Frage zu Sensenmann...

10 Antworten

Ich denke mal, weil zu der Zeit, in der dieser Begriff entwickelt wurde, Frauen noch keine Macht zugesprochen wurde. Wer würde sich vor dem Tod fürchten, wenn er die Gestallt einer schwachen Frau hätte? (Nicht meine Meinung, Ich versuche nur nachzuvollziehen)

Hi, weil es "der Tod" und nicht "die Tod" heißt. Also seit Urzeiten maskulin besetzt ist. Daher auch: der Schnitter, nicht: die Schnitterin. Die gibts nur im Gedicht (Gustav Falke). Es gibt historisch auch keine Mama Gotta und keine Heilige Geistin, geschweige denn eine Jesa Christa. Aber im Zeitalter des galoppierendenGender Wahns(inns) ist wohl alles möglich. Gruß Osmond http://www.welt.de/print-welt/article699817/Weihnachten_mit_den_Hirtinnen.html Zitat: Im Internetforum der Nord- elbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche machen irritierte Christen ihrem Ärger Luft. "Mama unsere! Erbarme Dich! Frau Jesa Christa vergib ihnen, denn sie wissen es nicht besser", schreibt entsetzt ein Internetnutzer.

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http://www.literaturknoten.de/literatur/f/falke/poem/wareinstein.html Zitat: Falke Gustav

Die Schnitterin

War einst ein Knecht, einer Witwe Sohn, Der hatte sich schwer vergangen. Da sprach sein Herr: "Du bekommst deinen Lohn, Morgen mußt du hangen."

Als das seiner Mutter kund getan, Auf die Erde fiel sie mit Schreien: "O, lieber Herr Graf, und hört mich an, Er ist der letzte von dreien.

Den ersten schluckte die schwarze See, Seinen Vater schon mußte sie haben, Den andern haben in Schonens Schnee Eure schwedischen Feinde begraben.

Und laßt ihr mir den letzten nicht Und hat er sich vergangen, Laßt meines Alters Trost und Licht Nicht schmählich am Galgen hangen!"

Die Sonne hell im Mittag stand, Der Graf saß hoch zu Pferde, Das jammernde Weib hielt sein Gewand Und schrie vor ihm auf der Erde.

Da rief er: "Gut, eh die Sonne geht, Kannst du drei Äcker mir schneiden, Drei Äcker Gerste, dein Sohn besteht, Den Tod soll er nicht leiden."

So trieb er Spott, hart gelaunt, Und ist seines Weges geritten. Am Abend aber, der Strenge staunt, Drei Äcker waren geschnitten.

Was stolz im Halm stand über Tag, Sank hin, er mußt es schon glauben. Und dort, was war's, was am Feldrain lag? Sein Schimmel stieg mit Schnauben.

Drei Äcker Gerste, um's Abendrot, Lagen in breiten Schwaden, Daneben die Mutter, und die war tot. So kam der Knecht zu Gnaden.

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@osmond

Hi osmond. Schöner konntest du den beweis literarisch nicht antreten, dass das Weibliche das lebensbringende ist. Die weibliche Schnitterin holt nicht die Lebenden zum Tod, dieweibliche Schnitterin reißt die todgeweiten ( den Todgeweihtem) vom Tod zurück. Als weibliche Form verkehrt sich also Schnitter von Tod zum Leben :-))

Im Gegenzug ist sie selber Tod, aber hast du einPardon, wo der Sensemann am Ende hingerafft danieder liegt ?? Ich glaube kaum.

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@Merzherian

Hi Merthi, evtl. im Märchen - als Metapher? Rotkäppchen, die 7 Geislein? Der böse Wolf ist der personifizierte schreckenverbreitende Tod, der kleine Mädchen und Geislein frißt. Diese wrden aus dem Bauch geschnitten, wiedergeboren sozusagen. Der Wolf (Symbol des Todes) ertrinkt im Brunnen. Im Brunnen sind ja auch die kleinen Kinder containert, die der Klapperstorch an seine Mütter-Kundinnen ausliefert. lgO

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@osmond

Nicht ganz glaube ich. Sehe den Wolf hier, besonders bei Rotkäppchen nicht als Tod, sondern als Phallus-Symbol. Obwohl bei Rötkäppchen noch mehr dahinter steckt. Wie auch bei den 7 Geißlein wird das nicht an Regeln halten bestraft. Eine ganz subtile Botschaft. Und jeweils kommen 2 Wesen, die es sehr genau mit dem Einhalten der Regeln nehmen, der Jäger, sogar mit den Insignien der Macht ausgestattet und die Mutter, zur Rettung herbei. Klar, das Gute muß imMärchen siegen. SOnst verstehen es die einfachen Gemüter doch nicht. und da keiner erst durch den Bauch eines Wolfes wandern will, um dann gerettet zu werden, hat man halt die Botschaft zu erfüllen. Bleibe auf deinem Weg, weiche nicht davon ab, tue nichts, was dir verboten ist. Und dir widerfährt kein Unheil. Auf den Gedanken, dass die Opfer tot sein könnten, kam ich auch als Kind nicht. Also der Wolf als Symbol für Böse, Verboten ja. Aber hher kein Sensemann. LG

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@Merzherian

Hi Merthi - überlege die ganze Zeit, welches (Märchen-) relevante Wolfsteil ein Phallussymbol sein könnte (den zwiefachen Schweif mal unbeachtet gelassen). Für mich stände der Wolf eher für ein (sexuelles) Symbol der Kastrationsangst und damit konkurrierender Impotenzangst. Analog zu Dalis Bild: Anpassung der Begierden, siehe Link, jedoch Löwe anstatt Wolf). Ansonsten eine sehr gute Interpretation. Jetzt kann ich über diesen Leisten auch die seichten Krimiserien im TV schlagen. lgO http://www.metmuseum.org/toah/images/h2/h2_1999.363.16.jpg

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Weil es der Tod ist und nicht die Tod?

Alle üblen anthropomorphen Gestalten sind männlich. Wir mögen Frauen einfach zu gerne um ihnen schlechte Eigenschaften unter zu schieben.

Da gibt es die Zahnfee und so. Also nur liebe Gestalten.

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Mit rechtschreibung hat das garnix zu tun...

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@Drohmar98

@Drohmar

Mit Rechtschreibung nicht, aber mit dem männlichen Artikel irgendwie schon.

Die Vorstellung des Todes als sensenschwingendes Skelett mit Kapuzenumhang stammt aus dem Mittelalter und geht auf die Bibel zurück und die Geschichte mit den vier Reitern der Apokalypse. Der Tod ist in dieser Geschichte eindeutig männlich, wie eigentlich fast alle handelnden Personen in der Bibel. Die Frauen sind fast immer nur Beiwerk.

Bei den Griechen war der Tod eine Frau. Wobei diese nur den Faden des Lebens durchschneidet und keinen persönlich abholt oder so.

Es ist wohl so, dass die Frauen in der christlich geprägten Gesellschaft des Mittelalters immer nur passive Begleiterinnen der Männer waren und ihnen keine "Eigeninitiative" zugestanden wurde. Wie sollte eine so gesehene Person den Tod personifizieren?

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