Frage der Rechtswissenschaft, wer kann helfen?

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3 Antworten

Geht es um eine Hausarbeit oder eine Klausur? Ist der Passant tot?

In einer Klausur solltest du folgende Delikte prüfen:

1. § 315c Abs. 1 Nr. 1 a)

2. § 222 StGB

3. § 316 (tritt hinter § 315c zurück)

Nr. 1 und 2 wurden tateinheitlich begangen.

Vorsatzdelikte (also Körperverletzung und Totschlag/Mord) solltest Du nur dann ansprechen, wenn es irgendeinen Hinweis auf einen Tötungsvorsatz gibt.

Je nachdem was nach dem Unfall passiert ist kommen noch andere Delikte, wie z.B. §§ 142, 323c oder Verdeckungsmord in Betracht.

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Bienschen123 14.09.2016, 10:02

Vielen Dank für Deine Antwort. 

Weder noch, ich bin dabei meine AG- Fälle für mein Tutorium zu bearbeiten. Das Lehrbuch hat mir in den meisten Fällen auch weitergeholfen, jedoch brauchte ich an dieser Stelle Hilfe. 

Ich konnte deine Antwort sehr gut verarbeiten, vielen Dank dafür !

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Zunächst einmal: Im Strafrecht prüft man keine Ansprüche, sondern die Strafbarkeit.

Zweitens: Die Prüfungsreihenfolge sollte - zumindest was einen bestimmten Handlungsabschnitt angeht - vom schwersten zum leichtesten Delikt gehen. Gibt es mehrere Handlungsabschnitte im Sachverhalt, sollte man chronologisch die Abschnitte nacheinander abhandeln und dabei bei jedem Handlungsabschnitt wie gewohnt vom schwersten zum leichtesten Delikt gehen.

Zu deinem konkreten Fall:
Es fehlen einige Informationen, um deine Frage richtig zu beantworten. Wenn abslout keine Anzeichen im Sachverhalt vorliegen, die auf einen (wenn auch nur bedingten) Vorsatz des Täters hinweisen, sollte man meiner Meinung nach auch keine Vorsatzdelikte prüfen, sondern direkt zum Fahrlässigkeitsdelikt übergehen.

Ist der Fall etwa so gestrickt, dass ein Vorsatz möglicherweise vorliegt oder jedenfalls nicht von vornherein abgelehnt werden kann, sollte man zunächst den Totschlag prüfen. Kommt man hier im subjektiven Tatbestand zu dem Schluss, dass gar kein Vorsatz bezüglich des Anfahrens vorliegt, dann braucht man anschließend auch keine vorsätzliche Körperverletzung (mit Todesfolge) zu prüfen, da auch für diese schließlich Vorsatz vorliegen müsste. Schließt man im Rahmen des Totschlags lediglich den Tötungsvorsatz aus, kommt aber zu dem Ergebnis, dass der Täter die Verletzung des Opfers zumindest in Kauf nahm, so muss man die vorsätzliche Körperverletzung prüfen.

Nach der Prüfung der Körperverletzung kann man dann noch die Qualifikation des § 227 StGB prüfen. Bejaht man diese, muss die ebenfalls verwirklichte fahrlässige Tötung nicht mehr extra geprüft werden, sie tritt hinter die Körperverletzung mit Todesfolge zurück. Das sollte man aber in der Falllösung kurz vermerken.

Liegt eine vorsätzliche Tötung vor, ist die Körperverletzung notwendigerweise mitverwirklicht, muss also nicht mehr geprüft werden.

Natürlich darfst du bei allem nicht die Straßenverkehrsdelikte vergessen. Für die Konkurrenzen siehe die Antwort von uni1234.

Das alles hat mit dem Alkoholeinfluss recht wenig zu tun. Der spielt normalerweise erst bei der Schuld eine Rolle.

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Sollte das eine Hausarbeit sein, dann darf ich auf die Erklärung am Schluss der Hausarbeit hinweisen. Kurz: "Ich hab alles selbst gemacht"

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Bienschen123 14.09.2016, 10:05

Danke für deinen kurzen, unnötigen Kommentar. Weder Klausur noch Hausarbeit. Es geht hier im einen Vorbereitungsfall meines Tutoriums im Fach Strafrecht. Die gegebenen Antworten waren sehr hilfreich, Deine nicht. 

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