Frage für Eure Großeltern: Was versteht man unter Herrenreiter?

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5 Antworten

Ein Herrenreiter war ein Herr !, der es sich leisten konnte, zum Vergnügen zu reiten. Das konnten sehr gute Reiter sein. Oder auch weniger Gute. Aber halt Gentlemen zu Pferde.

1988, also kurz vor der Wende hatte ich in der damaligen DDR einen ca 70 Jahre alten Mann kennengelernt, der noch drei eigene Pferde besaß. Vollblutaraber, darunter ein sehr guter, bildschöner Zuchthengst. Ihm hatte mal die ganze Gegend gehört - ich hoffe, er hat es wiederbekommen!.

Ich habe Fotos von ihm gesehen, wie er auf seinem Hengst ausritt. Schönes Reitgelände nahe von Berlin. Der saß nicht so schlunzig wie ich auf dem Pferd. Der war auf allen Fotos bestens gekleidet mit Reithose, blanken Stiefeln, Jackett, Plastron, Melonde, Handschuhe und Krawatte. Und seine damals leider schon verstorbene Frau sah genauso elegant aus. Da saß jedes Haar von der Frisur.

Und der Mann hatte Ahnung von Pferden. DA war nichts Angelerntes wie bei mir, sondern das lag generationenlang in seinen Genen.  Der hatte die Pferde im Blut, weil die Familie das wohl schon seit ewigen Zeiten hatte. Dagegen habe ich mich richtig schäbig gefühlt.

Das war ein Herrenreiter der alten Schule. Trifft man heute wohl nicht mehr. Die sind ausgestorben.

In England wird es sie  noch geben. Die gehen dann mit Charles auf die Fuchsjagd oder reiten mit der Queen aus.  Wenn du Downton Abbey magst, dann kannst du sie alle noch sehen.


Urlewas 29.06.2017, 20:51

Unter den Jagdreitern kannst du gelegentlich noch solche antreffen. Ich kenne 2, die über 80 sind. Der eine hat sein Pferd erst kürzlich verkauft, der andere ist meines Wissens immer noch hoch zu Roß unterwegs 😄

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Als "Herrenreiter" wurden die Männer bezeichnet, die ihre Pferde in einem "Tattersall" (Reithalle) ritten. Das konnten auch, wenn sie es beruflich machten, die Vorläufer der heutigen Reitlehrer sein, die junge Pferde und angehende Reiter ausbildeten.

Ich verstehe unter Herrenreiter jemanden, der eigene Pferde hielt und ritt. Ein Beruf war es eher nicht,  ein Herrenreiter hatte genügend Geld, dass er nicht unbedingt arbeiten musste.

das was früher der herrenreiter war, ist heute der sonntagsfahrer. man nannte den herrenreiter auch sonntagsreiter.

es ist abwertend gemeint und bezeichnete jemanden, der viel geld hatte und am wochenende zum vergnügen geritten ist. und das auf einem teuren pferd, mit dem er gar nicht wirklich zurecht kam.

so ähnlich wie heute eben der sonntagsfahrer, der mit einem dicken leistungsstarken auto am wochenende spazieren fährt und den ganzen verkehr aufhält. - und ausserdem mit dem wagen nicht wirklich umgehen kann, sondern ihn nur als statussymbol hat.

ich musste übrigens dafür meine grosseltern nicht fragen und meine eltern auch nicht ;)

ps - es war zur kaiserzeit ein statussymbol, sich pferde zum vergnügen halten zu können.

schorle22 29.06.2017, 15:57

danke. doch leider falsch! Es waren keine Sonntagsreiter, sondern ernsthaft arbeitenden Leute, so steht es in den Büchern. Doch eben nichts genaues, daher meine Anfrage.

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Uulzos 29.06.2017, 15:57

Ja, so ähnlich hätte ichd as auch interpretiert. Amateur, die mit dem nötigen Kleingeld Teure Pferde in Turniere führen.

"Ernsthafte Arbeit" war hier der Versuch das Turnier zu gewinnen, nicht wie der Sonntagsfahrer durch die Gassen zu reiten, sondern eben bei Turnieren mitzureiten und damit dann auch Geld zu verdienen.


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Dahika 29.06.2017, 18:57
@Uulzos

nein, in so Niederungen wie Turniere begaben die sich nicht. Die ritten rein zum Vergnügen. Und Geld verdienen mit Turnieren taten die erst recht nicht. Das hatten sie nicht nötig.

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Disturbed13 29.06.2017, 16:44

@ponifliege-zum wiederholten male falsch recherchiert ! Setzen6 !

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