Frage an Medizinstudenten

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3 Antworten

Moin,

ich habe mal Medizin studiert und es dann sein gelassen. Folgender Grund hat mich dazu bewogen: Ich hatte ein konkretes Ziel vor Augen, Facharzt für Psychiatrie. Demotiviert hat mich, dass entsprechende Vorlesungen erst im 5. Semester gekommen wären. Stattdessen muss man sämtliche anatomischen Feinheiten lernen, was mir eben als ein zu aufwändiger und langer Weg erschien. Schulische Inhalte lässt man, sei es im Bereich Biologie, Medizin oder Physik, bereits in den ersten zwei Wochen des ersten Semesters hinter sich, ab dann gibt es hauptsächlich "neues" Wissen. Medizinische Vorlesungen von großer Wichtigkeit sind Anatomie und Histologie, vor allem die Anatomie wird dich semesterlang "verfolgen", erst lernst du sämtliche Knochen mit all ihren Details, im Semester darauf die Muskeln und Sehnen, dann schließlich die Gefäße und Nerven. Hierbei musst du immer wieder auf das Wissen der ersten Semester zurückgreifen. Ansonsten spielt Physiologie eine große Rolle. Anders als in vielen anderen Studiengängen finden Prüfungen auch innerhalb des Semesters statt, so dass du permanent zum Lernen gezwungen bist.

Wenn du es ganz genau wissen möchtest, schau dir einfach die Lehrpläne deiner Wunschuniversitäten an.

MfG Willi Max, Kiel

schau dir einfach die Lehrpläne deiner Wunschuniversitäten an.

Überall gleich.

Inhalt und Aufbau des Medizin-Studiums sind bundesweit einheitlich in der sog. Approbationsordnung geregelt. Es ist somit genau festgelegt, welche Seminare und Kurse die Studenten in welchem Semester belegen müssen.
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Vielen Dank für die Antwort. Ich werd mal noch schauen, wie's für mich weitergeht :)

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Nun die ersten Semester drehen sich vor allen um naturwissenschaftliche Grundlagen, das heißt Physik und allgemeine Chemie und später dann Biochemie. Physik und Chemie können am Anfang bei einigen für Frust sorgen, vor allem wenn die Grundlagen in der Schule nicht gelehrt worden, da sich die Vorlesungen damit eigentlich kaum aufhalten.

Das andere große Fach was dir direkt am Anfang begegnen wird ist die Anatomie, die aber bis auf Neuroanatomie bei vielen nicht für große Probleme sorgt, da es sich hier eigentlich um reines Auswendiglernen mit ehr einfachen Zusammenhängen handelt.

Histologie, also quasi die Mikroanatomie ist für viele ehr ein Problem, da man hier ein bisschen das Auge dafür haben muss. Für viele sieht bei Histo einfach alles gleich aus.

Im 2. Jahr kommt dann ein weiteres großes Fach dazu, nämlich die Physiologie, wobei dieses Fach für viele Studenten ein Horror ist, gerade in der mündlichen Physikumsprüfung. Wenn die Anatomie die Grundlage der Chirurgie bildet, so basiert die innere Medizin auf der Physiologie. Die Physiologie behandelt die biologisch-physikalischen Grundlagen der Körperfunktionen und gerade in so Themen wie Leber, Niere und Neurophysiologie kann die Komplexität gerne mal gegen unendlich gehen ;)

Neben Physiologie ist für viele oft Biochemie ein Problem, da es hier in den mündlichen Prüfungen auch oft nicht mehr reicht nur Dinge auswendig zu könne, aber das hängt natürlich vom Prüfer ab :)

Dann gibt es noch eine Reihe von kleinen Fächern die leider oft nur stiefmütterlich behandelt werden. Obwohl zB gerade Embryologie ein meiner Meinung nach sehr schönes und interessantes Fach ist, was sehr zum allgemeinen Verständnis beiträgt :)

Auch Psychologie und Soziologie tauchen mittlerweile in den Lehrplänen auf, haben aber meistens ehr die Qualität eines Nebenfaches.

Danke für die ausführliche Antwort

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