Frage zu einem Bild der Dreiständegesellschaft im Mittelalter

5 Antworten

Christus in dem Bild gehört zu keinem Stand, sondern symbolisiert, dass die Ordnung gottgeben ist. Die drei Stände sind: Links: Der Klerus Rechts: Adel Unten: Der dritte Stand, der Rest also. Den Papst erkennt man an seiner Krone (Tiara, dem dreistöckigen Hut ;) ) sowie an seinem Bischofsstab. Das der Papst im zweiten Stand abgebildet sein soll, ist also eindeutig falsch.

Hi, über allem thront Gott (Jesus). Die Stände sind also gottgewollt! Dann rechts von Jesus untätig rumstehend die Pfaffen bzw. der Papst (Tiara), links (also etwas geringer) der untätige Adel (Kaiser) bzw. die weltliche Herrschaft. Ganz unten die Bauern (ggf. auch die Handwerker), die die anderen beiden Stände ernähren müssen. Die Bauern malochen sogar auf dem Bild noch, haben wegen der Fron keine Zeit zum Ausruhen. Die Inschriften sind Imperative Gottes an seine Stände in lateinisch und lauten etwa: tu supplex ora: Du flehentlich/demütig bittend bete (du bete demütig) - tu protege: Du beschütze - tuque labora: und Du arbeite. Im Bauernaufstand hieß es dann aber: als Adam pflügte und Eva spann - wo war da der Edelmann? Gruß Osmond

kann es sein, dass du rechts und links in der erklärung vertauscht hast?

Meine frage wäre dann nur, ob der könig dem 2. stand angehört...?

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@rolf666

Hi, im Bild vom Betrachter aus: links. Von Jesus aus: rechts. Gemäß der Mattäusstelle in der Bibel. Gott ist Gott, trohnt über allen. Klerus ist der 1. Stand, Adel der 2. die Werktätigen der 3. Alles gottgewollt. Siehe Link.lgO

http://bibel.cid.net/buch/luther_1912/matthaeus/25/#1 Zitat: 31 Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, (Matthäus 16.27) (Offenbarung 20.11-13) 32 und werden vor ihm alle Völker versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, gleich als ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, (Matthäus 13.49) (Römer 14.10) 33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zu seiner Linken.

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@osmond

achso, wunderbar :D hatte mich nur gewundert, weil ich da andersrum gedacht habe!

trotzdem ne kleine frage nochmal: Der könig gehört doch zum adel, aber ist er dann in der zweiten klasse und alle geistlichen über ihm??

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@rolf666

Hi über allem thront Gott. Dann kommt der erste Stand, die Mittler zu Gott, der Tellvertreter Christi auf Erden (Papst). Dann im 2. Stand die vom Klerus gekrönten Häupter (der dt. Kaiser - von Gottes Gnaden - wurde gar meist vom Papst gekrönt). lgO http://diverse.freepage.de/cgi-bin/feets/freepage_ext/41030x030A/rewrite/hochmeister/Kaiserkronung/kaiserkronung.html Zitat: Erst mit der Kaiserkrönung Ludwigs des Frommen im Jahre 816 wurde ein maßgeblicher Ritus für die abendländischen Kaiserkrönungen im Mittelalter geschaffen: Die kirchliche Weihe in Form von Salbung und Krönung durch den Papst wurde nun unverzichtbar für die Begründung des Kaisertums. Seit der Krönung Ottos I. am 2. Januar 962 war die abendländische Kaiserkrone mit dem römisch-deutschen Königtum verbunden.** Alle mittelalterlichen Kaiser außer Heinrich VII. wurden vom Papst in Rom gekrönt**; die letzte Kaiserkrönung in Rom fand 1452 für Friedrich III. statt, die letzte Kaiserkrönung durch den Papst war 1530 die Kaiser Karls V. in Bologna.

Der Ritus der Kaiserkrönung ist wahrscheinlich auf byzantinisches Vorbild zurückzuführen. Ein eigentlicher „Krönungsordo“ ist erst ab 960 erhalten; er enthält vor allem allgemeine Richtlinien für die Liturgie, weniger rechtliche Vorschriften. Das Zeremoniell der Kaiserkrönung folgte festen Regeln: Krönungsort war in der Regel der Petersdom in Rom. Bei seiner Ankunft in Rom hatte der zu krönende König an der Porta Collina den Römereid zu leisten, d. h. die Achtung der angestammten Rechte Roms zu garantieren; anschließend wurde der Electus, der Erwählte, vom Klerus und den Senatoren Roms bis zu den Stufen des Petersdoms geleitet. Auf der obersten Stufe empfing ihn der Papst. Der König musste erst den päpstlichen Fuß küssen, dann durfte er den Papst umarmen. Vor dem Einzug in die Kirche leistet der künftige Kaiser den Krönungseid sowie einen** Eid, mit dem er sich zum Schutz des Amtes und der Besitzungen des Papstes verpflichtete**. Gesalbt wurde der zukünftige Kaiser am rechten Arm und zwischen den Schultern; dann erhielt er die Insignien: Ring, Schwert, Szepter und Kaiserkrone, später auch den Reichsapfel. Nach Beendigung der Krönungsmesse leistete der Kaiser dem Papst den Stratordienst: Er hielt dem Papst beim Aufsitzen die Steigbügel und führte das Pferd ein Stück Weges. Krönungszug und Festmahl beenden die Kaiserkrönung.

Die römische Kurie versuchte wiederholt, aus der Kaiserkrönung ein Abhängigkeitsverhältnis des Kaisers vom Papst auf der Basis eines Lehensverhältnisses oder gar eines amtsrechtlichen Unterordnungsverhältnisses abzuleiten. Verschiedentliche Versuche, u. a. von Kaiser Ludwig IV., das Kaisertum des römisch-deutschen Königs von der Kaiserkrönung durch den Papst loszulösen, blieben ohne Erfolg. Tatsächliche Machterweiterung war mit der Verleihung des Kaisertitels allerdings nicht verbunden; die Kaiserwürde behielt deklaratorischen Charakter.

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Nur als halbironische Ergänzung:

Als Adam pflügte und Eva spann - wo war da der Edelmann?

Die Antwort des Adels war:

Er beschützt den Untertan.

Wer sich aber erhob, so wie die Bauern, hatte sich gegen die von Gott (Kaiser und Papst) gewollte Ordnung gestellt und mußte einfach in seine zugedachte Rolle zurückgedrängt werden, um diese Ordnung wieder herzustellen. Außerdem war es ganz schön undankbar von den Bauern, sich gegen ihren Beschützer und Seelenbeistand zu erheben.

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@Immofachwirt

http://www.youtube.com/watch?v=0idOIGRrbHU Zitat:

Als Adam grub und Eva spann - Heyah Heyoh Wo war denn da der Edelmann - Heyah Heyoh

Spieß voran - hey! Rauf und ran

Setzt aufs Klosterdach den roten HahnGeschlagen gehen wir nach Haus - Heyah Heyoh Die Enkel fechten´s besser aus - Heyah Heyoh

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Rechts ist der erste Stand, der Adel. Erkennbar auch an der Beschreibung seiner Aufgabe: "tu protege", frz/lat = Du beschütze!.

Links ist der Klerus, erkennbar an der Papst-Tiara (Die Beschriftung kann ich in der Auflösung nicht entziffern. Natürlich ist der Papst im 2. Stand, er ist doch Geistlicher. In welchem denn sonst?

Unten ist der Dritte Stand, das einfach Volk, erkennbar am bäuerlichen Arbeitsgerät und der Beschriftung "Tu labora" = Du arbeite!

Über allem (Himmelsbogen) hat Jesus segnend seine Hände ausgebreitet, sagt also: "So ist es, so soll es sein!" (Gottgewollte Ordnung).

danke!!!

aber du hast den 1. und 2. stand verwechselt, oder?

zitat: Den 1. Stand umfasste die Gruppe aller Geistlichen, das heißt Angehörige der hohen Geistlichkeit wie des niederen Klerus. Im 2. Stand wurde der Adel zusammengefasst. Auch hier spielte es keine Rolle, ob man aus einer höheren Adelsschicht oder aus einer niederen kam und etwa dem oft verarmten Landadel angehörte.

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@rolf666

Ja, Du hast Recht ;-)

Mir ist beim Umsortieren des Geschriebenen ein Fehler unterlaufen. Aber das Bild ordnet die Stände ja für einen normalen Leser (von rechts nach links) richtig an und Du hast es ja auch bemerkt!

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im mittelalter hatte gott für die menschen priorität. deswegen steht er ganz oben, aber eigentlich gehört er nicht zu dieser ständegesellschaft mit dazu. gott kann natürlich auch den klerus darstellen. auf der linken seite sehe ich den adel, also könige usw weil die haben kronen auf. rechts sind reiche kaufleute, gehobene bürger etc. und ganz unten natürlich die bauern

auf der linken seite sehe ich den adel,

Ne, das ist der Klerus :).

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@Aphaiton

nun ja aber eigentlich wurden die menschen im unteren teil nochmal in kaufleute und dann noch in bauern eingeteilt oder?

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@Luiiiii

Nein, zum dritten Stand gehörte jeder, der kein Geistlicher oder adelig war.

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Hier sind eindeutig die drei Stände dargestellt.

Über allen thront Jesus.

  • Links ist die Geistlichkeit (1. Stand) dargestellt, was auch an dem Wort "Ora" (beten) zu erkennen ist.
  • Rechts ist der Adel (2. Stand) dargestellt was an dem Wort "protege" (beschützen) zu erkennen ist.
  • unten ist der dritte Stand, die (freien) Bauern dargestellt was man auch an dem Wort "labora" (arbeiten) erkennen kann.

Leider bin ich kein Altsprachler und meine Lateinkenntnisse beziehe ich aus den Büchern "Latein für Angeber" und "Latein für fortgeschrittene Angeber". ;-)) Deshalb bitte ich alle Lateiner um Nachsicht für meine stümperhafte Übersetzung.

Bezüglich des Lateins: Alles Imperativformen, die den Auftrag Christi für den jeweiligen Stand verdeutlichen sollten.

Tu protege= Du beschütze.

Tu supplex ora= Du bete demütig.

Tuque labora= Und du arbeite.

;)

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Immerhin kannst Du die Worte entziffern. DARAN haperte es bei mir ;)

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