Frage an die Gegner einer Cannabislegalisierung?

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Es ist wohl im Wesentlichen eine 'Glaubensfrage'.
Ist es für eine Gesellschaft wirklich sinnvoll, neben Alkohol ein weiteres potentielles Suchtmittel bereitzustellen?
(Dass sowohl Alkohol wie Cannabis gesundheitsbeeinträchtigend sein können - bei letzterem z.B. eindeutig nachgewiesen bei der Hirnentwicklung von Heranwachsenden - kommt hinzu).
Umgekehrt: Sind die mit dem Cannabisverbot einhergehenden polizeilichen und juristischen Aufwendungen nicht unverhältnismäßig im Vergleich zum Erfolg?

Die Welt und die Gesellschaft scheint nicht unterzugehen, wenn man auf ein Cannabisverbot verzichtet - so scheinen zumindest die Erfahrungen in Staaten zu sein, wo man das legalisiert hat.

Was immer wieder erstaunt, ist die DRINGLICHKEIT, mit der - offenbar von Konsumenten - eine Freigabe geradezu gefordert wird. Das macht mich eher skeptisch in Bezug auf die Harmlosigkeit des Stoffes.

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Der Punkt ist doch das dieses potentielle Suchtmittel (Cannabis) bereits von 100'000 von Leuten konsumiert wird, also haben wir dies ja eigentlich schon vorhanden. Zudem finde ich eben gerade darauf bezogen mit der Entwicklung des Gehirnes bei Jugendlichen, das man dies unbedingt verbieten sollte aber das kann man nur wen der Verkauf geregelt ist und nicht illegal.

Zur Frage mit der Dringlichkeit, denke ich das dies halt immer mehr und mehr aufkommt da es ja bereits Länder gibt die kein Verbot mehr praktizieren. Und dies die Leute anspornt ebenfalls einen Schritt vorwärts zu machen :-)

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@Acidbrain

Okay, deine Ausführungen kann ich gelten lasen ... (:-)

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Wegen der Dringlichkeit: ich würde auch dringend wollen, dass es mal legalisiert wird. Ich konsumiere eher selten, aber wenn, bewege ich mich damit immer mindestens in einer Grauzone des Gesetzes und das finde ich nicht gut. Das ist mein persönlicher Grund, eine Legalisierung zu wollen. (und, dass ich den Geruch sehr mag - wenn es legal wäre, hätte ich auch als Raumduft eine kleine Pflanze in meinem Fenster stehen ;)).

Der andere Grund ist aber, dass ich generell was gegen, in meinen Augen, unsinnige und ungerechte Gesetze habe. Ganz ohne davon betroffen gewesen zu sein, empfand ich die selbe Dringlichkeit quasi auch bei sowas wie Öffnung der Ehe - einfach weil ich da eine Ungerechtigkeit sah, die auf (erwiesen) falschen Annahmen und veralteten Traditionen beruht und nicht auf echten Gründen - genau das sehe ich auch, wenn ich mir die Gesetzgebung von Alkohol und Cannabis ansehe.

Viel dringlicher fände ich aber die Abschaffung zum Beispiel der GEZ (ich weiß, hat einen neuen fancy-Namen), viel dringlicher fände ich die Abschaffung der Sommerzeit ;). Es ist nicht das Wichtigste für mich in meinem Leben und politischem Denken (und ich glaube, die allermeisten Cannabiskonsumenten können dir auch etliche politische Probleme anführen, die sie ebenfalls als wichtiger/dringlicher empfinden würden), aber ich empfände es als wichtigen Schritt.

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@guitschee

Danke für deinen Beitrag. Auch deine Darlegung finde ich akzeptabel.
Was die 'Dringlichkeit' angeht: ich weiß aus vielfacher Erfahrung, welche 'Macht' Cannabis (und natürlich auch andere psychoaktive Mittel) auf Leute haben kann.
Und von daher halte ich den nicht nur gelegentlichen Konsum von solchen Dingen, mit der Absicht, sich 'dichtzumachen' etc. für einen Irrweg. Aber klar kann es reizen, solche Erfahrungen zu machen.

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@Tamtamy

Den nicht-nur gelegentlichen (sondern regelmäßigen) Konsum halte ich auch für absolut bedenklich. Das halte ich sogar bei Kaffee (Koffein) schon für bedenklich (okay, bei Kaffee vor allem deswegen, weil ich ein schlechtes Beispiel davon vor der Nase habe...).

Ich glaube aber nicht, dass ein Verbot oder fehlendes Verbot auf die regelmäßigen Konsumenten einen Einfluss hätte, ich glaube auch nicht, dass es mehr würden, die regelmäßig konsumieren - allerdings wirklich lediglich ein Glauben von mir.

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Erste Frage:

Ja, absolut. Was viele nicht wissen - eine Legalisierung bedeutet nicht gleich, dass mehr Konsumenten dazu kommen. In Frankreich ist Cannabis zum Beispiel streng verboten, trotzdem rauchen dort mehr Jugendliche als in den Niederlanden.

Zweite Frage:

Die polizeilichen Verfahren gegen den Stoff sind absolute Geldverschwendung. In Graz haben wir auch eine Art "Ordnungswache", dass sind quasi Polizisten die nichts unternehmen dürfen. Also reine Geldverschwendung. Polizisten haben Dringenderes zu tun, als einen Kiffer zu verhaften. Bei einer Legalisierung würde der Staat so immens viel Geld sparen.

Und zur Dringlichkeit:

Die Dringlichkeit der Legalisierung hat damit zu tun, dass sich die Konsumenten ungerecht behandelt fühlen. Warum darf der Alkoholiker, welcher so nebenbei an der Droge sterben kann seine Droge genießen aber der Kiffer mit der deutlich harmloseren, pflanzlichen Droge nicht?
Ich will Cannabis auf keinen Fall schön reden, doch im Vergleich zu Alkohol und Tabak richtet sie sehr wenig aus. Erstens kann sie NUR psychisch abhängig machen und sie kann nicht zum Tod führen. Was bei Alkohol und Tabak der Fall ist. Das Gefährlichste sind Psychosen, die treten allerdings auch nur bei Leuten auf welche bereits Anzeichen einer Psychose oder Angststörungen aufweisen.

Was ich damit sagen will ist, dass viele enttäuscht von einigen Gegnern sind, da man sich eindeutig zu wenig mit der Materie auseinandergesetzt hat. Wichtig ist auch den geschichtlichen Hintergrund der Droge zu recherchieren, der spielt eine wichtige Rolle! Cannabis war nicht immer illegal.

LG

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Gehen wir einmal davon aus, dass weiche Drogen zumindest auch negative Auswirkungen auf den Körper haben.

Gehen wir weiter davon aus, dass zumindest einige Menschen sich von gesetzlichen verboten abschrecken oder abhalten lassen.

Dann haben wir durch diese Gesetze die Wirkung, dass einige Menschen dadurch nicht diese negativen Auswirkungen auf ihren Körper haben, weil es diese Gesetze gibt.

Damit sehe ich eine Berechtigung für solche Gesetze.

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Gehen wir mal davon aus das es andere Länder gibt die bereits solche Gesetze aufgehoben haben. Und diese Länder schlussendlich weniger Konsumenten hatten als zuvor. Damit sehe ich ebenso ein Berechtigung für die Aufhebung solcher Gesetze.

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@Acidbrain

Von welchem Ländern sprichst du denn, in denen die Leute aufgehört haben Drogen zu konsumieren als diese legal wurden ?

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@Acidbrain

Woher stammen diese Angaben, dass weniger konsumiert wurde?

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@AnglerAut

Nicht aufgehört, aber es wurde besser geregelt wodurch der Konsum zurück ging. Da gibt es Beispiele wie Holland, Tschechien, USA, Uruguay, Spanien usw.

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@Timo22

Offizielle Statistiken zum Drogenkonsum der jeweiligen Länder, gibt es auch in Deutschland solche Statistiken.

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@Acidbrain

Stellt sich nur die Frage, wer führt diese Statistik? Der Staat, der glaubt, dass nun alles bei ihm gekauft wird? Oder der Schwarzhandel, der gleichbleibende oder fallende Zahlen hat, weil jetzt auch beim Staat gekauft werden kann.

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@Timo22

Weist du wie solche Statistiken gemacht werden? Nehme an nicht nach deiner Frage... Über Google kannst du dich sonst schlau machen.

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@Acidbrain

Ich weiß, wie die gemacht werden. Ich halte mich aber an den Leitsatz, Trau keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Irgendwie muss man es ja rechtfertigen, wenn man Drogen legalisiert. Man kann ja schlecht sagen, wir waren bei der Abstimmung alle breit und dachten, soll das Volk doch auch etwas Spaß haben.

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Im Ländervergleich ist statistisch kein Anstieg der Konsumenten sichtbar, wenn etwas Legalisiert wird.

Auch das Alkoholproblem ist beim Verbot bisher noch nie wirklich kleiner geworden - was aber mehr geworden war, mit zum Beispiel der Prohibition in den USA, waren die Alkoholtoten, weil es keinen kontrollierbaren Produktionsweg mehr gab - und der Schwarzgebrannte zu Todesfällen führen konnte - die man hätte verhindern können, wenn es die Prohibition nicht gegeben hätte. Was ich zum Beispiel auch sehe, ich bin an einem Ort aufgewachsen, wo aus Dänemark eine Autofähre landete, was man dort hervorragend beobachten konnte: Wann die Fähren kamen - sah man in den großen Supermärkten - immer dann wenn zahlreiche Einkaufswagen bis oben hin voll gepackt waren mit Bier und Schnaps (und wirklich nichts anderem) - dann war eine Fähre gekommen. Die Dänen sind nach Deutschland gekommen um soviel Alkohol zu kaufen, wie ihr Auto tragen konnte - und ich bin mir sicher, zu Hause haben die dann an dem Abend erstmal richtig ordentlich zugelangt - ich denke absolut nicht, dass ein Verbot oder eine Einschränkung da hilft. Im Gegenteil. (es macht die Leute eher neugierig).

Auf der Straße wird Gras zum Teil mit Blei beschwert, mit Heroin gestreckt u.v. gruseliges mehr. Das ist ein erheblicher Risikofaktor. Man könnte ihn umgehen, wenn man kontrollieren könnte, was verkauft wird.

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@Timo22

Stimmt. Tatsächlich ist das aber auch schwierig zu sagen, weil medizinisch das Abhängigkeitsrisiko zum Beispiel steigt, wenn der THC-Gehalt zunimmt - und das ist seit Jahren der Fall, weil immer potenteres Hanf gezüchtet wird.

Aber, ich kopiere den Absatz mal komplett:

Im internationalen Vergleich stehen die Niederlande mit ihrer Drogenpolitik nicht schlecht da. 3,1 Prozent der Bevölkerung galten 2008 als drogenabhängig. In Großbritannien (10,2 Prozent), Spanien (8,5 Prozent) oder Italien (7,9 Prozent) war der Anteil der Menschen, die einen problematischen Umgang mit Drogen hatten, wesentlich höher. Bei Heroin und Kokain liegen die Niederlande laut Nationale Drugmonitor 2012 im europäischen Mittelfeld, allerdings gibt es viel mehr Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren, die Cannabis konsumieren – nämlich 14 Prozent versus sieben Prozent im europäischen Durchschnitt. Laut einer Studie des Open Society Institute ist der Anteil derer, die je in ihrem Leben Marihuana probiert haben, in den Niederlanden mit 25 Prozent deutlich niedriger als in den USA (mehr als 40 Prozent) und Großbritannien (mehr als 30 Prozent).

Nur weiß man halt nicht, woran es wirklich liegt. Denn sowohl USA, als auch GB haben größere soziale Probleme, als die Niederländer und das Drogenkonsum und auch Drogenabhängigkeit größer wird, je ärmer Menschen sind, ist ja auch bekannt.

Eines der großen Probleme dabei, Sachen zu beweisen ect ist auch, dass wirklich Studien immer noch rar sind - weil es in so vielen Ländern verboten ist.

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Wenn du dafür bist, dann ist es doch eigentlich egal, wenn andere dagegen sind, dann stehe halt dazu.

Solche Diskussionen sind eigentlich unsinnig, denn für Personen die chronisch krank sind und von medizinischen Aspekt "austherapiert" sind, ist es schon teilweise legalisiert.

Nicht jeder Jugendliche der unter Depressionen leidet,fällt in die Rubrik mit rein, damit er auf Krankenkasse kiffen kann.

Gerade immer mehr Jüngere kiffen und das nimmt zu, dann warten wir mal ab, was aus denen in ein paar Jahren vom Kopf (Psyche) her wird und was für Nebenwirkungen sich da noch herausstellen, solange diese vom Gehirn her, noch nicht voll ausgereift sind.

Körperliche oder Psychische Abhängigkeit? Beides schlimm genug, das eine sieht man und das andere nicht.

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Ich vermute viel mehr, dass die Kifferei erst dazu führt, dass Depressionen bei Jugendlichen vermehrt entstehen. Das will ja aber wieder niemand hören

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Ich möchte vor allem mal die Gründe hören und nicht diskutieren, von daher danke für deine Antwort :-)

Was ich einfach noch dazu sagen muss ist das Problem mit den Jugendlichen besteht ja bereits mit Verbot, also wäre es doch eine Überlegung wert, ob man mit einer Legalisierung besser dagegen vorgehen könnte. In Holland z.B. Kiffen fast keine Jugendliche.

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@Acidbrain

Vielleicht ist das Bildungsniveau in Holland auch nicht so katastrophal wie in Deutschland. Aber gut, du willst Argumente, kannst du haben. Nehmen wir mal an, man legalisiert Cannabis, es gibt Steuern darauf und das Gramm kostet 25€. Wer würde das dann kaufen, wenn der Schwarzhandel es für 10€ anbietet? Natürlich wirst du jetzt sagen, der Staat müsste es dann auch für 10€ verkaufen. Wenn der Staat dies tut, wird der Schwarzhandel es für 7€ verkaufen und es entsprechend mit gefährlichen Zusatzstoffen mischen, damit der günstigere Preis gemacht werden kann. Und wieder kaufen die Junkies beim Dealer.

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@Timo22
 es gibt Steuern darauf und das Gramm kostet 25€. Wer würde das dann kaufen, wenn der Schwarzhandel es für 10€ anbietet

Nehmen wir den Fall mal an: Ich zum Beispiel würde dann eher die Sicherheit und Qualität bevorzugen und eben nicht beim Straßenhändler kaufen - und dann eher zwei mal weniger kiffen, dafür ein Mal sicher und gut. (Allerdings würde ich auch dafür sein, geringe Mengen 1-2 Pflanzen sollte jeder auch zu Hause haben dürfen ;))

Die Junkies sind aber so oder so für einen verloren, wenn sie nicht gerettet werden wollen - für die würde sich mit einer Legalisierung auch nichts ändern, denen ist das schietegal, wichtig wäre eine Legalisierung eher den Gelegenheitskiffern, die einfach nicht mehr deswegen kriminalisiert werden wollen.

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@Timo22

Ich bin Kiffer kein Junkie also bitte bezeichne Kiffer nicht allgemein als Junkies, danke.

Für mich als Konsument will ich aber auch Ware wo ich weis was drin ist und nicht immer das Risiko eingehen müssen, dass ich über den Tisch gezogen werde. Von daher würde ich durchaus ein paar Euro mehr bezahlen und sicher nicht mehr auf dem Schwarzmarkt einkaufen, und das würden die meisten glaube ich auch so handhaben. Sicher wird der Schwarzmarkt nicht komplett einbrechen, aber grössten teils.

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@Acidbrain

Ich habe das mit dem Junkie nicht verallgemeinert. Es ist aber interessant, wie du meine Aussage deutest. Das lässt doch tief blicken. Im übrigen kannst du ganz einfach, auch ohne Legalisierung, das von dir erwähnten Risiko vermeiden. Du musst nur aufhören, Drogen zu nehmen.

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Cannabis ist besonders auf lange Zeit schädlich bei Kindern bis 16 (ist auch der Grund warum Alkohol in Österreich ab 16 ist). Denn da wächst das Gehirn am meisten/schnellsten, dass das Kiffen in diesem Alter gefährlich ist ist allerdings schon festgestellt.

Mit einer Legalisierung würden die Kinder auch schlechter an Gras herankommen, zumindest wenn sie strikt durchgezogen wird (wäre natürlich ab 18).
Ich glaube allerdings nicht dass der Weed-Schwarzmarkt großen Anklang findet. In anderen Ländern wie Portugal oder in der Niederlande ist dies ebenfalls nicht der Fall. Und die Dealer würden sich nun auf andere populäre Drogen wie MDMA oder Koks konzentrieren.

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