Frage wegen Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung?

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8 Antworten

Wenn man nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum
Anwendungsentwickler anfängt, und es halt dann absolviert, könnte man dann studieren? Also Informatik oder angewandte Informatik.

Um zu studieren, benötigst Du eine Hochschulzugangsberechtigung. In der Regel ist das das Abitur oder Fachabitur, d. h. Du musst eine FOS oder eine BOS oder die Oberstufe eines Gymnasiums erfolgreich absolvieren oder etwa eine Technikerschule und dann eine entsprechende Zusatzprüfung ablegen.

Da der Hochschulzugang Ländersache ist, gibt es in verschiedenen Ländern unterschiedliche weitere Möglichkeiten, an ein Hochschulstudium zu kommen, aber eine abgeschlossene Berufsausbildung (IHK-Abschluss) ist meines Wissens nach nirgendwo ausreichend. Das ist auch verständlich. Ich weiß, auf welchem Niveau sich der IHK-Abschluss bewegt (da ich ebenfalls einmal einen erworben habe, allerdings hatte ich damals das Abitur schon in der Tasche) und das ist definitiv nicht mit der Abiturprüfung zu vergleichen.

Und noch was: Wenn man bsp. Mit der Schule weiter macht (Oberstufe..) Und sein Abi hast etc. Könnte man ja studieren. Z.b als Informatiker.

Ja, das kann man, zumindest, sofern die sonstigen Voraussetzungen stimmen. Eventuell gibt es einen NC, sodass Du einen bestimmten Abiturschnitt brauchst, aber in der Informatik ist das eher unüblich, weil es dort in der Regel nicht so viele Bewerber gibt.

Was ist allerdings besser: jemand der seine Mittlere Reife hat, eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler abgeschlossen hat(Studium danach?) oder jemand,der zusätzlich seinen Abi hat und ein Studium dazu abgeschlossen hat.

Der Informatiker (Studium) hat das deutlich höhere Qualifikationsniveau und dementsprechend auch mehr Möglichkeiten, als der Fachinformatiker (Berufsausbildung). Wenn Du ohnehin studieren möchtest, ist es danach formal das selbe Level, die zusätzliche Praxiserfahrung durch die Berufsausbildung vor dem Studium werden die Betriebe aber in der Regel positiv werten.

Könnten BEIDE dann einen Beruf als Softwareentwickler anfangen?

Ja.

Was könnte man noch werden, außer Softwareentwickler?

Das Informatikstudium ist sehr viel breiter angelegt. Du lernst nicht nur, Software zu entwickeln, sondern Du lernst Informatik, so ziemlich alles, was es dort so gibt, also Programmieren, Testen, spezielle Dinge, wie IT-Sicherheit, Compilerbau, systemnahe Softwareentwicklung, angrenzende Wissenschaften, wie Mathematik, BWL, Rechtslehre, Physik, Elektrotechnik. Kurzum: Das Studium ist einerseits sehr viel breiter, geht andererseits auch sehr viel tiefer. Das ist auch logisch, wenn man die Ausbildungsdauern vergleicht.

Um zu studieren musst Du zunächst einmal Abitur (oder zumindest Fachabitur) haben, wodurch Du in der Schule noch zwei Jahre lang weiteres Wissen anhäufst. Dann weist ein Informatikstudium bis zum Masterabschluss eine Regelstudienzeit von 10 Semestern, also fünf Jahren, auf. Die meisten überschreiten diese Studiendauer noch um ein bis zwei Semester, also sagen wir sechs Jahre. Für Schule und Studium hast Du also insgesamt acht Jahre gelernt. Und ein Studium ist wirklich anstrengend und im Studium geht es quasi nur ums Lernen! Die Berufsausbildung hingegen kannst Du relativ locker innerhalb von drei Jahren durchziehen, wobei Du auch beachten musst, dass Du ja auch innerhalb dieser Zeit nicht tatsächlich durchgehend intensiv lernst, wie das beim Studium der Fall ist, sondern Du in einem Ausbildungsbetrieb als Azubi beschäftigt bist und der Betrieb auch das Interesse hat, dass Du produktiv bist, d. h. Du wirst nicht unbedingt nur Aufgaben bekommen, die zu 100 % zu Deinem Lernfortschritt beitragen, sondern Du bekommst eben die Aufgaben, "die eben so anfallen". Offiziell muss der Ausbildungsbetrieb Dich zwar soweit ich weiß auch die ganze Zeit "ausbilden", aber das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis, denn das wird ja nicht wirklich kontrolliert oder die Regelungen werden "großzügig ausgelegt", falls Du verstehst. ;-) Die Uni (bzw. Hochschule) hingegen hat in der Regel wirklich ausschließlich das Ziel, Dich bestmöglich auszubilden. Sie muss im Gegensatz zum Betrieb nicht produktiv und rentabel sein, da sie Fördermittel vom Staat bekommt.

Dementsprechend ermöglichen Dir beide Ausbildungswege auch sehr unterschiedliche Dinge, bzw. ermöglicht Dir das Studium sehr viel mehr, als die Ausbildung. Du bekommst einfach viel mehr Inhalte viel gründlicher vermittelt und verfügst danach entsprechend größeres Fachwissen und bist flexibler einsetzbar. Außerdem ist ein Studium eben eine wissenschaftliche Ausbildung und diese ganze wissenschaftliche Arbeitsweise und Selbständigkeit, die Dir dort beigebracht wird, ermöglicht Dir eine ganz andere Herangehensweise an Probleme. Das ist meines Erachtens mindestens genau so wichtig, wie das Fachwissen, das Du erwirbst.

Gerade in Bereiche wie Sicherheit und Forschung kommst Du ohne einen Masterabschluss in Informatik überhaupt nicht hinein. Bei allem, was sicherkeitskritisch ist, wo es um kritische Infrastrukturen geht oder um Automotive oder Aerospace, sieht es ähnlich aus. Das sind meines Erachtens alles ziemlich interessante, und in der Regel auch gut bezahlte, Jobs, aber das muss jeder selbst wissen. Das Studium bietet Dir auf jeden Fall mehr Möglichkeiten, denn eine Entwicklertätigkeit aufnehmen kannst Du mit beidem und auch dort wird vor allem das zusätzliche Domänenwissen (also das Wissen abseits der eigentlichen Informatik), das Du im Studium erwerben wirst, sehr hilfreich sein. Wenn Du beispielsweise eine Simulationsanwendung für ein physikalisches/chemisches/biologisches System entwickeln sollst oder für eine Messreihe, die an einem solchen entstanden ist, Datenauswertung machen sollst, benötigst Du nicht nur Wissen über Informatik, sondern auch über die jeweilige Problemdomäne. Im Studium wird Dir in der Regel die Möglichkeit gegeben, Dir solches Wissen im Rahmen eines Nebenfachs anzueignen. Aber auch vom Studienplan selbst her wirst Du bereits einige Veranstaltungen haben, die außerhalb der Informatik oder in den "Grenzbereichen" liegen. Dieses Wissen ist meines Erachtens sehr sehr wertvoll, da die Informatik ja in der Regel Probleme löst, die jenseits der Informatik liegen. Es sei denn, Du machst ausschließlich sowas, wie Compilerbau. Da löst Du dann Informatikprobleme mit Mitteln der Informatik. Aber selbst dafür benötigst Du Wissen über formale Sprachen, das Du vermutlich nur im Studium erwerben wirst. ;-)

Eisenkoenig 28.09.2016, 16:43

Bester Beitrag den ich je im Forum gelesen habe :)

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NoHumanBeing 28.09.2016, 16:45
@Eisenkoenig

Wow! Danke für das Lob! :-)

Aber dann hast Du vermutlich noch nicht sooo viel gelesen. Gibt teilweise schon echt gute Beiträge hier. :-)

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Wenn man nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler anfängt, und es halt dann absolviert, könnte man dann studieren?

Nein. Danach hast du immer noch mittlere Reife. Es gibt zwar Hochschulen, bei denen du theoretisch nach x Jahren Berufserfahrung und einem Eingangstest studieren kannst. Praktisch macht das aber eigentlich niemand. Vor allem, weil die Mathematikvorlesungen in den ersten Semestern extrem hart bis kaum schaffbar sind, wenn man den Matheunterricht aus der Oberstufe nicht kennt. 

Was ist allerdings besser: jemand der seine Mittlere Reife hat, eine Ausbildung zum Anwendungsentwickler abgeschlossen hat(Studium danach?) oder jemand,der zusätzlich seinen Abi hat und ein Studium dazu abgeschlossen hat.

Kommt drauf an. Verdienen tut man auch als Fachinformatiker nicht schlecht, die Aufstiegschancen wiederum sind mit Studium in den meisten Fällen besser. Wenn einem die viele Theorie und die Mathematik nicht liegt, dann ist ein Informatikstudium der ganz falsche Weg.

Könnten BEIDE dann einen Beruf als Softwareentwickler anfangen?

Ja. "Softwareentwickler" ist keine geschützte Bezeichnung, man könnte auch als Quereinsteiger mit Programmierkenntnissen Softwareentwickler werden.

Was könnte man noch werden, außer Softwareentwickler?

Bäcker, Maurer, Kindergärtner, Feuerwehrmann, ... :)

Für Informatiker wären noch Systemadministratoren, Support oder auch irgendwas in die elektrotechnische Richtung naheliegend. Oder man wird Geschäftsführer.

"Bsp. Wenn man nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum
Anwendungsentwickler anfängt, und es halt dann absolviert, könnte man
dann studieren?"

Nein, je nach Bundesland gibt es da andere Regelungen.
In RLP zum Beispiel muss man einen Bestimmten Notenschnitt (ich meine besser als 3,0) und mind. 2 Jahre Berufserfahrung vorweisen.
Das gilt wiederrum nur für das Studium an einer Universität, wie es da mit einer Fachhochschule aussieht weiß ich nicht (Sollte aber einfacher sein).

Ich habe zuerst das Fachabi abgeschlossen und dann eine Ausbildung (Systemintegration) gemacht und studiere nebenbei.
Besser hätte es für mich nicht laufen können, in jeder hinsicht.

Deshalb kann ich nur empfehlen zuerst die Ausbildung zu machen und dann das Studium.

Denn danach wirst du es aufjedenfall einfacher haben einen Job zu finden, da du schon Berufserfahrung vorweisen kannst, was gerade im IT-Umfeld sehr wichtig ist.

Du kannst ohne ABI studieren, wenn Du die Ausbildung abgeschlossen hast, aber nur an Fachhochschulen. Soweit ich weiß aber nur in dem thematischen Bereich der Ausbildung.
Daher auch der Name: Fachhochschulreife. In der Schule erwirbst Du den schulischen Teil, in der Ausbildung den fachlichen Teil dieses Abschlusses.

So zumindest mein letzter Stand, am besten fragst Du wegen den EInzelheiten mal in der Schule, bei einer UNI oder der bei dir zuständigen Handelskammer nach, die wissen das vermutlich genauer.

An sich besteht im Bereich Softwareentwicklung kein soo großer Unterschied zwischen dem Studium und der Ausbildung, beruflich betrachtet. Unternehmen schreiben meist noch ins Stellenangebot "oder eine ähnliche Qualifikation", weil sie wissen, dass Studierte nicht auch gleich gut sind, während aus der AUsbildung ein Genie hervorgehen kann.

Wenn es einen Unterschied gibt, dann vermutlich am ehesten auf dem Konto. Ein Studierter kann ein höheres Einstiegsgehalt verlangen, als ein Ausgebildeter. Aber auch das ist nicht in Stein gemeißelt, man kann ja immer über alles reden und der, der besser verhandelt oder sich besser verkauft, kann auch mehr Geld raus handeln. Später verschwimmt das sowieso, da mit der Zeit nur die Leistungen zählen.

Wer beides hat, also Studium und Ausbildung, ist grundsätzlich im Vorteil, ich denke aber nicht, dass das notwendig ist.

Das Studium hat den Vorteil, dass man ein recht breites Gebiet beigebracht bekommt, viel Theorie und viel Fachwissen, allerdings eher wenig Praxis. Das ist auch der Beigeschmack - davon hat mir mal jemand erzählt - dass Studierte häufiger eine zu hohe Meinung von sich selber haben, und in der Praxis damit sauer aufstoßen, da sie vergleichsweise kaum Praxis-Erfahrung haben.

Umgekehrt das gleiche: Ausgebildete kennen sich im Idealfall super in dem Gebiet aus, in dem sie ausgebildet wurden und haben viel Praxis-Erfahrung, aber das Wissensgebiet ist nicht so breit gefächert.

Wer Beides hat, der gleich die Nachteile aus, braucht aber auch drei Jahre länger, obwohl ein Job auch mit nur einer der Qualifikationen gut möglich ist.

Aber das ist alles nur wage formuliert, jeder Mensch ist verschieden, genauso gibt es auch Studierte mit viel Praxis und Azubis mit viel und weit gefächertes Fachwissen, je nachdem wer sich wie damit beschäftigt.

Mir hat noch heute jemand erzählt, dass er bei Bewerbern am meisten darauf achtet, wie sehr sich jemand für das Thema begeistern kann. Steht der Mensch hinter dem Beruf, hat er Spaß dran, kann sich dafür begeistern, macht es als Hobby, etc. - der hat schon mal einen großen Vorsprung gegenüber den Anderen, die vielleicht viel gelernt haben oder viel Praxiserfahrung haben, aber es nur als einen Job betrachten.

Und dazu kommt noch der sog. Nasenfaktor. Springt der Sympatie-Funke nicht über, kriegst Du den Job nicht, punkt.

Palladin007 28.09.2016, 15:36

Ein Beispiel was Studierte angeht: Mein Mitbewohner :D

Er studiert Medien- und Kommunikationsinformatik und schreibt nach eigener Aussage sehr gute Noten.

Der ist aber auch ziemlich von sich überzeugt, man könnte es eingebildet nennen. Spätestens dann, wenn er das Argument "Ich bin Student" bringt (Ich habe "nur" eine Ausbildung) und auch noch glaubt, dass das als Argument reicht, dann merkt man das ganz deutlich.

Deshalb habe ich ihn mal mit einem Problem aus der Praxis im Bezug auf die konkrete Architektur einer Anwendung konfontiert. Er sagte, er hatte auch das Thema Entwicklungsmuster und Software-Architektur, also müsse er da doch was zu wissen.

Tatsächlich kamen da nur wage Formulierungen, die so ungefähr nichts über das eigentliche Problem, nämlich die Architektur, sagen. Als ich dann weiter gefragt habe, kam eine Vorstellung vom Aufbau einer Software, die langfristig eine Katastrophe ist, weil dadurch die Wartbarkeit komplett flöten geht.

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Am Ende der Ausbildung hat man nicht automatisch die Fachhochschulreife. Man kann sie aber an vielen Berufskollegs ausbildungsbegleitend erwerben. Dann muss man zusätzlich Unterricht in Mathe und Englisch nehmen.

Dein Ausbildungsbetrieb muss damit einverstanden sein, da du ja nicht mit der gleichen Stundenzahl im Betrieb bist, wie jemand, der die Fachhochschulreife nicht erwerben will.

Hallo Blackoutd,

so ähnlich wie  du es planst habe ich es bei mir gemacht. Habe die Realschule mittelmäßig abgeschlossen und eine Ausbildung als Fachinformatiker angefangen. Da ich nur einen Realschulabschluss hatte/habe habe ich an einer Abendschule die parallel zur Ausbildung läuft teilgenommen. Durch diesen bin ich dann am ende der Ausbildung berechtigt zu studieren. Mit dem Notenzwischenstand der Abendschule habe ich mich dann auf ein Duales Studium beworben und auch ziemlich schnell eine Zusage bekommen. Bestimmt auch wegen meiner bereits vorhandenen Programmierkenntnisse und allgemeinen IT Kenntnissen.

Alleine mit einem Realschulabschluss wirst du allerdings nicht studieren können.

Solltest du noch weitere Fragen haben beantworte ich dir diese gerne.

Freundliche Grüße

Anonymous221

Blackoutd 28.09.2016, 17:10

Würdest du , wenn du die Möglichkeit hättest lieber mit der Oberschule weitergemacht also Abi und dann duales Studium? Oder bereust du es nicht? Mit welchen Nachteilen wurdest du konfrontiert? Sry wenn ich viel Frage, es gibt einfach unzählige Möglichkeiten, falls man mal Programmierer werden möche.

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Anonymous221 28.09.2016, 18:32
@Blackoutd

Hallo Blackoutd,

ich hätte die Möglichkeit gehabt die Fachhochschulreife mittels einer FOS innerhalb von 2 Jahren zu erlernen habe mich jedoch dagegen entschieden. Die Abendschule war/ist schon sehr stressig und man muss viel dafür machen (sind von anfangs 30 Leuten noch 8) aber dafür hat man eine Fachhochschulreife und eine abgeschlossene Ausbildung am Ende. Ich würde es aufjedenfall für jeden empfehlen der sich auch dazu durchringen kann abends 2x die Woche von 18-21 Uhr in die Schule zu hocken und gleichzeitig auch was am Wochenende dafür zu tun. Bei Künftigen Bewerbungsgesprächen zeigt das dann doch ganz gut was her wenn man sowas mal nebenbei macht. 

Also Konkret zu deinen Fragen:

Ich hätte das Abi weitergemacht wenn ich in einem Gymnasium gewesen wäre aber mit einer FOS anschließend and die Realschule nein.

Bei den Nachteilen ist ganz klar der Aufwand. Man hat einerseits die Stunden am Abend die dann draufgehen sowie das private Lernen das man betreiben muss. An den Tagen wo ich Abendschule habe ist es eigentlich so das ich in der früh aufstehe, arbeite, die Abendschule direkt danach besuche und anschließend schlafen gehe.

Freundliche Grüße

Anonymous221

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Blackoutd 28.09.2016, 19:40

Ok, vielen dank. :)

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Wenn Du ein wirklich guter Entwickler bist, ist es egal welchen Abschluss Du hast.

Nach meiner Erfahrung werden die studierten besser bezahlt und die müssen sich keinen Job "suchen", sondern werden gefunden.

Wenn Du noch eine Schippe drauf legst und Deinen Doktor machst, hast Du die freie Wahl, bestes Gehalt und die Aussicht irgendwann selbst als Dozent zu arbeiten.

NoHumanBeing 28.09.2016, 16:06

Wenn Du ein wirklich guter Entwickler bist, ist es egal welchen Abschluss Du hast.

In Deutschland ist das "leider" nicht so. Hier zählt vor allem Papier, also die formale Qualifikation.

Was auch irgendwie nachvollziehbar ist, denn ein Studium absolviert man ja nicht "mal eben so".

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kingbongo 28.09.2016, 16:26
@NoHumanBeing

Für Jura, Medizin usw ja, da macht ein Studium definitiv Sinn.

Ein Info Studium ist für die meisten wohl verschwendete Lebenszeit. ITler sind, wenn man vom grossen ganzen ausgeht,  reine Handwerker die gezielt Probleme lösen sollen, da muss man sich nichts vormachen. Leute die Compilerbau machen und an Bits und Bytes forschen wirst du mit der Lupe suchen müssen und in D wird man solche Tätigkeitsfelder so gut wie gar nicht finden (dass D eine IT Forschungs Hochburg ist wäre mir neu). Man sollte schon etwas realistisch bleiben.

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NoHumanBeing 28.09.2016, 16:36
@kingbongo

Tut mir Leid, aber das entspricht absolut nicht meiner Erfahrung!

Das Studium aufzunehmen war so ziemlich das beste, das ich machen konnte, auch wenn es wirklich fordernd war (und ich die Regelstudienzeit auch überzogen habe).

Du kannst als Informatiker nicht nur in der Informatikforschung arbeiten. Informatiker werden beispielsweise auch in der naturwissenschaftlichen Forschung benötigt, um Datenauswertungen zu machen oder Modelle zu entwickeln und anzupassen. (Und nein, das ist nicht nur "Theorie". So etwas habe ich als Informatiker eine Zeit lang tatsächlich gemacht. ;-) )

Alles, was mit Sicherheit oder kritischen Infrastrukturen (oder Automotive oder Aerospace oder ... oder ... oder ...) zu tun hat, bleibt ohne Studium außen vor, aber beispielsweise auch Dinge, wie Spieleentwicklung. (Letzteres ist nicht mein Ziel, aber viele denken ja sofort daran, wenn sie "Informatik" hören.)

Und nein, die Informatik ist in erster Linie kein Handwerk, sondern eine Wissenschaft. Und das ist auch häufig der Unterschied zwischen einem Fachinformatiker und einem Informatiker. Wenn die Probleme komplexer werden oder die Anforderungen höher (z. B. sicherheitskritische Systeme dürfen nicht versagen), reicht "Handwerk" eben nicht mehr aus, sondern Du benötigst das ganze formale Wissen, die Theorie, die Beweise, etc., über die man im Studium noch geflucht hat.

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kingbongo 28.09.2016, 16:52
@NoHumanBeing

Na klar ist die Informatik eine Wissenschaft, was ich aber sagen wollte ist das die meisten Leute wohl eher fürs Handwerkliche gebraucht werden (Netzwerke einrichen, Server administrieren, usw) , die wenigsten arbeiten am Ende in der IT Forschung (sowas wird hier in D meist als unnötiger Kostenfakor angesehen).

Trotzdem, mit einer technisch versierten Fachinformatiker Ausildung und einem anschliessenden Jura Master Studium (Schwerpunkt Wirtschaftsrecht, Intern. Steuerrecht) hat man mE noch wesentlich grössere Karrieremöglichkeiten (und zwar schon direkt bei den ganz grossen), wenn man unbedingt darauf hinaus ist ^^

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nerd4you 29.09.2016, 07:48
@kingbongo

Ich habe auch erst die Ausbildung gemacht   und dann studiert .

Das Handwerkliche ist schön und gut. Diese Themen (Netzwerk einrichten, Server ..) werden in einem Studium nicht wirklich behandelt. In der freien Wirtschaft kannst Du ohne Studium mit viel Wissen und Erfahrung etwas erreichen, mit einem Studium bist Du immer bevorzugt. 

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kingbongo 29.09.2016, 14:49
@nerd4you

Kommt immer drauf an, es ist keine Seltenheit als "brauchen wir nicht da überqualifiziert" abgestempelt zu werden. Mein Kumpel hat eine normale FI Ausbildung in einer Bank gemacht, hat sich zum Ausbilder weiterschulen lassen, kennt den IT Bedarf der Bank in und auswendig und ist jetzt IT Abteilungensleiter und das mit Ende 20. Wenn ich dir sag was der bekommt fällst du um. Ohne sein Ok geht da gar nichts mehr. Soweit ich weiss nimmt der auch keine studieren Informatiker auf, sondern der bildet die Teens ganz gezielt aus und zwar so wie es die Bank braucht. 

Als studierter Informatiker läuft man immer Gefahr etwas über zig (!!!)   Jahre  gelernt zu haben was ein Betrieb / Wirtschaft überhaupt nicht braucht. Dadurch das man dann auch seine spezialisierung nach einem Studium hat ist man auch nicht mehr bzw schwer "formbar".  

Also wie gesagt, ich seh ein Informatik Studium wenn man nicht im Uni /Bildungsbereich weiter tätig sein will Karrieretechnisch skeptisch. 

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nerd4you 30.09.2016, 12:30
@kingbongo

Das geht Ihr glaube ich inzwischen an der Frage vorbei. Wie gesagt Du KANNST! Ohne Studium wirklich etwas erreichen, mit kann es besser/einfacher sein. Wir als Gold Partner von Microsoft stellen keinen ohne Studium ein. 

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NoHumanBeing 23.10.2016, 11:40
@kingbongo

Dein Kumpel verdient also momentan viel Geld in dieser Bank. Schön für ihn.

Sobald er aber in ein anderes Unternehmen wechseln will, fängt er wieder bei Null an, weil die vollkommen andere Anforderungen haben.

Ein Studium ist da sehr viel "universeller". Nicht jeder hat Lust, sein ganzes Leben lang bei ein und demselben Unternehmen zu "versauern". Viele wollen auch einfach mal "ein bisschen was von der Welt sehen".

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Wenn du eine Ausbildung beginnst hast du normal parallel dazu auch berufschule und somit am ende deiner Ausbildung auch eine Fachhochschulereife glaube ich. Damit kannst du bundesweit studieren. Ein abgeschlossenes Studium ist natürlich besser als eine Ausbildung da du dann bessere möglichkeiten hast. Nach dem abi würde sich aber auch ein duales studium anbieten zb als Wirtschaftsinformatiker, dann studierst du und hast daneben noch praxis Erfahrung und verdienst geld. Normalerweise nimmt dich der betrieb dann auch immer auf. Bei einem reinen studium fehlt einem meistens die Praxis Erfahrung weswegen ein duale noch besser als ein normales Studium ist.

Blackoutd 28.09.2016, 15:29

denkst du, dass ein duales Studium die komplette Praxis eines Anwendungsentwicklers abdeckt?

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Swagger18 28.09.2016, 15:33

Du übst beim dualen studium eigentlich schon den Beruf im jeweiligen Betrieb aus, dir wird dort alles beigebracht und nach deinem dualen Studium sind deine Aufgaben im Betrieb normal immernoch die selben wie davor nur das du ausgelernt hast und selbstständig arbeitest.

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Anonymous221 28.09.2016, 16:41
@Swagger18

Ich schließe mich da NoHumanBeing an. Du erwirbst mit der Berufschule (zumindest beim Fachinformatiker) ganz sicher nicht den Stoff der Hochschule. Ich fand den Stoff in der Berufschule sogar viel leichter als in der Realschule. Und mit meiner Abendschule in der ich die Hochschulreife parallel nachgeholt habe gings komplett anders zur Sache.

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NoHumanBeing 28.09.2016, 16:08

Wenn du eine Ausbildung beginnst hast du normal parallel dazu auch berufschule und somit am ende deiner Ausbildung auch eine
Fachhochschulereife glaube ich.

Nein.

Das Niveau in der Berufsschule ist größtenteils wirklich unter aller Kanone. Da erwirbt man sicher keine Fachhochschulreife! Das ist wirklich nicht zu vergleichen. ;-)

Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich hab das schon mitgemacht. Allerdings nach dem Abitur. Da muss man dann schon öfter mal schmunzeln. :-)

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