Frage zu Nietzsches Zarathustra - was könnte der Ausspruch ' Segne den Becher welcher überfließen will, dass das Wasser golden aus ihm fließe'' bedeuten?

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4 Antworten

Die Bedeutung dieses pathetischen Gedichts wird klar, wenn man es im Zusammenhang liest. Es steht in Zarathustras Vorrede. Die Situation erinnert an Buddha oder Jesus, die beide vor ihrer Sendung erst in der Einsamkeit die Botschaft ihrer Sendung "empfangen" haben. Zarathustra spricht nicht zu Gott sondern zur Sonne als Symbol einer "neidlos" freigiebigen Kraft. Zur Sonne sagt er (meine Kommentare in Klammern):

So segne mich denn, du ruhiges Auge (die Sonne, allerding die Nähe zum "Auge Gottes" ist unverkennbar), das ohne Neid auch ein allzu großes Glück sehen kann!
Segne den Becher (das ist Zarathustra selbst, der in der Einsamkeit seine Weisheitslehren gesammelt hat), welcher überfließen will, dass das Wasser golden aus ihm fließe (gemeint seine Weisheit) und überallhin den Abglanz deiner Wonne trage! (Seine Weisheit ist eine göttliche Weisheit!)
Siehe! Dieser Becher will wieder leer werden, und Zarathustra will wieder Mensch werden. (Zarathustra drängt es, seine Lehren an die Menschen weiterzugeben, sodass dadurch eine Egalisierung des Wissens zwischen den Menschen und Zarathustra heranwächst. Damit schmilzt der "Vorsprung" Zarathustras und er wird Mensch wie die durch seine Lehren weiser gewordenen Menschen.)

Nietzsche wählt die Form eines Hymnus mit einer entsprechend pathetischen und bildreichen Sprache.

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also die beteutung von diesem satz heißt ein mensch hat eine seele und wenn der mensch (segnen den Becher welcher überfließen will) das er sich würglich alle seine schuld an erkennt und demm hern nah sein will. (das wasser golden aus ihm fließe) das dich reincheit der seele und die liebe auf alle anderen Fließt. halt das er alles gute denn menschen weiter bringe möge die liebe und die bamherzigeit die heilung. so würde ich es mal sagen denn der herr braucht doch kein becher ;)

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Ich seh das so wie zeenlee. Der Becher ist die Seele oder des Menschen Herz. Und das Wasser ist das Symbol für Leben. Man könnte es auch weiter auslegen und Wasser nicht nur mit Leben sondern auch mit Liebe und Güte in Verbindung bringen.

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Es gibt keine Becherweisagung in der christlichen Religion - wie kommst denn auf sowas?!

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Heger1234 06.07.2016, 22:57

Doch - im ersten Buch Mose mein ich.

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dandy100 06.07.2016, 23:37
@Heger1234

Tatsächlich

1 Moses 44 - alle Achtung,  Du kennst Dich ja sehr gut aus -besser als ich und ich habe wenigstens Literaturwissenschaft studiert.

Den Bezug zu dieser Bibelstelle sehe ich allerdings nicht.

Das Bild eines überfließendes Bechers ist ein Symbol der Verschwendung -  in diesem  Fall der Lebenskraft, mit der sich Zarathustra nach den Jahren der Einsamkeit wieder voll und ganz dem menschlichen Leben zuwenden will.

Das goldene Wasser ist die überbordende Lebenskraft, die in ihm pulsiert und sich verschwenden will - das hat meiner Meinung nach keinen alttestamentarischen Bezug, denn in der Textstelle bei Moses geht es um einen realen Becher, ohne jede Symbolik.

So verstehe ich das  jedenfalls.

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