Frage zu Einkommenssteuer-Vorauszahlungen

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3 Antworten

Eine Lohnsteuer-Vorauszahlung gibt es für Angestellte (also Nichtselbständige) nicht. Da kann nur ein Missverständnis vorliegen. Selbst Mieteinnahmen aus nichtselbstgenutzten Eigentumswohnungen würden nicht zu einer Vorauszahlung führen. Ich würde - schon, weil der Sachbearbeiter angeblich keine Erklärung dafür geben konnte - eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Leiter des Finanzamtes erheben. Falls in der Forderung auf Vorauszahlung eine Frist oder gar eine Rechtsmittelbelehrung enthalten sein sollte, würde ich eine einstweilige Verfügung beim Finanzgericht auf Vollstreckungsschutz stellen - das geht aber nur, wenn ein Bescheid des Finanzamtes mit Rechtsmittelbelehrung erteilt wurde und die Frist abgelaufen ist. Ansonsten muss man erst das in der Rechtsmittelbelehrung benannte Rechtsmittel ausschöpfen. Aber - ich denke, das Ganze ist ein Irrtum. In der Forderung muss doch auch eine Rechtsgrundlage benannt sein? Gib Sie hier doch mal an! Wenn aber der Sachbearbeiter sich so dumm stellt und meint, seine eigene Forderung nicht erklären zu können, muss dringend eine Beschwerde an dessen Chef her. Manche begreifen es nicht anders...

Das war ein ganz offizieller "Vorauszahlungsbescheid über Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag", natürlich mit entsprechender "Rechtsbehelfsbelehrung".

Da ich von Steuern eher wenig verstehe und den Bescheid schlicht nicht verstand, rief ich den Sachbearbeiter an.

Der murmelte dann, dass der Bescheid EDV-gestützt errechnet worden wäre - was ja auch unschwer zu erkennen war.

Auf meinen Hinweis, dass ich doch gerade eine Rückzahlung bekommen hätte und es als etwas widersprüchlich empfände, wenn ich im selben Moment eine Vorauszahlung aufgebrummt bekäme, sagte er: "Die Infos in den beiden Bescheiden beissen sich."

Er riet mir dann, keinen Widerspruch einzulegen, weil dessen Bearbeitung Monate dauern könnte und keine aufschiebende Wirkung hätte, sondern stattdessen einen "Antrag auf Änderung" zu stellen.

Der Erfolg war dann innerhalb weniger Tage ein neuer Vorauszahlungsbescheid mit deutlich reduzierten Beträgen.

Wieso ich überhaupt Vorauszahlungen leisten muss, habe ich aber bis heute noch nicht begriffen.

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Die Frage ohne Steuerbescheid zu kären, ist eigentlich unmöglich. Wen nur Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit vorliegen, kann es eigentlich nicht zu Vorauszahlungen kommen. Liegen denn noch andere Einkünfte vor (z.B. Vermietung)? Sonst sieh dir den Steuerbescheid noch einmal genauer an. Da gibt es eine Berechnung der Steuer des laufenden Jahres und eine extra Berechnung für die Vorauszahlungen. Vergleiche die Berechnungen, dann kannst du schon mal sehen, wo die Abweichung liegt. Es kann auch schon mal vorkommen, daß die Lohnsteuer, die ja schon vom Lohn abgezogen wird, bei den Vorauszahlungen vergessen wird anzurechnen. Dann wieder beim Finanzamt melden. Die müssen berücksichtigt werden.

Hallo demosthenes, Einkommensteuer-Vorauszahlungen werden geleistet, wenn eine Selbständigkeit vorliegt (sonst werden diese Vorauszahlungen per Lohnsteuer ja bezahlt). Eine Vorauszahlung für 2006 zu fordern, ist eigentlich unlogisch. 2006 ist abgeschlossen und die Einkommensteuer-Erklärungen flattern den Finanzämtern jetzt so nach und nach ins Haus. Für das Jahr 2006 wirst Du wahrscheinlich auch Deine Vorauszahlungen geleistet haben. Dementsprechend würde ich empfehlen einen entsprechenden Antrag (für keine weitere Zahlung für 2006) zu stellen. Die einzig logische Erklärung für die Erhöhung der Einkommensteuer-Vorauszahlung könnte mit der MWSt.-Erhöhung zu tun haben. Wiederum ist das so auch nicht korrekt, da sich die Einkommensteuer-Vorauszahlungen immer nach den Ergebnissen aus dem Vorjahr richten. Ich würde dem guten Mann noch einmal auf den Zahn fühlen oder einen Steuerberater fragen.

Jetzt habe ich Dir zwar erklärt, wie sich die Einkommensteuer-Vorauszahlung zusammensetzt, aber definitiv konnte ich Deine Frage nicht beantworten. LG

Danke für die schnelle Antwort.

Ich bin übrigens NICHT selbständig und 2005 hatte ich ja auch "automatisch" schon mehr Steuern gezahlt, als nötig gewesen wäre - daher ja die Rückzahlung.

Ich hatte auch einen schriftlichen Antrag gestellt - mit dem geschilderten Resultat.

Die MwSt-Erhöhung dürfte für mich als "Lohnabhängigen" ja wohl eigentlich keinen Einfluss auf die Steuerschuld haben !?

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