frage zu der dialyse :)

...komplette Frage anzeigen aneurysma - (Blut, Wunde)

2 Antworten

das blut fließt ja von einem druckgradienten angetrieben durch verschiedene gefäßabschnitte. am anfang herrscht ein hoher druck in den arterien, der dann zunehmend abnimmt während das blut durch arteriolen, kapillaren, venolen in die venen fließt, wo der blutdruck dann sehr niedrig ist. dementsprechend sind auch die gefäßwände den jeweiligen drücken angepaßt. so haben die arterien eine dicke muskelwand, die dem hohen druck standhalten kann, während die venen nur eine sehr dünne wand benötigen, da in ihnen eben auch nicht ein so hoher blutdruck herrscht.

beim shunt verbindet man jetzt einfach eine arterie mit einer vene und schaltet die gefäßabschnitte der arteriolen, kapillaren, venolen aus. auf die weise fließt das blut mit hohem druck direkt aus der arterie in die vene, deren wand nicht für diesen druck geschaffen ist. und auf dauer weitet dieser hohe druck dann die vene und dort entsteht das aneurysma.

Am häufigsten sind Verengungen der Nahtstelle zwischen dem Kunststoffshunt und der drainierenden Vene für derartige Probleme verantwortlich; es gibt jedoch noch vielfältige andere Ursachen.

Kann das gereinigte Blut nicht richtig abfließen fließt es im Shunt rückwärts und kann so ungewollt wieder in die Dialyseeinheit gesaugt werden: Autozirkulation. Typischerweise fallen dann trotz langer Dialysedauer die Werte der harnpflichtigen Substanzen im Blut nicht ab.

Liegt eine zentrale Stenose im Venensystem vor staut sich das vom Shunt in das Venensystem gegebene Blut in der betroffenen Extremität - es kommt zu einer deutlichen Schwellung.

Shuntaneurysmen neigen zur randständigen Thrombosierung, was zum einen die Punktion erschweren kann und zum anderen zum Verschluss des Shuntes führen kann. Durch die unmittelbare Lage des Aneurysmas unter der Haut kann es bei einer Größenzunahme des Shunts zu einem Durchbruch der Haut (Perforation) mit der Gefahr einer starken Blutung kommen.

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