Frage an Christen: Dürfen Frauen predigen?

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Paul spricht hier von seiner Sicht, nicht von etwas, dass Gott ihm eingegeben hätte.

Er unterscheidet in seinen Briefen öfter danach, was er sagt und was Gott sagt.

Paul weist die Kirchen an, die er selbst gegründet und unterstützt hat. "Ich erlaube aber eine Frau nicht..." ist zwar ebenfalls ernst zu nehmen (im Unterschied zu "Gott erlaubt aber einer Frau nicht...", aber ob es zur Doktrin reicht, wage ich zu bezweifeln.

Paul hat seine Zurückweisung von Frauen, wenn es um kirchliche Belange geht, damit begründet, sie seien leichter von Satan angreifbar. Wie er allerdings zu dieser Einsicht gekommen ist, verrät er uns nicht. Er war aber sehr geprägt von dem, was er in Korinth vorfand und beobachtet hat. Ob es aber klug ist, das zu verallgemeinern?

Es wäre wohl keine Sünde, eine Frau predigen zu lassen. Höchstens ein Verstoß gegen die Kirchenordnung, wie Paul sie in seiner Funktion als Apostel bestimmt hat. Denn Gebote kann er nicht aufstellen, die kann er höchstens übermitteln, was er im vorliegenden Fall nicht getan hat.

Wird uns Gott strafen, wenn wir Paul nicht (in allem) folgen? Ich glaube nicht. Aber wir sollten uns ernsthaft mit seinen Beweggründen auseinandersetzen und sie nicht pauschal abweisen, weil sie uns merkwürdig vorkommen. Denn trotz allem war er ein Apostel, nicht irgendjemand.

Ob Joyce Meyer ein passendes Beispiel ist... ich weiß es nicht. Ich mag sie nicht, bin also parteiisch. ;-)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich übersetze die KJV von 1611 ins Deutsche
Er unterscheidet in seinen Briefen öfter danach, was er sagt und was Gott sagt.

er schreibt also "und Gott sagt" und "ich sage euch" ?

Und ohne "und Gott sagt" ist das nur seine persönliche Meinung?

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@wilmaed

Das ist eine große Diskussion unter den Gläubigen.

Es gibt eine Daumenregel, nach der Dogmen nur aus Bibelstellen abgeleitet werden sollen, wenn sie zumindest dreimal in der Bibel erwähnt sind.

Dann gibt es wiederum Anhänger und Gegner dieses Ansatzes.

Mit anderen Worten: Ich würde meine Seele nicht dran aufhängen und das sollten andere auch nicht tun.

Am Ende ist es die Frage, welcher Autorität der höhere Rang zukommt. Das sind im Zweifel Gott und Jesus, nicht Paul. Nirgendwo sonst in der Bibel ist z.B. die Ausgrenzung von Frauen derart zu finden, wie bei Paul und ich kann das auch nicht in den Lehren von Jesus finden, noch ist sie damit vereinbar.

Und Paul selbst sagt, dass man im Zweifel Jesus folgen soll, nicht Paul. Das steht in Galater Kapitel 1, in den Versen 6 bis 9 zu lesen.

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Ich finde die Sichtweise interessant und zeichne deshalb mal die Antwort mit dem goldenen Stern aus.

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Das ist wieder so ein Fall, wo man auch das soziale / kulturelle Umfeld anschauen muss, in den diese Bibelstelle gehört.

Damals war es absolut nicht normal dass eine Frau gebildet war. Und wer kein Hintergrundwissen hat, der kann auch anderen nichts beibringen. In einem anderen Brief (ich glaube der von Jakobus) heisst es, dass Lehrer sich mehr vor Gott verantworten müssen, dass es eine Aufgabe mit grosser Verantwortung ist.

Man kann auch heute nicht einen Möchtegern-Prediger auf die Bühne stellen - unabhängig vom Geschlecht. Also können schon, aber ob es weise ist, stelle ich in Frage.

In meiner Kirchengemeinde und im Verband, zu dem wir gehören, ist ganz klar, dass Frauen an sich predigen dürfen.

Das ist heute ein sehr schwieriges Thema, weil man immer versucht Frauen und Männer "gleich zu stellen".

Frauen haben wie Männer Stärken und Schwächen. Wenn man es neutral betrachtet, gleiche sich Stärken und Schwächen aus, wenn jeder das macht, was Er oder Sie am besten kann.

"Hinter jedem starken Mann, steht eine Starke Frau" usw. Es gäbe hier viel zu schreiben, aber nun zu deiner Frage:

Paulus schreibt es nicht als direktes Gebot Gottes, es ist also Keine Sünde, wenn eine Frau Predigt. Das Problem ist, Frauen denken und Handeln viel emotionaler als Männer. D.h. sie lassen sich leichter verführen. Jeder Händler wird dir bestätigen, es ist mit Frauen leichter Geld zu verdienen als mit Männern.

Dann kommt das nächste Problem. Ist eine Frau verführt, kann sie meistens Männer von den neuen Lehre überzeugen. Nur mal ein Beispiel: 4. Mose 25; 1 Und Israel ließ sich in Sittim nieder; und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter, 2 und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein. Und das Volk aß mit ihnen und betete ihre Götter an.

Fazit: Es ist beeindruckend, was Frauen im Hintergrund Positives erreichen und bewegen. Nur, wenn sie vorne Stehen, wird es gefährlich für die Gemeinde. Aus diesem Grund, hat Paulus diesen Befehl erteilt.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interessiere mich für alles rund um die Bibel.
wenn sie vorne Stehen, wird es gefährlich für die Gemeinde.

:)

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Um eine biblisch fundierte Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis von Mann und Frau zu finden, ist es von grundlegender Bedeutung, das biblische Menschenbild (ausgehend von den ersten drei Kapiteln des ersten Buch Mose) zu verstehen. "Gott schuf den Menschen als sein Bild; als Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie. Und Gott sah, es war sehr gut." (Gen 1,27.31). Im Schöpfungsbericht werden Mann und Frau als gleichgestellte, ebenbürtige Partner beschrieben. Die Frau war dem Mann weder unter- noch überlegen. Erst ab dem dritten Kapitel muss sich die Frau dem Mann unterordnen, nämlich als Folge des Sündenfalls! "Du hast Verlangen nach deinem Mann; er aber wird über dich herrschen" (Gen 3,16). Erst seit dem Sündenfall ist die Beziehung zwischen Mann und Frau gestört!

Im Alten Testament ist die Frau juristisch und kultisch nicht vollberechtigt: Die Frau ist Besitz des Mannes, der Priesterdienst den Männern vorbehalten. Frauen traten aber als Prophetinnen, Empfängerinnen göttlicher Offenbarungen, Leiterinnen des kultischen Gesangs und kultische Spezialisten auf. Die alttestamentliche Tradition förderte Frauen in Leiterschaft nicht besonders, aber trotzdem finden wir im Alten Testament wichtige Leiterpositionen, die von Frauen besetzt wurden.

Jesus hatte eine besondere Liebe für Menschen, welche von anderen Menschen abgewertet wurden. Jesus hat Frauen in seinem Gefolge willkommen geheißen, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war, da Frauen normalerweise öffentlich nicht mit Männern redeten und schon gar nicht mit ihnen durch das Land reisten. Jesus hat eindeutig die patriarchalen Strukturen der damaligen Zeit in Frage gestellt.

Auch bei der Auslegung der paulinischen Aussagen zum Verhältnis von Mann und Frau bzw. der Rolle der Frau in der Gemeinde ist zu berücksichtigen, dass in der Bibel zeitgebundene Anschauungen und ewige Wahrheiten zu finden sind. Der Jesuit Norbert Baumert (1932-2019) war Paulusforscher. Ich empfehle dir sein Buch: Frau und Mann bei Paulus. Überwindung eines Mißverständnisses. In diesem Buch geht er auch auf die von dir genannte Bibelstelle (1. Timotheus 2,12) näher ein.

Empfehlenswert ist auch das Buch "Warum nicht! Frauen in christlich-kirchlichen Führungspositionen", das Loren Cunningham (Gründer von "Jugend mit einer Mission") mit anderen Autoren geschrieben hat. In diesem Buch gehen die Autoren auf die Bibelstellen ein, die (leider) gegen die Gleichberechtigung der Frauen in der Gemeinde angeführt werden.

Abschließen möchte ich mit einem Zitat des Psychologen und Theologen Dr. John Ortberg: "Die christliche Kirche brauchte ein ganzes Jahrhundert, um zu begreifen, dass Juden und Nichtjuden wirklich eins sind. Die Kirche brauchte ungefähr neunzehn Jahrhunderte, um zu begreifen, dass Sklaven und Freie in Jesus Christus wirklich eins sind. Und ich glaube, was wir heutzutage erleben, ist der Prozess, in dem die Kirche allmählich begreift, dass Männer und Frauen in Jesus Christus tatsächlich eins sind." (John Ortberg, Die Frau schweige? Gaben in der Gemeinde - ein Diskussionsbeitrag, Holzgerlingen, 2002, S. 63).

Im Alten Testament

wenn die Frau ein Mädchen gebärt, ist sie 2 Wochen unrein

Und wenn sie ein weibliches Kind gebiert, so wird sie zwei Wochen unrein sein

bei einem Jungen nur 1 Woche:

Wenn eine Frau empfängt und ein männliches Kind gebiert, so wird sie sieben Tage ⟨lang⟩ unrein sein;

https://www.bibleserver.com/ELB/3.Mose12

Die Frau ist Besitz des Mannes

bzw des Vaters:

Wenn jedoch jemand seine Tochter als Sklavin verkauft,

https://www.bibleserver.com/ELB/2.Mose21%2C7

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@wilmaed
bzw des Vaters:
Wenn jedoch jemand seine Tochter als Sklavin verkauft,

Hier geht es aber im Kontext um die Tochter eines Sklaven. (Siehe vorige Verse.)

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@wilmaed

Wenn ich jetzt rein den biblischen Text betrachte, ist es durchaus möglich das so zu verstehen, dass es auf die Tochter des Sklaven bezogen ist. Aber du könntest trotzdem Recht haben.

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@wilmaed
Manche Christen glauben, dass es in Ex 22,15-16 um Moral geht:

Kann man anhand der Bibelverse aber so auffassen. Ich habe mir gerade Bibelstellen durchgelesen und auch die Verse davor.

Kann man aber auch so wie du auffassen.

Ich glaube aber lieber an das gute im Menschen.

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@xxScarface1990

Wertminderung:

Die Braut war bei der Hochzeit im Idealfall Jungfrau. Der Brautvater erzielte so einen höheren Brautpreis; er hatte daher auf die Tochter zu achten (vgl. Dtn 22,21; Lev 19,29; Lev 21,9; Sir 42,9-11;

Mann durfte auch eine Prostituierte heiraten:

Für den normalen Israeliten stellte es kein Ehehindernis dar, wenn die Braut keine Jungfrau mehr war. Er konnte auch eine Witwe oder eine Prostituierte heiraten (Ri 11,1).

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/ehe-at/ch/5b80cbbe808bd8443559f83e85f92986/#h11

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@wilmaed
Der Brautvater erzielte so einen höheren Brautpreis; er hatte daher auf die Tochter zu achten

Sicherlich wurde auch so gedacht.

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Solche Frage ist nicht gerade gut bei Gutefrage, denn hier geht niemand sachlich mit Religion um sondern gibt seine Meinung und die Meinung ist meistens nicht die Antwort auf die Frage.

Mein Senf: Es kommt oftmals auf die Gemeinde an wie die es handhaben, viele Gemeinden die versuchen sehr nah an der Bibel zu leben (Baptisten, Pfingstler) bei denen ist für die Lehre und Auslegung der Bibel der Mann zuständig. Bei anderen Religionen die oft ihre eigene Meinung der Bibel bevorzugen, wäre es auch möglich das die einige Verse nicht so annehmen wie die da stehen.

1. Timotheus 2:12 Bei dem Vers darfst du nicht vergessen das Apostel Paulus den Brief an seinen Schüler Timotheus schrieb...

Im russischen Kommunismus war es oft so, das Gläubige Männer verhaftet wurden und somit haben die Frauen den anderen Frauen gepredigt, ausgelegt usw.

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