Frage an Flüchtlingshelfer: Was für positive/negative Erfahrungen habt ihr gemacht?

13 Antworten

Hallo!

Auch ich bin zwar kein direkter Helfer, komme jedoch durch meine Arbeit bei der Lokalzeitung immer wieder in verschiedene Unterkünfte hier in der Region, wenn dort zu berichten wäre. Für einen hiesigen Kreis ehrenamtlich Engagierter übernehme ich nebenher die Pressearbeit, schreibe also die Berichte über Projekte und/oder setze Ankündigungen über Sitzungen, Arbeitseinsätze, Spendenaufrufe für Klamotten etc..

Ich unterhalte mich von Zeit zu Zeit mit den Hilfswilligen hier vor Ort über den Stand der Dinge.. zuletzt geschah dies kurz vor Weihnachten, als ich von der Weihnachtsfeier berichtete, die gemeinsam mit den Flüchtlingen vor Ort begangen wurde. Der Leiter erklärte mir ggü., dass für ihn mehr zurückkäme, als dass er gibt -------> die Dankbarkeit sei sehr hoch, selbst über kleinste Geschenke oder aber menschliche Gesten wie Zuwendungen, ein liebes Wort, die gereichte Hand, "einfach nur da sein" usw.! Gerade Kinder seien sehr dankbar für alles, aber auch Erwachsene seien leicht zu gewinnen. Die Beteiligung an den Angeboten sei hoch -------> auch die Sprachkurse werden rege besucht.

Ich persönlich merke beim Umgang mit Asylbewerbern auch etwas Anderes: Jeder grüßt mich, jeder ist freundlich (auch, wenn mich ein Asylbewerber auf der Straße trifft, das habe ich auch ggü. anderen Passanten genau so erlebt!) ---------> davon könnten sich viele Deutsche, die muffig an einem vorbeiziehen, eine ganz fette Scheibe abschneiden! Allgemein spüre ich durch das Verhalten der Flüchtlinge hier den Einheimischen ggü. eine gewisse Freundlichkeit, die ich als Dankbarkeit empfinde. Wenn ich tlw. schon auf Englisch oder Französisch mit ihnen sprach, drückten sie sich so auch aus.

Allerdings: Wo Licht ist, ist auch Schatten ----------> und ein Dauerthema ist hier eine extrem hohe Müllproduktion rund um die Unterkunft (ehemalige Arbeiterwohlfahrtseinrichtung) wie Papierabfälle, Schalen, Hülsen, Plastik, Zigarettenkippen usw., was achtlos auf den Gehwegen und Straßen liegt statt in den Abfalleimern. Das gab es dort vorher in dem Umfang definitiv nicht. Wobei die Flüchtlinge mehrfach pro Woche die Straßen säubern (müssen), was der Anstaltsleiter ihnen auftrug (mit dem ich auch als Kontakt habe). 

Weiterhin sind geringfügige Diebstähle oder Sachbeschädigungen im Umfeld der Unterkunft (benachbarte Wohngebiete) leider auch bekannt -------> außerdem sieht man Asylbewerber gern im Einkaufszentrum oder an Bushaltestellen in Grüppchen herumsitzen oder vor dem Supermarkt Alkohol trinken. Es gibt vor Ort einen belegten Fall, wo ein Asylbewerber ggü. einer Frau zudringlich wurde (in diesem Einkaufszentrum).

Zwischenzeitlich haben sie für Geld statt Warengutscheine protestiert, aber kein Recht bekommen, die Feuerwehr musste außerdem bis zur Einführung eines neuen Brandschutzkonzepts ständig (teilweise wöchentlich 3-4 Mal, an Wochenenden auch gern öfter) in die Gemeinschaftsunterkunft, weil aus Langeweile Feuermelder betätigt und Feuerlöscher geklaut/herumgesprüht wurden.   

Einbruchsversuche an Häusern, Garagen oder Gartenlauben, allgemeine Beschädigungen oder auf der Straße sitzende bzw. einfach an Häusern klingelnden, unverschämt bettelnde Asylbewerber gab es zwar, aber davon hört man zur Zeit nichts. Ich denke, die Situation vor Ort hat sich entspannt, auch da die Polizei in dem betreffenden Wohngebiet recht präsent ist, seit das alles passierte.

Ich sehe das reell. Man darf nix beschönigen, aber auch nichts schlechtreden! Bin abschließend der Ansicht, dass die wenigsten Asylbewerber tatsächlich diesen Hang zum "Unsinn machen" & Rebellieren haben.. es tanzen nur wenige aus der Reihe. Die meisten hier haben mehr Angst vor den Deutschen als umgekehrt, weswegen sie ihr Gelände der Unterkunft kaum verlassen, soweit zumindest meine (subjektive) Einschätzung!

Da bin ich zu 100% deiner Meinung! Vielen Dank für deinen Kommentar :D
Bei uns im Ort habe ich von der Müllproduktion selber noch nichts mitbekommen, habe davon aber schon öfters gehört.
Die Freundlichkeit der meisten Flüchtlinge kann ich auch bestätigen.
Bin der Meinung, dass die Flüchtlinge insgesamt eine Bereicherung für uns sind.
Merkt man auch bei uns im Dorf.
Obwohl wir 4.500 Einwohner haben, war am Sportplatz sehr selten jemand mit dem man Fußball spielen kann.
Maximal kleine Kinder, aber mit denen kann man ja kein ernstes Spiel spielen.

Aber mittlerweile trifft man dort, vorallem im Sommer, jeden Abend Flüchtlinge mit denen man sehr schöne und faire Spiele erlebt👍

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@Stkuber

Sie bestätigen Beiträge, die ihrem Weltbild entsprechen und gehen andere Erfahrungen an und relativieren diese. Ich werde daher nichts über meine Erfahrungen schreiben, sondern einfach die "Frage" melden. Sollen sich objektiv denkende Köpfe darüber ein Bild machen.

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Moin!

Ich bin halbwegs (Mitglied beim Jugendrotkreuz) Helfer und bin für die Kinderbetreuung zuständig, außerdem ist meine Mutter eine hauptamtliche Helferin.

Direkt zum Ersten, meine Mutter muss viele Überstunden machen und dadurch ist sie erst am späten Abend zu Hause.

Ich bin mehrfach pro Woche für die Kinderbetreuung in einem Flüchtlingsheim, dort habe ich vieles erlebt u.a.: Fußballspiele, die fair waren; einen Kuss auf die Wange; viele lächelnde Gesichter; nette Unterhaltungen (Denglisch, Englisch, Deutsch); Selfies und Fotos mit mir und meinen Kollegen; und vieles mehr.

Leider schlagen sich die Kinder sehr oft (und das nicht aus Spaß), und einen, durch McDonald's entstandenen Bauch (die Einrichtung ist über 30km entfernt und abends möchte man gerne etwas essen;) ohne vorher zu verhungern). Und es brennt manchmal, jedoch würden die Brände von Flüchtlingsgegnern gelegt.

Das war auch schon eigentlich alles und es ist schön, dass das positive um einiges höher ist.

Ich habe mit den Flüchtlingen aus meiner Stadt bis jetzt wirklich nur positive Erfahrungen gemacht! 

Zuerst ist mir aufgefallen dass alle unglaublich gebildet sind, die meisten haben studiert und hatten richtig gute Jobs in ihrem Heimatsland, sie sind also gar nicht so "assi" wie sie sich viele deutsche vorstellen, ganz im Gegenteil. Außerdem sind alle unglaublich höflich, man merkt dass sie sich richtig bemühen um einen guten Eindruck zu hinterlassen und sie bedanken sind 100 Mal für die kleinsten Dinge. Wenn ich manchmal von Diebstählen, Gewalttaten etc. die Flüchtlinge begangen haben sollen höre, kann ich persönlich das gar nicht nachvollziehen, da die Flüchtlinge in meiner Stadt sowas niemals tun würden. Zusätzlich sind alle sehr gastfreundlich (was glaube ich aber auch in den arabischen Ländern üblich ist), trotz dem wenigen Geld das sie hier bekommen. Sie bieten mir jedes Mal gefühlte 10 Kuchen an wenn ich sie besuche und haben mich und ein paar Freunde auch schon zum Essen eingeladen, wo es mehr als genug gab und man hat wieder gemerkt dass sie sich richtig bemüht haben :-) Unsere Kultur nehmen sie auch super an, sie besuchen gerne Kirchen und die meisten sind auch gar nicht so auf ihre Kultur und ihren Glauben fixiert, wie man immer denkt, und sie sagen das auch selbst. 

Ich kann nur sagen dass ich jeden einzelnen Flüchtling aus meiner Stadt, den ich bis jetzt kennenlernen durfte, schon in mein Herz geschlossen habe und ich verbringe wirklich gerne Zeit mit denen. Oft denke ich dass sich viele deutsche von solchen Menschen Mal eine Scheibe abschneiden könnten!

Bin voll und ganz deiner Meinung.
Leider gibt es überall schwarze Schafe, und nicht überall führen sie sich so vorbildlich auf wie bei dir und mir.
Aber kann deine Erfahrung nur bestätigen👍☺️

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Zuerst ist mir aufgefallen dass alle unglaublich gebildet sind, die meisten haben studiert und hatten richtig gute Jobs in ihrem Heimatsland, sie sind also gar nicht so "assi" wie sie sich viele deutsche vorstellen, ganz im Gegenteil.

Ja erstaunlich, wieviele davon studiert sind, obwohl das bei denen kaum möglich ist und wenn nur für reiche, da es sonst kostet.... lol

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Die einzigen schlechten Erfahrungen machte ich, weil ich von so bestimmten "besogten Bürgern" angepöbelt wurde.

Ich habe seit etwa sechs Jahren häufigen Kontakt zu Asylbewerbern, zuerst meist aus afrikanischen Ländern, darunter am meisten mit Eritreern. Erst seit kürzerer Zeit auch mit Flüchtlingen aus Syrien und Afghanistan.

Aber ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die schon viel früher nach Deutschland geflohen sind. Libanesen, die etwa 1976 nach Deutschland kamen, wegen des Bürgerkriegs dort, aber da hatten die meisten zuvor in Deutschland studiert oder hatten deutsche Partnerinnen. Dann viele aus dem Iran, die während der Revolution durch Ajatollah Chomeini 1979 nach Detuschland flohen, auch die beherrschten zuvor schon Deutsch.

Und die konnten alle noch per Flieger nach Deutschland kommen, es waren aber durchweg wohlhabendere Menschen.

Jetzt kommen aber auch solche, die nun wirklich nicht als wohlhabend bezeichnet werden können!

Was mich an der ganzen Diskussion immer aufregt ist, dass man per se annimmt, dass das alles Analphabethen seien, also in den Augen so Mancher eben Menschen 2. oder 3. Klasse und dass sie absolut nicht lernfähig bzw. lernwillig wären!

Ich habe da eine Reihe von Leuten kennengelernt, die fließend mindestens fünf Sprachen beherrschen und habe beobachten können, dass sie in relativ kurzer Zeit dann auch sehr schnell Deutsch lernten!

Also da will kaum einer nur hier her kommen, um von unserem Staat zu leben, um sich einen Schlauen Lenz machen zu können, die wollen arbeiten dürfen!

ich habe eine zeitlang geholfen Kleider in einer Kleiderkammer für Flüchtlinge zu sortieren, also nicht wirklich als Flüchtlingshelfer, aber dadurch durfte ich den ein oder anderen kennen lernen und auch Erfahrungen sammeln.

- Einer freute sich tierisch ,als ich ihm eine gebrauchte Winterjacke für seine Tochter geben konnte.

-Einer der Flüchtlinge bot mir sofort Kaffee an,als ich da war, da ich mich mit der Maschine gar nicht auskannte und fragte auch ob ich Zucker (da komme ich gleich drauf zurück)  oder Milch wollte.

-Als ich mal draussen kam, und sie draussen rauchten ( ich bin Nichtraucher, aber jeder hat sein Laster) wurde ich gefragt, ob ich auch eine Zogarette möchte und man sagte auch setz dich. Also höflich sind sie auf jeden fall.

.-Einen trafich mal so, wir untrhielten uns und er hatte einen Becher Kaffee to go mit und fragte dann ob ich auch etwas abhaben wollte.

- Wenn ich sie nach dem projekt in der Stdt treffe, grüßen sie immer noch freundlich.

Negativ , sidn natürlich die Sprachschwierigkeiten , interessantw ardas derjenige Zucker auf 5 Sprachen konnte, aber halt nicht auf deutsch, aber ich denke,wenn man will gibt es eine Möglichkeit sich zu verständigen.

Auch ngativ ist bei einigen Ausländern die nicht funktionierende INtegaration ( nicht nur Flüchtlinge) ich kenne Familien, wo die Kinder mit Eintritt in die Grundschule kaum deutsch konnten ( ich vermute weil zu hause Landessprache gesprochen wird),allerdings kenne ich auch Familien die sich sehr gut intergriert haben.


Und natürlich gibtes auch die Schlägereien etc in Flüchtlingsheimen, aber was glaubst du was passiert, wenn man 500 deutsche in einer Turnhalle Tag und nacht sozusagen einsperrt? Ich denke jeder nromale Mensch dreht irgendwann durch. Vielelicht erinnert man sich mal daran wie genervt man shcon mal von Jugendherbergen war,wenn man eien Woche mit den falschen leuten zusammen war.

Da stimm ich dir voll und ganz zu!

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