´Frage zu Kündigung des Mietvertrages wegen Krankheit des Mieters

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8 Antworten

Nein, das ist so unmöglich. Du hast die Frau gut und einzig richtig beraten: Sie soll sich an den Mieterbund wenden. Hier wird sie Hilfe finden. Auch wenn man hier dem Mieterbund beitreten muss, steht der jhrl. Mitgliedsbeitrag in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den man davon hat. Ich finde es sehr gut, dass Du das Ehepaar auch hier unterstützt. Alles Gute.

Sage der Frau das sie sich keine Sorgen machen muß, denn:

  1. eine mündliche ist unwirksam
  2. wäre die Krankheit des Mannes kein wirksamer Kündigungsgrund

Noch eine Frage dazu, wohnt das Ehehpaar und der Vermieter in einem Haus und wieviel Wohnungen hat das Haus?

Mieterverein ist schon mal ein guter Rat. Im E-Fall (Vertretung durch einen Anwalt oder Klage) wird der allerdings erst nach 3 Monaten (?) Mitgliedschaft tätig.

urmel1981 07.09.2010, 11:14

beim mieterschutzbund könnte man auch rückwirkend den Beitrag für 3 Monate zahlen. Dann bekommt man soforthilfe

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Schnucki2000 07.09.2010, 13:24

Vermieter wohnt nicht im Haus. Es geht ja zunächst nur um eine fundierte Beratung durch den Mieterverein. Ich meine auch, dass es so einfach nicht möglich ist, ohne vorherige Abmahnung und nur mündlich, ein altes, krankes Ehepaar die Wohnung zu kündigen.

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anitari 07.09.2010, 13:59
@Schnucki2000

"Ich meine auch, dass es so einfach nicht möglich ist, ohne vorherige Abmahnung und nur mündlich, ein altes, krankes Ehepaar die Wohnung zu kündigen." Das siehst Du vollkommen richtig.

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Eine fristlose Kündigung wegen Ruhestörung ist schwierig. Letztendlich muss der Vermieter einen Nachweis erbringen, damit die Kündigung in einem Rechsstreit auch Bestand hat. Das betroffene Paar sollte einen Rechtsanwalt aufsuchen (und zwar umgehend) und die Kündigung anfechten.

Das ganze ist keine rechtskräftige Kündigung sondern nur ein ungünstig formulierter Wunsch des Vermieters.

der Beitritt zu einem Mieterverein kann zwar hilfreich sein, aber auch ein guter Anwalt schadet hier nicht.

Ein friedliches Mietverhältnis wird unter solchen Umständen wohl nicht mehr möglich sein von daher wäre ein Umzug dennoch ratsam, sofern der Vermieter in der Nähe der Wohnung lebt und es unweigerlich ist, dass man sich öfter mal sieht. Aber man braucht keinerlei Angst zu haben sein Recht einzufordern. Denn kündigen kann der Mieter nur wenn Eigenbedarf anmeldet, bzw. wenn wirklich erhebliche (und beweisbare) Beeinträchtigungen gegenüber anderer Mietparteien vorliegen.

Es ist keine Kündigung, Es gibt ja auch keinen Kündigungsgrund. Ich würde ihr raten über den Mieterschutzbund Kontakt zum Vermieter aufzubauen und Ihnen ggf. zusätzlich Kontakt zum Vermieter aufzunehmen und Situation des mannes schildern. Wohnt der vermieter im Haus? Vielleicht gibt es auch ein Problem mit den Nachbarn, eventuell hilft es, wenn man diese um mehr Verständnis bittet und ggf. eine Lösung sucht, so dass der geräuschpegel so gering wie möglich gehalten wird

Rauswerfen dürfte in diesem Fall auf nicht gehen - Mieter stehen in Deutschland ja durchaus unter einem gewissen Schutz...und wenn er wirklich nicht laut ist sehe ich da schon zweimal kein Problem.

Ich kann da nur zum Mieterverein und zum Abschluss einer Rechtschutzversicherung raten - kein Richter setzt einen an Demenz erkrankten auf die Straße.

spamhasser 07.09.2010, 10:59

Ich gebe dir beinahe vollkommen Recht Nadine, aber eine Rechtschutzversicherung ist völlig unnötig und nur pure Geldverschwendung. Denn für sozial-schwächer-gestellte Menschen gibt es Gerichtskostenbeihilfe. Und zudem ist es in vielen Fällen billiger einmalig einen Rechtsanwalt zu bezahlen, als regelmäßig einen kleineren Betrag zu bezahlen und man ggf. lange Vertragslaufzeiten hinnehmen muss. Denn eine Rechtschutzversicherung übernimmt auch nur dann die Kosten übernimmt, wenn bei einer Verhandlung eine ausreichende hohe Wahrscheinlichkeit besteht den Prozess zu gewinnen.

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Der Hinweis auf einen Mieterverein war richtig.

Der VM müßte schriftlich kündigen, was er wohl kaum tun wird.

Die Kündigung muss begründet werden.

Trotzdem eine Frage. Wohnt dieser Mieter alleine mit dem Vermieter in einem Haus, in welchem nicht mehr als zwei Wohnungen bestehen ?

Er könnte dann zwar schriftlich kündigen, müsste aber zu der gesetzlichen Frist drei weitere Monate hinzuzählen.

anitari 07.09.2010, 11:54

"Trotzdem eine Frage. Wohnt dieser Mieter alleine mit dem Vermieter in einem Haus, in welchem nicht mehr als zwei Wohnungen bestehen ?" DH ... Das war auch mein Gedanke bei der Sache.

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Schnucki2000 07.09.2010, 12:49

Vermieter wohnt gar nicht mit im Haus, aber Angehörige von ihm.

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wunhtx 07.09.2010, 13:17
@Schnucki2000

@schnucki2000

Danke für den Hinweis. Da ich im Mietrecht berate, ist eine der ersten Fragen, um das Vorgehen bewerten zu können, auch eine Hilfe geben zu können, die Frage, wo und wie jemand wohnt.

Es gibt teilweise sehr geringe Probleme und wer da nicht beachtet, dass der VM in besonderen Fällen ein Sonderkündigungsrecht haben könnte, schadet dem Hilfesuchenden mehr als er diesem nützt.

Wer immer berät, er/sie sollte sich an den Grundsatz halten, ein Mietverhältnis zu erhalten, wenn dies möglich ist.

Meine Frage ist beantwortet. Für Familienangehörige gilt das Sonderkündigungsrecht des VM nicht.

Um Wiederholungen zu vermeiden. anitari hat hier bereits ausreichend geantwortet

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Danke für eure Antworten, die alle hilfreich sind. Würde gern euch allen den Stern geben , aber es gibt ja nur einen.

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