Frage zu Erbrecht- Rechnung wenn eine Schenkung -Haus verkauft wurde!

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4 Antworten

Tatsächlich bekommt ihr möglicherwesie überhaupt nichts :-O

Aber der Reihe nach: Hier ist die Schenkung unwiderruflich vollzogen. An dem verschenkten Vermögenswert besteht also lediglich ein Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Sofern es sich tatsächlich um einen reine Schenkung, also Übergabe ohne Pflegepflicht, Wohnrecht usw . handelte, werden vielmehr 7/10 des Übergabewerts dem Nachlass der Erblasserin hinzugerechnet :-)

Allerings nur, wenn sie im vierten Jahr nach der Übergabe verstrab; im dritten Jahr wären es 8/10.

Das Gesetz formuliert in § 2325 Abs.1 BGB wie folgt: "Hat der Erblasser einem Dritten eine Schenkung gemacht, so kann der Pflichtteilsberechtigte als Ergänzung des Pflichtteils den Betrag verlangen, um den sich der Pflichtteil erhöht, wenn der geschenkte Gegenstand dem Nachlass hinzugerechnet wird."

Beispiel: Der tatsächliche Nachlass beträgt 100.000 EUR. Das Haus hatte einen Wert von 200.000 EUR, der abgeschmolzen noch mit 140.000 EUR hinzukommend einen fiktiven Reinnachlass von 240.000 EUR und damit ein Pflichtteilsrecht von 60.000 EUR ergäbe.

Zu eurem jeweiligen nach tatsächlich vorhanden Reinnachlass bestehenden Erbe vom 50.000 EUR kämen also noch pfichteilsergänzend 10.000 EUR hinzu.

Nur: Hier seit ihr als Erben pflichtteilsberechtigt und da gelten andere Regeln. Selbst im Testament eingesetzte Erben haben zwar diesen Ergänzungsanspruch, der er wirkt sich aber nur dann aus, wenn der Wert des Geschenks im Vergleich zum Werterbteil und zum Nachlasswert im Todesfall exorbitant hoch ist oder es sich um eine böswillige Schenkung handelte.

G imager761

Deine Darstellung ist etwas unüberichtlich, insbesondere was wie verteilt werden soll.

Um zu prüfen, ob ich es verstanden habe.

  1. Eure Mutter hat das Haus an ihre Schwester verschenkt.

  2. 3 Jahre später ist Eure Mutter verstorben.

  3. Jetzt soll das Haus verkauft werden, aber das hat mit dem ERbfall erstmal ncihts zu tun.

  4. Ihr habt gegen die Tante Pflichtteilsergänzungsansprüche.

  5. Ich setze mal, es gibt kein Vermögen/Erbe ausser dem Haus.

  6. ZurKlarstellung mit Summen. Nehmen wir an, dass Haus wäre 300.000,- Wert. dann wären nach 3 Jahren die Schenkung noch mit 210.000,- in die Erbmasse zu bringen. Der Pflichtteil von DEinem Bruder und Dir ist jeweils 1/4.

Das bedeutet Ihr habt gegen die Tante jeweils einen Anspruch von 52.500,- in Geld.

  1. ob die das Haus verkaufen muss, um Euch auszuzahlen, oder ob sie sich die 105.000,- Euro von der Bank als Darlehn holt und Euch auszahlt, ist dabei egal.

Nachzulesen ist das Ganze in § 2325 BGB.

Das bedeutet Ihr habt gegen die Tante jeweils einen Anspruch von 52.500,- in Geld.

Rechtsgrund für diese Behauptung?

Zunächst lösen Pflichtschenkungen aus sittlicher Pflcht, etwa in dankbarer Anerkennung der Betreuung und Pflege duchr die Beschenkte oder in Ausgleich erheblicher Instandhaltung des ehemaligen Elternhauses an die Schwester - auch in dieser Höhe - überhaupt keinen Anspruch aus.

Dann sind Schuldner (der Nachlassverbindlichkeit!) Pflichtteilsergänzungsanspruch zunächst die Erben selbst. Von der Beschenkten kann der Pflichtteilsberechtigte die Herausgabe des Geschenkes nur dann verlangen, wenn der Erbe selbst zur Ergänzung des Pflichtteiles nicht verpflichtet ist, etwa weil kein ausreichender oder nur ein verschuldeter Nachlass vorhanden ist.

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@imager761

Ich habe lediglich die Bemerkung vergessen, dass ich natürlich davon ausgehe, dass nichts mehr zum vererben vorhanden ist.

Wenn ein vergleichbarer Wert noch vorhanden ist udn die Kinder genügend erben, das ein Pflichtteilsergänzungsanspruch nicht zum tragen kommt, passiert natürlich nichts.

Ausserdem deutet nichts im Sachverhalt auf eine Pflichtschenkung hin.

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Hallo andrea4569,

aus Ihrer Schilderung können wir leider die genaue Sachlage nicht aus der Ferne nachvollziehen, auch nicht ob es sich um eine Erbschafts- oder Steuerrechtsfrage handelt.

Wir empfehlen Ihnen deshalb, die Details nochmal genau zu sortieren. Gerne können Sie Ihre Frage dann noch einmal einstellen und wir schauen uns das an.

Viele Grüße Doris Spiegel und Andreas Hornberger von der TARGOBANK

Was ist denn sonst noch als Nachlass da?

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