Frage für ANWÄLTE (Mieterrecht)!?

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7 Antworten

Der fehlende Schlüssel kann natürlich reklamiert werden, muss ersetzt werden und ist von Euch zu bezahlen. Die drei weiteren Schlüssel jedoch nicht, da nicht nachgewiesen werden kann, dass sie Euch jemals übergeben wurden.

Die Schäden, die bei der Übergabe festgestellt wurden, sind von Euch zu beseitigen (überstrichene Türzarge) oder aber die Beseitigung ist von Euch zu erstatten (Brandfleck, Wasserfleck). Schaltet dazu Eure Privathaftpflichtversicherung ein.

Weitere Schäden können durch den Vermieter nach der Übergabe nur geltend gemacht werden, wenn es solche Schäden sind, die man bei der Übergabe nicht sehen konnte. Ob das bei den Stufenmatten und bei den weiteren Schäden im Wohnzimmer der Fall ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Grundsätzlich gilt aber, dass die Kaution sowieso 6 Monate lang einbehalten werden kann, um evtl. verdeckte Schäden, die noch zu Tage treten auch abgedeckt werden können.

Danach muss der Vermieter eine exakte Abrechnung machen und genau auflisten, welche Schäden welchen Aufwand verursacht haben. (Rechnungen, Zeiten, Art der Behebung etc.).

Bleibt dann von der Kaution noch was übrig, besteht immer noch für den Vermieter die Möglichkeit, den Teil der Kaution einzubehalten, der voraussichtlich noch nötig ist, um die zu erwartende Betriebskosten-nachzahlung für 2016 zu decken. Das kann also noch bis Ende 2017 dauern.

Wichtig für Euch ist, dass ihr alle Schäden, die ggf. von der Versicherung erstattet werden können, möglichst zeitnah gemeldet bekommt. Auch mit der voraussichtlichen Schadenshöhe. Dabei spielt es erst einmal keine Rolle, ob die Forderungen berechtigt sind oder nicht. Die Versicherung wird selbst die Prüfung übernehmen und dem Vermieter mitteilen, was erstattet wird und was nicht. Was nicht erstattet wird, müsst ihr auch nicht bezahlen, es sei denn die Ablehnung erfolgt wegen "Allmählichkeitsschaden". Das ist immer dann der Fall, wenn ein Schaden nicht durch ein einmaliges Ereignis zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt entstanden ist, sondern durch einen Vorgang, der sich über lange Zeit hingezogen hat. Ihr könnt also die Privathaftpflichtversicherung wie eine Rechtsschutzversicherung betrachten.

Plötzliches Schadensereignis vs. Allmählichkeitsschaden:

Angenommen ihr habt einen großen Blumentopf im Wohnzimmer stehen, die volle Giesskanne wird abgestellt und versehentlich umgestoßen. Wasser breitet sich aus und auf dem Parkett bleibt ein Wasserfleck zurück. Das war dann ein plötzliches Ereignis.

Wenn ihr aber immer nur die Pflanze gegossen habt und nicht bemerkt, dass etwas Wasser unten heraussickert und in geringen Mengen auf den Boden gelangt und das bei jedem Gießen, sodass sich mit der Zeit ein Wasserfleck bildet und ausbreitet, ist das ein Allmählichkeitsschaden, der von der Versicherung nicht gedeckt ist.

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Kommentar von bwhoch2
17.02.2017, 08:51

Danke für die Auszeichnung.

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Ein Anwalt wird Dir hier wohl nicht antworten.

Grundsätzlich kann der Vermieter nur Forderungen geltend machen, die er nachweisen kann. Dazu gibt es das Übergabeprotokoll.

Die weiteren Schäden, die der Vermieter gefunden hat, kann er also nicht geltend machen.

Und müssen wir wirklich diese Schlüssel bezahlen?

 

Wenn es sich um eine geschützte Schließanlage handelt, reicht schon das Fehlen eines Schlüssels aus, um einen Austausch der Anlage vorzunehmen und Euch in Rechnung zu stellen.

Ich würde das einfach Eurer Haftpflichtversicherung mitteilen.

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Ein Anwalt dürfte euch hier überhaupt keinen "kostenlosen" Ratschlag geben. Dann bekommt er sofort Ärger mit seinen Berufskollegen.

"Versteckte Mängel" kann der Vermieter auch noch nachträglich anmelden.

Das gilt aber nicht für Mängel, die bei einer "normalen" Wohnungsabnahme bemerkt werden könnten.

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Bei der Übergabe der alten Wohnung an den Vermieter wurde ein Wohnungsübernahmeprotokoll erstellt.

-würde dies von allen anerkannt und unterschrieben?

Zusätzlich dazu gab es ein Schlüsselprotokoll das anfänglich zu Bezug der Wohnung unterschrieben wurden ist (alle schlüssel die wir erhalten haben sollen stehen darauf). Bei der Übergabe kamen mehrere Probleme auf. Der Vermieter stellte einige Schäden fest (Brandflecken am Fensterramen, Wasserfleck auf dem Boden, überstrichene Türzierzagen) und behielt die Kaution.

-Wenn ihr damit einverstanden wart laut Übergabe Protokoll dann ist das so
Aber die Preise der Reperaturen muss er glaub ich nachweisen
Bzw dir die Chance zur eigenen Reperatur geben

Ein Schlüssel fehlte, jedoch bemerkte der Vermieter dass noch 3 zusätzliche Schlüssel fehlen, die nicht auf dem Schlüsselprotokoll vom Einzug standen und schrieb diese einfach dazu und meinte wir müssten diese Schlüssel bezahlen und das wäre teuer.

-Und die erfundenen drei Schlüssel habt ihr natürlich nicht unterschrieben nehm ich an

So kommt meine erste Frage zu stande. Darf er das? Und müssen wir wirklich diese Schlüssel bezahlen?

-Wenn ihr unterschrieben habt das die drei Schlüssel ersetzt werden von euch dann ja
Ich würde mich weigern

Nun zu meiner zweiten Frage. Nach dem Auszug meldete unser Vermieter sich erneut mit einer zunächst guten Nachricht dass wir noch Rückzahlungen der Nebenkosten erhalten würden in höhe von ca. 600 Euro. Allerdings überwies er nur 500 Euro, mit der Anmerkung dass er Schäden an den Stufenmatten (nur draufgeklebt und nicht hochwertig) im Wohnzimmer weitere Schäden gefunden hätte sodass er die 100 Euro behielt.

-Schäden nach Übergabe würde ich nicht akzeptieren!

Rechsberatung und ein Brief an Vermieter wären der richtige Weg  

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Wenn du eine Rechtsschutzversicherung geh am besten zum Anwalt .

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