Frage zu diesem Universum?

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4 Antworten

Auch Tiere kommunizieren miteinander, vom Buckelwal bis zum Kuckuck. Der Mensch ist aufgrund seines größeren und leistungsfähigeren Gehirns in der Lage, die Artikulation in der Kommunikation breiter aufzufächern und wesentlich mehr Aspekte kummunikativ zu regeln. Dazu ist er in der Lage, erworbenes Wissen verbal weiterzugeben, so dass sich die Kommunikationsmöglichkeiten von Generation zu Generation erhöhen.

Erstaunlich viele Worte sind in allen Sprachen aus Lautmalereien entstanden, also durch das Nachahmen von Geräuschen. Da Menschen seit altersher in Gruppen leben, die oft nur wenig Kontakt zueinander hatten, hat jede Sippe sozusagen eine eigene Sprache entwickelt- Die Sippen haben sich zu Völkern vergrößert, aber selbst heute hast du in abgelegenen Gegenden in jedem Dorf eine eigene Sprachausprägung und Sprachentwicklung.

Eine rasante Entwicklung nahm die Sprache aber erst mit der Erfindung der Schrift, denn so wurden die Sprachen kodifiziert und verfestigt.In Gegenden mit der gleichen Schrift wurde dann auch mehr oder weniger die gleiche Sprache gesprochen. Nur manchmal kam das durcheinander, wenn sich Sippen oder Völker auf die Wanderschaft machten und andere Gegenden besiedelten oder eroberten.

Dann vermischten sich die Sprachen oder es entstanden völlig neue. Und mit jeder neuen Erfindung kamen wieder Gegenstände und Begriffe dazu, für die ein Name oder eine Bezeichnung erst erfunden wurde, der/die sich dann entweder durchsetzte oder wieder unterging.

OlliBjoern 24.04.2017, 00:39

Ok, aber es ist nicht so ganz eindeutig, was mit der rasanten Entwicklung gemeint ist. Auf der Insel Neuguinea werden über 1000 verschiedene Sprachen gesprochen, und das war schon lange der Fall, bevor überhaupt irgendeine verschriftlichte Sprache dort ankam (z.B. Indonesisch im Westen, Englisch im Osten). Die meisten dieser Sprachen sind rein mündlich tradiert.

Eine Schrift kann ziemlich universal sein (nicht nur Deutsch, Italienisch oder Schwedisch werden heute mit der lateinischen Schrift geschrieben, sondern auch Finnisch und Ungarisch).

Heute ist es oft so, dass "große" (und auch verschriftlichte und an Schulen gelehrte) Sprachen (wie Englisch in Australien) viele kleine (bis vor kurzem nur mündlich tradierte) Sprachen bedroht (viele Sprachen der Aborigines sind heute bedroht).

Eine geschriebene Sprache kann zur Vereinheitlichung beitragen (siehe z.B. die Entwicklung des Hochdeutschen in Deutschland, welches allmählich die Dialekte überlagerte, und z.T. verdrängte).

Eine Ausdifferenzierung von Sprachen ist also nicht an eine Verschriftlichung gebunden (auch eine Vermischung von Sprachen nicht). Eine Vereinheitlichung kann damit einhergehen (muss aber nicht, man kann 1 Schrift für verschiedene Sprachen oder Dialekte nutzen). Es kommt auch auf den sozialen und politischen Status einer Sprache an.

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Dazu empfehle ich den englischen Artikel der Wikipedia (ist deutlich ausführlicher als die deutsche Variante):

https://en.wikipedia.org/wiki/Origin_of_language

Es gibt dazu verschiedene Theorien (logisch, denn es war ja niemand von heute "dabei", als dies geschah). Manche sagen, dass Sprache sich allmählich entwickelt hatte (aus Vorstufen). Chomsky sagt, dass Sprache im Laufe der Evolution relativ plötzlich entstand (was umstritten ist).

Man weiß auch nicht genau, ob unsere Sprache eine "Weiterentwicklung" von lautlicher Primaten-Kommunikation (z.B. von Gorillas oder Schimpansen) ist, manche halten unsere Sprache für etwas ganz anderes.

(Manche) Primaten haben durchaus ein einfaches Sprachverständnis, welches man bei verschiedenen Individuen anhand von Zeichensprache oder Symbolsprache zeigen konnte ("Lexigram" siehe im unteren Link). Man muss dazu das (nicht an lautliche Äußerungen) gebundene Verständnis trennen von den lautlichen Äußerungen (die Primaten ja haben, sie benutzen verschiedene Schreie, und auch andere Töne).

Hunde haben ein "passives" Hörverständnis (sie können nicht sprechen, auch wenn manche individuellen Hunde menschliche Laute nachahmen wollen), sie verstehen bestimmte (einzelne) Wörter (wohl aber keine Sätze).
"sitz" "platz", manche verstehen "Shopping" :)

(Manche) Primaten können anscheinend auch aktiv einfache Sätze bilden (durch Kombination von Symbolen, nicht durch lautliche Äußerungen). Sie scheinen aber nie Fragen zu stellen. Sie antworten nur (jedoch ist auch das individuell verschieden).

https://en.wikipedia.org/wiki/Great_ape_language

Trennen sollte man:
- das Hören
- das Verstehen des Gehörten
- den Kommunikationswunsch (einhergehend oder nicht einhergehend mit dem Wunsch, eine Frage zu stellen)
- die Art und Weise, wie Sprache geäußert wird (durch Lautäußerungen, d.h. Sprechen, oder durch Zeichen/Symbole)

Auch ein stummer Mensch hat ein Sprachverständnis (Sprache ist nicht daran gebunden, dass man mit dem Mund Laute erzeugt). Ein Papagei kann einen menschlichen Satz zwar perfekt "aufsagen", er versteht aber sehr wahrscheinlich nichts von dem, was er selber "sagt".

Beim Sprachverständnis würde ich daher in Richtung Säugetiere schauen (vor allem auf die Primaten, die können natürlich nicht so wie wir Laute erzeugen; was aber über die Seite Hören/Verstehen nichts aussagt).

Was Gorillas und vor allem Bonobos hinkriegen, ist ziemlich erstaunlich, wenn man sich das mal genauer anschaut.

Im Prinzip gibt es Sprache schon seit es Menschen gibt, schau dir zB Höhlenmalerei an.

Und unsere Sprache war nicht immer so, wie sie heute ist - altdeutsch zB kann man heutzutage kaum noch verstehen bzw. lesen weil sie noch ganz anders war. Menschen brauchten einfach eine Möglichkeit zu kommunizieren, worauf hin kreative Köpfe sich um Regeln gekümmert haben, die heutige Sprachen ausmachen. LG

Schon richtig: die unzähligen (menschlich verbalen) sind inklsive aller bislang erkannten Dialekte bereits unüberschaubar, und ständig werden noch neue entdeckt.

Das aber ist alles "unsere" Sprache (nicht etwas bloß deutsch).

Die Frage, woher "sie" kommt, ist nicht auf eine "Ursache" oder Quelle zurückzuführen, sondern hat sich im Lauf der mensclichen Geschichte in Tausenden von Jahren entwickelt.

Auch das geht immer weiter, denn alle Sprachen ändern sich auch künftig noch weiter. Alles ist im Fluss - eher werden die Sprachen weniger (durch Globalisierung und Bildung).

Wenn man auch tierische und pflanzlich Sprachen (Informationen in gruppenspzifischen Signalformen) mit oder für andere Sinne (Geruch, Geräusche, Pfiffe, Tastsinn, Verhalten) hinzu zählt, werden die präzisen Mittelungsformen gänzlich fast "unendlich".

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