Frage an die Eltern: Ausführliche Sexualkunde bereits in der Grundschule sinnvoll?

18 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe derzeit auch meine Zweifel, ob die angedachten Inhalte des Sexualkundeunterrichts in der Grundschule sinnvoll sind. 

Einerseits plädiere ich absolut für Offenheit bezüglich Sexualität im Unterricht. Körperteile sollten offen gezeigt und sauber benannt werden. Altersgerecht genau so, wie auch andere Themen im Bereich Sachkunde unterrichtet werden.

Gleichwohl denke ich nicht, dass Grundschüler schon mit Kondomen hantieren müssen, über Stellungen des Sexualverkehrs sinnieren sollten oder sich gar mit sexuellen Orientierungen und irgendwelchen politisch-korrekten Gleichschaltungsallüren beschäftigen müssen. Das hat in der Grundschule nichts zu suchen, denn das ist Meinungsmacherei, nicht aber Aufklärung.

Genau meine Meinung!

Ich hatte das Thema letztens mit meiner Mutter, da ich mir Sorgen mache das meine Tochter (wenn sie zur Schule kommt) auch in so etwas zwangs reingedrückt wird.

Meine Mama meinte aber man darf diesen Unterricht verweigern, ist das richtig ?

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@Kajjo

Ich vestehe nicht, warum 10-jährige bereits wissen müssen was Analsex ist und das Schwul sein normal ist. Das geht mir nicht unter.

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@Hierse

Da stimme ich dir zu. So habe ich meine urspüngliche Antwort ja auch unter anderem gemeint.

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@Hierse

was Analsex ist

Das will ihnen auch niemand beibringen.

und das Schwul sein normal ist

Je früher man Kindern Werte- hier Toleranz- vermittelt, desto besser. Oder findest du es z.B. auch schlecht, bereits kleinen Kindern beizubringen, dass Stehlen schlecht ist?

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@Lennister

schwul sein & stehlen miteinander vergleichen? okay ...

Also ich finde es nicht "normal" (blödes Wort) wenn Man(n) schwul ist! Ich finde es immer noch "normal" wenn Frau und Mann zusammen sind.

Das bedeutet jedoch nicht das ich meinem Kind erkläre das Homosexuelle Menschen schlecht seien oder derartiges. (wird gerne sofort unterstellt)

Ich werde meinem Kind immer MEINE Meinung erzählen. Nicht die Meinung der angeblichen Gesellschaft. Wie mein Kind sich dann entscheidet, liegt nicht in meiner Hand & das ist auch okay so.

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@suessemaus33333

schwul sein & stehlen miteinander vergleichen? okay ...

Woran glaubst du zu erkennen, dass ich das getan habe? Ich habe es nicht getan. Ich habe tatsächlich Intoleranz und Stehlen verglichen: Schon kleine Kinder zur Toleranz zu erziehen, ist für mich genauso selbstverständlich, wie ihnen beizubringen, dass man nicht stiehlt.

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@Lennister

Der Rest meines Textes wurde jetzt zwar außen vor gelassen, aber ok...

Ich finde nämlich nicht das es um "Intoleranz" geht wenn ich meiner Tochter erkläre "Hetero sein ist normal".. (jetzt mal ganz simpel formuliert).

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@suessemaus33333

@suessemaus33333

Nun, etwas das nicht normal ist, nicht der menschlichen Norm entspricht, somit nicht menschlich ist, intentiert immer eine tendenziell negative Wertung. Was würdest Du denn tun, wenn Dein Kind homosexuell wäre? Ihm erklären, dass es nicht normal ist? :)

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@suessemaus33333

Ich persönlich habe folgende Erziehungsmaxime: Ich beantworte alle Fragen der Kinder, und das altersgerecht -- und ich würde gewiss auch Homosexulität erklären, wenn sie danach fragen würden. Aber ich erzähle nicht von mir aus Dinge, die noch gar keine Relevanz haben für Kinder und dazu würde für mich auch die Vielfalt sexueller Orientierungen und sexueller Praktiken gehören. 

Was ist "normal"? Die übliche Verwendung ist im Sinne von "üblich und verbreitet". Natürlich ist es normal, dass Mann und Frau sich ineinander verlieben. Aber es kommt eben auch ab und zu vor, dass manche Männer sich nur in Männer verlieben können. Ich denke, Kinder können das verstehen, aber in Wirklichkeit interessiert sie ihre eigene Erfahrungswelt, und das ist weit überwiegend Mann und Frau und Kinder.

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@Kajjo

das ist weit überwiegend Mann und Frau und Kinder

Und die Kinder bei denen das nicht so ist, fallen durch das Raster?

Aber es kommt eben auch ab und zu vor, dass manche Männer sich nur in Männer verlieben können.

Irgendwie mag ich Deine Formulierung nicht ...

Aber nun gut, leben und leben lassen. :)

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@suessemaus33333

auf das Wort NORMAL sollten wir besser verzichten: Es ist a) besonders in Deutschland historisch-politisch mißbraucht worden und hat b) doch nur einen nachvollziehbaren Sinn, wenn wir damit die statistische Verteilung von empirisch festgestellten  Häufigkeiten bestimmter Ereignisse oder Phänomene meinen !

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@flunra39

@flunra39

Ich nehme an, mit "normal" ist "biologisch sinnvoll" gemeint und da Homosexuelle sich nicht fortpflanzen können, sind sie nicht normal. Wenn man das jetzt weiter denkt kommt man zu dem Schluss, dass Menschen mit Behinderung auch nicht normal sind, da sie biologisch keinen Nutzen haben. Und wo man dann landet, sollten wir alle wissen, Stichwort Sozialdarwinismus ...

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Wenn Grundschulkinder sich zum Teil gegenseitig vergewaltigen, sich schwängern und sich pornografische Videos zusenden (und das passiert mancherorts), finde ich Sexualaufklärung in der Grundschule absolut in Ordnung und dringend notwendig. Allerdings ist es nicht zweckmäßig, Kindern solche Themen aufzudrängen. In Mathe kann man es verschmerzen, wenn das Kind ein Mathetrauma bekommt und nie wieder etwas darüber wissen will, in Sachen Sexualaufklärung wäre das weniger akzeptierbar. Ich fände gut, wenn in der Grundschule eine "Aufklärungsstunde" stattfinden würde. Dazu würde es reichen, einen Raum und je eine männliche und weibliche Lehrkraft einmal pro Woche für eine Stunde in einen Raum zu bestellen, wo Aufklärungsmaterialien (Kataloge, Poster, Sachbücher, Broschüren) bereit liegen, Kinder ihre Fragen stellen und mit einer Person des gleichen oder des Gegengeschlechts reden können. Homosexualität und Verhütung muss man noch nicht verstehen, wenn man sich nicht dafür interessiert. Für diejenigen, die sich bereits dafür interessieren, wäre es aber verantwortungslos, das Thema auf später zu verschieben, wenn schon die ersten Sexunfälle passiert sind. Mein Fazit also: Aufklärung in der Grundschule: Ja! Zwang im Lehrplan mit abschließender Notengebung: Nein!

Mathetrau ma ist keinesfals zu verschmerzen! Mathe braucht jeder! Und Trau matas sind IMMER sch eiße!

Homose xualität im Lehrplan hat ÜBERHAUPT NICHTS mit Ver gewa ltigung anderer Mitschüler zu tun. Se xuelle Übergriffe sind nochmal ein anderes Thema, was größtenteils innerhalb der Familie stattfindet. Es geht lediglich darum, dass es eben auch Homos ex ualität GIBT (nicht wie in einigen Köpfen hier gerade vorkommt, wie es 2 Männer miteina nder trei ben oder so)

Verhütung ist spätestens in der 4. Klasse dringend nötig, da die Pubertät inzwischen schon mit 11 (!!) Jahren durchschnittlich (!!) beginnt. Und es immer noch Kinder gibt, die glauben, sie könnten durch ne dreckige Toilette schwanger werden und eine Schwangerschaft würde man zwangsläufig durch Heißhunger auf Gurken bemerken.

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@guinan

Natürlich sind Traumata immer schlecht, aber wenn jemand ein Mathetrauma bekommt kann er sich noch auf zahlreiche andere Weisen beruflich dorthin orientieren, wo weniger Mathe gebraucht wird. Ein Grafiker muss beispielsweise deutlich weniger Mathe beherrschen als ein Maschinenbauer. 

In Sachen Verhütung von Empfängnis und Krankheiten ist das etwas anders, da ist jeder gleich viel von betroffen. Das meine ich damit, dass man das Mathetrauma eher verschmerzen kann als ein Trauma bzgl. der Auseinandersetzung mit der Verhütungsthematik.

Vielleicht liest du meine Antwort einfach nochmal, dann wird vielleicht klarer, ob du was und falls ja was du missverstanden hast. Der ganze Rest, den du geschrieben hast, hat nämlich mit meiner Antwort so ziemlich gar nichts zu tun oder steht schon drin.

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Verstehen Grundschulkinder die Entstehung von Regen? Interessieren sie sich von Natur aus dafür? Müssen sie alles darüber wissen. Nein. Die Schule ist dafür da, den Kindern die Welt zu erklären mit allen ihren Phänomenen, und sie ihnen  in einer für Grundschüler geeignete Weise vorzustellen. Wenn also Grundschüler erfahren, dass es nicht nur die Frau-Mann-Beziehung gibt, sondern Liebe auch andere Ziele und Formen haben kann, ist das richtig. Zuviel Information, z.B. wie geht die körperliche Liebe zwischen zwei Frauen, ist sicher weder gefragt, noch wird der Lehrer zu sehr in Detail gehen.


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