Frage zu bestimmtem Verhalten im Straßenverkehr?

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9 Antworten

Nach deinen anderen Angaben ("Blaues schild mit Fußgängern und Radfahrern untereinander") handelte es sich um einen "gemeinsamen Geh- und Radweg".

Auf solchen sind Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt. Außerdem müssen Radfahrer diesen Weg benutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn fahren (Radwegebenutzungspflicht).

Du musst dann zwar nicht unbedingt für jeden Radfahrer an die Seite springen, wenn Du Dich dadurch irgendwie selber in Gefahr begeben müsstest oder es eine "unbillige Härte" für Dich bedeuten würde. Aber genau so, wie Du auch keinem Fußgänger, der Dich überholen will, bewusst den Weg versperren darfst, darfst Du das auch bei keinem Radfahrer.

Wenn der Weg an der Stelle nicht gerade nur 'nen knappen Meter breit war (dann wäre es eine "unbillige Härte", Platz zu machen - aber nach Verwaltungsvorschrift sollen so ausgewiesene Wege mindestens 2 Meter breit sein!), ist das einzige, was in der Situation "egoistisch" war, Dein Verhalten. Es gibt m. E. überhaupt keinen Grund, der Dein Verhalten rechtfertigen würde.

Wenn Du die Radfahrerin zum Anhalten zwingst und sogar zum Sturz bringst, so kann das Nötigung angesehen werden - das ist nicht nur ein Verstoß gegen die StVO, sondern sogar eine Straftat, die nach §240 StGB sogar "mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft" werden kann ...

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Kommentar von claushilbig
11.04.2016, 23:32

Und zum StVO-Verstoß:

§ 1 Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Das gilt für jeden der "am Verkehr teilnimmt", also auch für Fußgänger, und durch Dein Verhalten hast Du die Radfahrerin zumindest behindert, wenn nicht gar gefährdet ("musste sie so stark bremsen, dass sie die Kontrolle verlor und plötzlich quer auf der Straße stand" - wenn da jetzt ein Auto gefahren wäre, hätte sie schwer verletzt werden können).

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Hallo Tabaluga92,

hier liegt erstens ein Verstoß gegen folgenden Paragraphen der StVO vor:

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§ 1 StVO - Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

**************************************************************************************

Zweitens hast Du sie vorsätzlich genötigt zu bremsen und auszuweichen. Damit dürfest Du den folgenden Straftatbestand erfüllt haben:

**************************************************************************************

Auszug aus: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__240.html

§ 240 Nötigung

(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.

**************************************************************************************

Da hier eine Straftat vorliegt, die mit Geld.- oder Freiheitsstrafe geahndet wird, wird der Verstoß gegen die StVO nicht zusätzlich geahndet.

Schöne Grüße         
TheGrow

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Kommentar von claushilbig
24.04.2016, 23:20

Wieder mal eine Antwort von Dir, die ein Sternchen redlich verdient hätte.

Aber irgendwie wundert es mich eigentlich überhaupt nicht, dass hier gar keine "hilfreichste Antwort" ausgezeichnet wurde ... ;-)

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Hallo,

die Frage in erster Linie, ist das ein Gehweg mit Fahrradweg gewesen? Bei gleichzeitigem Fahrradweg hättest du natürlich unrecht. Ist das aber ein reiner Gehweg, muss die Fahrradfahrerin doch auf der Straße fahren und du hast Recht! Abgesehen davon, dass ich mich als Fußgänger und Autofahrer über die Fahrradfahrer immer aufrege, weil weder Mutter mit Kind die Verkehrsregeln einhalten und auch in gewissen Einbahnstraßen nicht mal wissen dass nur wenn die für Fahrradfahrer bezeichnet ist, nicht wissen dass die das nicht dürfen, würde ich dennoch mich als Fahrradfahrer auch nicht immer korrekt verhalten!

Also bitte, die Diskussion mit deinem Freund ist interessant. Jemanden rein menschlich - bitte nicht böse sein - so derartig zu provozieren, ist doch auch nicht o.k. Hast du nichts besseres zu tun, als andere Menschen zu ärgern? Auch wenn ich so eine Diskussion willkommen heiße, kann ich dir nur vorschlagen, dich um andere Dinge aufzuregen, statt eine Fahrradfahrerin zu provozieren!

Nicht böse sein!

LG Shoshin

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Kommentar von Tabaluga92
10.04.2016, 23:31

Da gab es ein Schild "Fußweg" mit zusatz "Radfahrer absteigen". Davor war es ein gemeinsamer weg. Hält sich nur keiner dran. Der Grund dafür ist besagte Baustelle.

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Abgesehen davon, dass ein Radfahrer nicht auf einem Gehweg fahren darf ( sollte es sich Wirklich um einen reinen Gehweg gehandelt haben), war es natürlich deine Schuld, dass sie beinahe gestürzt wäre.

Was du getan hast war Nötigung und ich persönlich finde solche "Denkzettelaktionen"...sorry...ziemlich bescheuert.

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Kommentar von Tabaluga92
10.04.2016, 23:02

Es war ein Blaues schild mit Fußgängern und Radfahrern untereinander vorhanden.

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Dein Freund hat recht. Du musst als Teilnehmer am Straßenverkehr (Bist du auch als Fußgänger) schnellere Verkehrsteilnehmer überholen lassen... Und da es ein breiter Gehweg war wäre das kein Problem gewesen, wenn du ihn nicht abgedrängt hättest.

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Kommentar von Tabaluga92
10.04.2016, 23:28

Das Problem war, dass die Beschilderung sagte "Radfahrer Absteigen"!

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Das könnte man als Nötigung auslegen.

Aber viel wichtiger finde ich - warum fährst du irgendetwas das scheinbar >30km/h schafft ohne Führerschein?

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Kommentar von Tabaluga92
10.04.2016, 22:58

Ich war zu fuß unterwegs, das erlaubte Tempo auf der Straße war 30!

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Auf dem Gehweg dürfen Fahrradfahrer nicht fahren es sei denn es ist explizit erlaubt, wenn es explizit erlaubt ist müssen sie aber Rücksicht auf die Fußgänger nehmen.

Dein Verhalten ist zwar Asozial gewesen, Rechtlich aus meiner Sicht aber unbedenklich.

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Kommentar von Tabaluga92
10.04.2016, 23:00

Ich kann nur das Schild beschreiben: Rundes, Blaues schild. Darauf waren zwei personen abgebildet, darunte ein Strich und darunter ein Fahrrad. 100 meter später wegen der Baustelle dasselbe schild, aber ohne Strich und Fahrrad, aber mit Zusatz "Radfahrer Absteigen".

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Inwieweit das jetzt mit der StVO zu tun hat kann ich dir nicht zu 100% sagen. Abgedrängt hast du sie jedenfalls

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Wieso wundert es mich eigentlich überhaupt nicht, dass hier bisher keine "hilfreichste Antwort" ausgezeichnet wurde?

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