Frage zu Physikstudium an Universität?

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6 Antworten

mineralixx hat das schon relativiert. Interessiert dich der Stoff und bist du mit Leib und Leben dabei und hast du den Durchblick, dann ist dürfte das keine 70-Stunden-Woche sein. Wer sich mit Fleiß durch so ein Studium quälen muss, wird wohl vielleicht den Abschluss schaffen, aber ein Physiker oder eine Physikerin wird das nie. Irgendwie muss man den Hang zu Mathematik und den Drang nach Wissen mit der Muttermilch mitbekommen haben. Schüler, die in der Schule immer nur für die nächste Klassenarbeit gelernt haben und dann alles danach vergessen wollten, sind im Physikstudium fehl am Platz. Wenn man im Physikstudium merkt, dass man sich echt quälen muss und die Zusammenhänge nicht sieht, dann sollte man schnellstens das Fach wechseln. Dann hilft die ganze aufgewendete Zeit nicht.

ja, es ist so hart. Aber schaffen kann man es schon, auch wenn man kein Mathe-Hirni ist. Am beten suchst Du Dir fürs Vordiplom eine Uni, in der die Physikfakultät nicht so riesig ist (also nicht Heidelberg, München, Göttingen...). Da wird in den Übungen mehr auf den Einzelnen eingegangen und Du bekommst eine entsprechend bessere Förderung.

Gute Karten im Physikstudium hat man außerdem, wenn man in Elektronik ein bisschen Bescheid weiß (Lötstation und Baukasten zuhause?), wenn man schon ein bisschen programmieren kann, und wenn man sich von Anfang an angewöhnt, Sachen am PC nachzurechnen (mit Matlab oder Mathematica).

Ansonsten gibt es teilweise noch Studiengänge die "technische Physik" heißen, da wird dann eben mehr Wert aufs Basteln und weniger auf die Theorie gelegt. Ein Ingenieurstudiengang kann auch eine gute Alternative sein. Je nachdem, was Du hinterher wirklich machen willst (das ist sowieso die wichtigste Frage: willst Du hinterher Professor werden, in der Industrie forschen, Satelliten bauen, CCD-Chips entwickeln und verkaufen, Laserschwerter schärfen.... )

jorgang 29.08.2012, 20:52

Also die Geschichte von den "Technischen Physikern" als Bastler möchte ich hier sehr in Frage stellen. Mag sein, dass die Leute der brotlosen theoretischen Physik diese Untermenschen so einschätzen. Aber die technischen Physiker sind die Leute die z.B. die Halbleiterphysik dahin gebracht haben, wo wir heute die hochintegrierten Bausteine der Computer produzieren. Dazu gehören die Verfahren der hochauflösenden Optik, die Halbleiterphysik, die Technologieprozesse. Und die sollen alle von Bastlern erfunden sein? Zur Technischen Physik gehören aber auch die Brennstoffzellen-, die Solarzellenforschung, alle Energieumwandlungsprozesse. Und die Leute, die dort arbeiten, brauchen einen verdammt guten theoretischen Hintergrund. Mit Basteln ist das nicht getan.

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pennyhedron 01.09.2012, 19:10
@jorgang

das mit dem Basteln war überhaupt nicht abwertend gemeint. Bin selber Bastler. Die Lehre ist aber trotzdem etwas anders aufgestellt und weiter weg von der reinen Mathe als das z.b. beim Physikstudiengang in Göttingen der Fall ist

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Physik ist weitgehend "angewandte Mathematik". Und ob man das Studium als "hart" empfindet, hängt davon ab, wie "gut" man ist, ob man zu selbstständigem Lernen gelernt hat und wie stark das Interesse am Fach ist.

Ein Studium ist NIE einfach,sondern i.d.R. immer hart...ich kenne keinen Studiengang,in dem man "chillen" kann ;) Kommt natürlich auch auf den Menschen drauf an,wie er es empfindet.

Viele Freunde von mir studieren Physik und die haben,was Vorlesungen,Seminare usw. angeht,auch nicht mehr oder weniger als ich.Was man dann zuhause noch macht ist natürlich jedem selbst überlassen.Auch kann man sagen,dass diese Leute schon ein mathematisches Verständnis haben,was ihnen bis jetzt auch eher geholfen als geschadet hat,ein einser Schüler ist darunter aber nicht,also denke ich,dass es wie überall ist: Fleiß zahlt sich aus.Man kann die Mathematik im Studium,meiner Meinung nach,eh nicht mit der in der Schule vergleichen,am Anfang hilft das vllt noch,aber sonst...

also ich weiß nicht wie es in deutschland ist (auserdem ist es ws. auch von uni zu uni verschieden) aber zumindest in ibk ist es nicht so hart also 70 wochenstunden hast du höchstens während der prüfungswochen aber auch nur weil du dann zuhause die ganze zeit lernst. als schlechter 2er schüler wirst mit deinem mathe ws. durchkommen solange du mitlernst da du andere mathematik brauchen wirst als in der schule

Das kommt darauf an, wie Du Dir Deine Vorlesungen legst. Die meisten übernehmen sich in den ersten Semestern, und machen viele Scheine nochmal. Was die Mathematik angeht, dass lernst Du alles im Studium. Natürlich ist hier eine gute mathematische Vorbildung sehr von Nutzen, da es Dir Lernzeit erspart. Jedoch wenn Du interessiert genug bist, kann man die Mathematik als notwendiges Übel betrachten und es auch gut schaffen. Also keine Angst vor der Mathematik.

Wie Jorgang schon geschrieben hat, es steht und fällt alles mit Deinem Interesse. Das Eigeninteresse ist die beste Motivation :-). Weiter teilen sich die Physiker in theoretische und Experimental-Physiker auf. Die einen sind halt die, welche mit Mathe-Programmen simulieren und alles versuchen auf dem mathematisch-theoretischen Weg zu lösen, die anderen "basteln" und messen :-). Gute Physiker können jedoch beides.

Der Haupt-Zeitaufwand wird in den ersten Semestern jedoch das Schreiben von Protokollen und Messauswertungen sein. Das nimmt eine Menge Zeit nach der Uni in Anspruch. Hier ist es sehr sinnvoll, wenn Du das am Rechner mit z.B. LaTex kannst. Zur Not macht es natürlich auch ein graphisches Schreibprogramm wie Office oder so. Wenn Du hier schon Grundlagen beherrscht, sparst Du wieder Zeit und Nerven :-).

Meine Erfahrung war immer: ich saß zu Hause über meinen Protokollen und Freunde, welche auch alle studierten (Jura, BWL, Soziologie, ...) , sind zum Sport oder haben sich im Park getroffen. Leider war mein mathematisches Vorwissen eher schlecht, sodass ich viel zu den Vorlesungen lernen musste. Das hat mich viel Zeit gekostet, aber schulte auch mein Willen zum Lernen. Denn wie sagt man so schön, dass Lernen muss man erst erlernen :-).

Resultierend kann man sagen, ein Physik- oder Mathe-Studium sitzt man nicht auf einer ...Backe ab. Wenn Du dieses Studium jedoch aus innerer Überzeugung und aus innerer Motivation machst, gibt es keine großen Probleme :-).

Alternativen zum Physik-Studium:

-Studium der physikalischen Technik (Ing.Studium) ( http://de.wikipedia.org/wiki/Physikalische_Technik )

Dieser Studiengang ist an einer TU oder an einer Fachhochschule, und ist sehr anwendungs-orientiert auf z.B. die Medizintechnik ausgelegt. Von der Experimental-Physik her, würde ich sagen, deckt es sich zu 80% mit einem Physik-Studium. Natürlich fällt die Mathematik weit einfacher aus und die theoretische Physik völlig weg.

Dafür hat man Vorlesungen wie Klinische Chemie, Anatomie, Medizingeräte-Technik, MRT-Röntgen-Technik, technisches Zeichnen, etwas organische Chemie und eben viel zur Experimental-Physik.

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