Frage zu Gema - nicht geschütze Musik

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4 Antworten

Ob und was an die GEMA zu zahlen ist, hängt von folgenden wesentlichen Parametern ab:

  1. Die Art der Veranstaltung (der Begriff "öffentlich oder nicht" und die dazu anhängigen, einschlägigen Urteile sind von der GEMA sehr gut dargestellt).
  2. Die dort wiedergegebene Musik. Stammt auch nur ein einziges Stück aus dem GEMA-Repertoire - das lässt sich anhand einer öffentlichen Datenbank leicht überprüfen -, fallen die Vergütungen ab der ersten Sekunde der Wiedergabe an.
  3. Die zutreffende Tarifart. Je nach Veranstaltungs- und Wiedergabeart fallen vollkommen unterschiedliche Sätze an; das kann eine Pauschale sein, das kann von der Zuhörerzahl abhängen etc. pp.. Davon hängt u.a. auch ab, wie umfangreich die Dokumentationspflichten aussehen. Von gar keiner (DJ-Einsatz) bis zur kompletten Setlist (Liveband) ist alles drin.

Daraus folgt: Was Du anmeldest, hängt davon ab, was genau Du vorhast.

In der Tat gibt es Künstler, die sich selber vertreten. Das gilt aber nur bei von ihnen selbst komponierter und geschriebener Musik. Bei Coverbands, Playback-Sängern et cetera sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Streng genommen müssten Dir die Künstler schriftlich zusichern, kein Mitglied bei der GEMA zu sein (mit der Mitgliedschaft bei der GEMA treten sie ihre Ansprüche für alle Lizenzeinnahmen an die GEMA ab, das wird nicht nach Song unterschieden) und Dich von etwaigen Ansprüchen freizustellen. Käme die GEMA nun doch auf Dich zu, müsstest Du (im Außenverhältnis) erst mal berappen und Dich danach (im Innenverhältnis) am Künstler schadlos halten, sofern er gegen seine Erklärung verstoßen hat.

"Künstler" sind ja auch Komponisten... und die werden nun mal auch von der GEMA vertreten. Wenn Herr Wagner also eine Melodie schreibt und dieses Werk der GEMA meldet (zwecks Aufnahme in die Datenbank) und Herr Nobbe darauf singt, dann gibt er - rein von der Melodie her - ein Stück aus dem GEMA-Repertoire wieder.... autschn.

Vielleicht macht Dir das die Welt der Rechte und Rechteverwerter etwas klarer.

Hi HerrWagner,

also ich kann dir deine frage auch nicht so ganz beantworten, nur dass es außer der Gema keine andere Organisation gibt, die die Rechte der Künstler verwertet. Bei einer öffentlichen Veranstaltung musst du Größe des Venues und Personenanzahl angeben sowie die Titel, Interpreten, Autoren der Songs usw. angeben. Aber es gibt ja auch Gemafreie Musik und wenn du nur deine eigenen Sachen spielst... da weiß ich nicht so genau wie das ist. Am besten du rufst mal bei der Gema an!? Die sind eigentlich da sehr kooperativ ;-)

HerrWagner 15.03.2012, 18:23

Ich hab vorher mal die GEMA-Seite besucht und mir zumindest die 10 Fragen durchgelesen. Aber so richtig ging es da nicht hervor, dass man der GEMA für NICHT-GEMA-MUSIK oder Lizenzfreier Musik nix zahlen muss (Vermutlich um den Veranstaltern keine Tipps zu geben xD) Das Fehlen dieser Information auf dieser Seite hat mich erst wirklich zum überlegen gebracht.

Aber ist auch logisch. Wenn die Geld für Lizenzfreie oder NICHT-GEMA-MUSIK Musik eintreiben würden sie ja selber "klauen".

mfg

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Ist ein bisschen komisch in Deutschland. Eine private Feier musst du nicht anmelde und auch nicht beyahlen. Eine oeffentliche Veranstalltung muss aber gemeldet werden. Auch wenn nur Gemafreie Musik dort laeuft. Denn obwohl das in Deutschland eigentlich gesetzlich in allen Faellen eigentlich anderst ist, liegt die Nachweisspflicht beim Beschuldigten. Deshalb musst du es bei der Gema anmelden, damit sie notfalls einen Kontrolleur vorbeischicken koennen. Wenn Gemafreie Musik laeuft musst du aber nichts zahlen. Alle die Angaben die ich gemacht habe sind ohne Garantie. Fuer weitere Infos, kannst du ja auf der Gema Homepage vorbei schauen!

udnobbe 15.03.2012, 23:30

Da ist überhaupt nichts komisch in Deutschland. Für die öffentliche Musikwiedergabe sind Lizenzabgaben fällig, Punkt fertig aus. Wann eine Musikwiedergabe "privat" ist und wann die Schwelle zur Öffentlichkeit überschritten ist, ist in vielen Urteilen eindeutig geklärt worden. Wo liegt das Problem?

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concertidee 16.03.2012, 09:46

Es zwar nicht komisch, aber fragestella hat trotzdem Recht. Die Veranstaltung muss zwar angemeldet werden, wenn sie öffentlich ist, trotzdem wird eine Rechnung durch die GEMA nur dann gestellt, wenn Musik von GEMA-Künstlern aufgeführt wird.

Im übrigen gibt es durchaus Künstler, die sich durch andere Organisationen vertreten lassen oder die es selbst machen. Letzteres ist sehr unpraktisch, denn sobald man als Urheber einen Hit schreibt, der häufig im Radio oder in Veranstaltungen läuft oder gar gecovert wird, ist es kaum möglich, von den jeweiligen Verwendern Lizenzgebühren einzufordern.

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Wenn du nur Künstler ohne Gema-Vertrag hast, die dazu nur eigene (oder andere freie) Songs spielen, dann musst du keine Gema zahlen.

HerrWagner 15.03.2012, 17:57

Man muss also direkt im "Antrag" angeben welche Musikstücke man spielen will?

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LastNightfall 15.03.2012, 17:58
@HerrWagner

Soweit ich weiß muss man das erst hinterher. Wenn du allerdings nur Gemafreie Musik hast, dann musst du überhaupt nichts an die Gema melden.

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concertidee 16.03.2012, 09:47
@HerrWagner

In der Veranstaltungsanmeldung nicht. Nur hinterher sollte eine Titelliste vorliegen.

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