieder auf.

Zudem lassen sich Bakterien nicht so einfach wegbohren. Auch wenn Zahnärzte das gerne glauben möchten …

Alles Liebe!

Dr. L. Hendrickson

Facharzt für Pädiatrie und Zahnarzt i.R.

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also das sie zahnarzt sind bezweifel ich ganz stark --> med.dent fehlt ja auch. ihr super heilmittel für alles scheint ja CHX (chlorhexidin)zu sein (sie empfehlen es für jede erkrankung oder vorbeugung im mundraum) leider sind die meisten angaben falsch und auf nebenwirkung weisen die auch nicht hin.

CHX--> 0,2% hemmt das bakterienwachstum (nur mutans). erst ab 1% tötet es nachweislich bakterien ab. leider kann man chx nur 2 wochen benutzen, weil sonst nebenwirkung auftreten (geschmacksbeinträchtigung, verfärbung von zung und zähnen, schleimhautpilz)

wie gesagt tötet es nur s.mutans und was setzen sie gegen lactobacillen ein die z.b wurzelkaries verursachen

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@Franzi1985

Ich muss Franzi1985 zum Teil Recht geben!

CHX sollte man nicht als regelmäßige Mundspülung verwenden (wie sie schon sagte...wegen verfärbungen u.a.)!

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@Franzi1985

Sie verdrehen hier wissenschaftliche Fakten und verunsichern Patienten. In welchen Lebensmitteln Zucker enthalten ist, ist dahingehend nicht von Relevanz, sofern keine schädlichen Bakterien in der Mundhöhle sind. Zudem empfehle ich seit Jahren eine Ernährungsumstellung von kariogenem Haushaltszucker (Saccharose), auf zahngesunden Birkenzucker (Xylitol). Eine ausführliche Begründung und Stellungsnahme wurde als eigener Beitrag verfasst, da die Kommentarfunktion auf 2000 Zeichen begrenzt ist. Zudem bitte ich die beiden Damen Ihre Aussagen mit wissenschaftlich haltbaren, seriösen, internationalen Studien zu belegen.

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@Franzi1985

Sie verdrehen hier wissenschaftliche Fakten und verunsichern Patienten. Eine ausführliche Begründung und Stellungsnahme wurde als eigener Beitrag verfasst, da die Kommentarfunktion auf 2000 Zeichen begrenzt ist. Sie bestätigen in Ihrem Kommentar selbst, dass CHX gegen den Haupterreger der Karies (s. mutans) wirksam ist. Ohne diesen Erreger kann keine reguläre Karies entstehen, somit bestätigen Sie selbst, dass die Wirkung einer CHX-haltigen Mundspülung effektiv vor Karies schützt. Wurzelkaries ist im Verhältnis zu Fissuren- und Approximalkaries und vor allem Sekundärkaries (K. unter Füllungen) sehr selten. Lactobazillen verstoffwechseln, wie auch s. mutans, Saccharose (Zucker). Eine zahngesunde Ernährung mit nichtkariogenem Birkenzucker (Xylitol) beugt auch einer Überzahl Lactobazillen vor. Deren Konzentration ohnehin erst ab 50.000 pro Milliliter Speicher mit Risiken einhergeht. Zudem tritt durch CHX eine positive Verschiebung der Mundflora auf, das körpereigene Immunsystem kann somit ebenfalls eine zu hohe Konzentration von Lactobazillen korrigieren.

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