Frage Polizei anzeige?

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4 Antworten

Oder ein anderes beispiel, wenn ich jetzt z.B zur polizei gehe und sage ich möchte eine anzeige machen da ich online etwas tauschen wollte im wert von 5€ oder 10€ aber nix zurückbekommen habe aber meine ware versendet habe kümmert sich die polizei darum?

Hier sind mehrere Themenkomplexe zu unterscheiden.

Auf der einen Seite gibt es im Strafgesetzbuch die geringwertige Sache im Sinne von § 248a StGB:

Der Diebstahl und die Unterschlagung geringwertiger Sachen werden in den Fällen der §§ 242 und 246 nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Das gilt so auch für Fälle des Betruges, denn § 263 (4) StGB lautet:

§ 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.

Dann müsste überhaupt erst ein Betrugsverdacht vorliegen.

Bei einem Tauschgeschäft wurde etwas weggeschickt, die andere Sache aber nicht zurückgeschickt. Das ist für sich genommen kein Betrug, sondern erstmal Pech.

Ein Betrug wäre es etwa, wenn der Vertragspartner von vornherein vorgehabt hat, die andere Sache nicht wegzuschicken und dies auch nicht getan hat und zugleich die andere Sache in Besitz genommen hat.

Für das hier vorliegende Ergebnis kann es aber auch ganz andere Erklärungen geben:

- Die vom Fragesteller an den Vertragspartner geschickte Sache ist dort nicht angekommen

- Der Vertragspartner hat die andere Sache zwar losgeschickt, sie ist aber auf dem Transportweg verloren gegangen

- Der Vertragspartner hat eine zuverlässige Person damit beauftragt, die andere Sache loszuschicken, diese Person hat das jedoch nicht getan

- Die andere Sache ist zwischenzeitlich zerstört worden und kann nicht mehr losgeschickt werden

- Der Fragesteller hat nicht die Wahrheit gesagt und selbst seine Sache nicht losgeschickt

- Der Fragesteller hat nicht die Wahrheit gesagt und die Sache des anderen ist in Wahrheit doch angekommen

- Der Vertragspartner hat schlicht vergessen, die Sache loszuschicken

Es muss also zur Erhärtung des Tatverdachts beim Betrug mehr vorliegen als nur die Tatsache, dass der Empfänger behauptet, nichts bekommen zu haben.

Bei dem geringen Wert der Sache wird man nach Anhörung des Beschuldigten entweder sehr schnell zu dem Ergebnis kommen, dass sich der Vorwurf des Betruges nicht beweisen lässt, oder man wird auf den Privatklageweg verweisen. Anders sieht es aus, wenn dem Beschuldigten derartige "Missgeschicke" häufiger passieren.

ja klar kümmert sich die Polizei darum denn es könnte sein dass selbige Person mehrere andere Personen auf diese Weise abzockt. Wenn z.B. 100 Personen betroffen sind wäre das eine Schadenssumme von 1000 Euro

Es gibt im Strafrecht erst einmal keine Geringfügigkeitsgrenze, die überschritten sein muss, damit ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Sonst könnte ich ja einfach straflos eine Million Menschen um einen Euro behumpsen. Super: Ich bin Millionär und keiner kann mir was....

Dass es am Ende bei so einer Schadenssumme (von unter 10 Euros) für den Täter keine allzu harte Strafe geben wird, ist dann erst der nächste Schritt. Und wenn man den Täter ermitteln will und nichts anderes als eine IP hat (also auch keine Kontoverbindung, Adresse oder Telefonnummer), dann wird auch der Nutzer der IP ermittelt.

Ja die Polizei ist verpflichtet sich um alles zu kümmern !!

& ja sie können was mit der IP anfangen 

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