frage zu jeremy bentham: utilitarismus bitte helft mir!

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Erst mal zu Jeremy Bentham selbst (* 15. Februar 1748 in Spitalfields, London; † 6. Juni 1832 in London). Es ist die Zeit des Feudalismus mit absolutistischer Fürstenherrschaft. "Seiner Zeit weit voraus forderte er allgemeine Wahlen, das Frauenstimmrecht, die Abschaffung der Todesstrafe, Tierrechte, die Legalisierung der Homosexualität und die Pressefreiheit. Er gilt als Vordenker des Feminismus, als Vorkämpfer der Demokratie, des Liberalismus und des Rechtsstaats." (Wikipedia) - Nur war es nicht ganz so einfach, damals soetwas zu fordern. Er ist ein Zeitgenosse von Kant. Benthams "Utilitarismus" (= am Nutzen orientiert) ist der Gemeinschaft stärker verpflichtet als Kants kategorischer Imperativ. Darum stellt die Aussage, seine Lehre sei: Tu was Dir nutzt, seine tatsächliche Lehre auf den Kopf gestellt. Denn tatsächlich hat er gefordert: "Das größte Glück der größten Zahl (greatest-happiness-principle) ist das Leitprinzip von Benthams utilitaristischer Ethik. Eine Handlung bewertet sich demnach allein nach ihren sozialen Folgen: Eine Handlung ist moralisch richtig, wenn sie der Allgemeinheit (bzw. der größten Zahl) nützt; eine Handlung erweist sich als moralisch falsch, wenn sie der Allgemeinheit schadet." (Wikipedia) Damit verlangt Bentham, dass man die Gemeinschaft in den Mittelpunkt des Maßstabes stellt und der einzelne persönlich zurückstehen muss. Das sind fast sozialistische Töne. Missverständnisse kommen auch daher, dass Nutzen keine gute deutsche Übersetzung aus dem englischen ist. Sein Zeitgenosse Adam Smitz hat z.B. ein Hauptwerk zur Ökonomie veröffentlicht, dessen Titel lautete: Wohlstand der Nationen. Im Deutschen müsste man UTILITARISMUS besser mit "WOHLFAHRTSTHEORIE" übersetzen. Dann wird auch die Nähe zu den klassischen Werken von Adam Smith und David Ricardo klar, die beide Lehrmeister von Karl Marx waren. Darum bedeutet "UTILITARISMUS" eben nicht, "man tut, was einem Nutzen bringt" sondern "Tue das, was die Wohlfahrt aller erhöht und unterlasse alles, was der Wohlfahrt aller mehr schadet, auch wenn es dir persönlich nutzt."

Das kann man nicht einfach so erklären. Hast du denn konkrete Fragen? Oder schon überhaupt mal Aufzeichnungen gemacht und ne gewisse Vorstellung? Denn ganzen Utilitarismus auszubreiten dauert nämlich ewig^^.

Kurz und Knapp: Man tut nur was Nutzen bringt ... Bentham sagt, dass nur solche Handlungen richtig sind, die dem Handelnden oder seiner Zielgruppe Nutzen, Glück, Vorteil etc. bringen. Es wird ser Wert einer Handlung nicht nach Ethik, Moral oder zugunsten eines Gottes beurteilt sondern an ihrem Nutzen für den handelnden und die Seinen ... ganz grob

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