Frage zu Erbe, Wohnungsanteil von verstorbenem automatisch geerbt?

9 Antworten

Es ist so, das man grundsätzlich automatisch erbt, und wenn man nicht erben möchte, das Erbe fristgerecht( innerhalb 6 Wochen ab Kenntnis) ausschlagen kann. §1942 Abs 1 BGB:

Die Erbschaft geht auf den berufenen Erben unbeschadet des Rechts über, sie auszuschlagen (Anfall der Erbschaft).

Ein Wohnungsanteil ist natürlich vererblich, ein (lebenslanges) Wohnrecht würde hingegen erlöschen.

Danke! Evtl bitte noch Bezug zu meiner (nachgereicht Frage) steht oben.

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@AlpQue

Habe ich gemacht.

Zum Ablauf der Umschreibung folgendes, sie brauchen für jeden Erbfall einen Erbschein oder ein eindeutiges notarielles Testament um die Erbfolge nachzuweisen.

Mit den Erbscheinen gehen sie dann zum Grundbuchamt und können den Eintrag auf die Erben umschreiben. Nachteilig kann das "Bummeln" übrigens in Bezug auf die Grunderwerbssteuer sein, wenn im Zuge der Erbauseinandersetzung der Grundstücksanteil abweichend vom Erbteil verteilt werden soll. Typischerweise ist es erstrebenswert möglichst wenige Eigenümer für das Grundstück zu haben und die Differenz anderweitig auszugleichen.

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Danke für die Antworten, meine Frage wurde leider nicht mitgesendet, deswegen fasse ich mich nochmal kurz. Mein Vater ist vor 4 Jahren gestorben und hatte die 50% Anteil die ihm unsere Grossmutter bei ihrem Tod übertragen hatte in seinem Besitz. Somit gehörte zu seinem Todeszeitpunkt die Wohnung zu 50% ihm und zu 50% meinem Großvater. Es greift also die gesetzliche Erbfolge, da noch meine Schwester, meine Mutter und ich da sind. Meine Mutter hat noch die Urkunde auf der steht, dass mein Vater den Anteil besitzt/besass, aber weiter damals nichts unternommen! Also keinen Erbschein angefordert und keine Grundbuchänderung. Ist das Erbe jetzt verjäht ? Ich habe gelesen, dass man seinen Anspruch innerhalb von 3 Jahren nach dem Tod des Familienmitglieds geltend machen muss? Wenn ja, gehört dann die Wohnung meines Großvaters nach seinem Tod nur zu 50% uns und die anderen 50% sind weg?

Ein Erbe kann nicht verjähren, das können nur Ansprüche. Mit dem Tod deines Vaters sind deine Mutter, deine Schwester und du Eigentümer zu 1/2 in Erbengemeinschaft geworden. Dieser Rechtsübergang fand außerhalb des Grundbuchs statt. Die Eintragung im Grundbuch wäre also nur eine Berichtigung, da dort noch dein Vater eingetragen ist. Für die Berichtigung wird in eurem Fall ein Erbschein benötigt. Da die Berichtigung nur innerhalb der ersten zwei Jahre kostenfrei ist und das Erbscheinsverfahren auch Geld kostet, würde ich es dabei belassen. Ihr könnt das Grundbuch zu einem späteren Zeitpunkt berichtigen, z.B. wenn die Wohnung verkauft oder auf jemanden von euch zum Alleineigentum übertragen werden soll.

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Dein Vater ist vor 4 Jahren verstorben. Waren deine Eltern verheiratet? Falls ja und falls es kein Testament gab, welches deine Mutter als Erbin ausschloss, dann gehört die Wohnung im Moment zu 50% deinem Großvater, du 25% deiner Mutter, zu 12,5% deiner Schwester und zu 12.5% dir. Ihr habt ja nichts unternommen - also wurde das Erbe nicht ausgeschlagen.

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@henzy71

Wirtschaftlich gesehen mag das stimmen, rechtlich gehört der hälftige Miteigentumsanteil aber der Erbengemeinschaft zur gesamten Hand.

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Forderungen, also z.B. Vermächtnisse und Pflichtteilsansprüche unterliegen der regelmäßigen Verjährung also in der Regel 3 Jahre ab
Kenntnis, bei Rechten an Grundstücken sind es 10 Jahre.

Da das Erbe selbst keiner Handlung bedarf verjährt daher auch nicht. Herausgabeansprüche aus den Erbe verjähren innerhalb von 30 Jahren.

Wenn ja, gehört dann die Wohnung meines Großvaters nach seinem Tod nur zu 50% uns und die anderen 50% sind weg?

Sie missverstehen die Natur der Verjährung. Mit der Verjährung verschwindet grundsätzlich Nichts, die Verjährung begründet eine Einrede. D.h. ist ein Anspruch verjährt, kann der Schuldner, also der der den Anspruch erfüllen müßte, die Einrede der Verjährung erheben.

Daher wird eine Verjährung nur dann relevant, wenn es um einen Anspruch gegen jemanden geht. Solange der Großvater noch im Grundbuch steht, können die Erben und die Erben der Erben das Grundbuch berichtigen lassen, das geht auch noch nach 200 Jahren.



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Automatisch kann man nichts erben. Kann sein, dass du der Erbe des Verstorbenen bist (entweder gesetzlich oder testamentarisch bestimmt) aber dann kannst du das Erbe sowohl antreten als auch ausschlagen.

Gruß

Henzy

Danke! Evtl bitte noch Bezug zu meiner (nachgereicht Frage) steht oben.

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