Frag zur Entstehung von Hartt 4 - Peter Hartz

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5 Antworten

guten tag

es geht ja nicht "nur" um den peter hartz. in dieser kommsion waren ja auch noch andere vorstände, gewerkschafter, politiker, wissenschaftler und sowas. also eine ganze menge leute.

die idee an und für sich finde ich garnicht so übel. also die bundesregierung hat eine kommisiion aus einigen leuten gebildet, die mal gewisse missstände ergründen und beseitigen sollten. da ging es um den ganzen verwaltungsaufwand bei der bundesanstalt für arbeit und viele andere missstände. die keine einzelne behörde so ändern konnte oder durfte. daher wurde das "extern" gemacht.

also wurden etliche misstände überhaupt erstmal erkannt und aufgedeckt. dann wurden in mehreren paketen lösungen erdacht. vorschläge für änderungen und angedachte reformen wurden gemacht. es geht ja nicht nur um das bekannte hartz 4 paket, es ist ja hartz 1-4. also sehr viel mehr.

das wurde alles den entscheidenden stellen z.b im bundesrat/bundestag vorgelegt. dort wurden dann solche dinge zu gesetzen gemacht. da liegt auch wieder das problem. viele der eigentlich angedachten refomen wurden überhaupt nicht oder nur teilweise durch die politik ratifiziert. dann wurden aufgrund parteipolitischer entscheidungen wieder dinge verändert, ignoriert oder sonstwie verschlimmbessert.

so das man das eigentlich angedachte ziel, nämlich wirkliche reformen in den ganzen arbeitsmarkpolitischen dingen, in der verwaltungsstruktur des arbeitsamtes und etlichen anderen bereichen garnicht erreichen konnte.

stattdessen wurde mit den argen eine neue verwaltungsstruktur geschaffen, die absolut unfähig ist, ihre aufgaben überhaupt zu erledigen.

die vermitttlungsbemühungen des arbeitsamtes wurden nicht verbessert, sondern in vielen bereichen verschlechtert. verwaltungskosten wurden nicht gespart, sondern erhöht.

etliche der ideen dieser kommission waren oder sind garnicht schlecht. sie hätten bei richtiger durchführung durchaus erfolge zeigen können.

aber das ganze ist ein riesiger fehlschlag. weil es in einem land wie deutschland keine wirklichen reformen geben wird. in der gesamten sozialversicherung und der ganzen verwaltung arbeiten hunderttausende menschen. da geht es um soviele leute, die durch z.b hohe arbeitslosenzahlen leben. die durch die verwaltung (nicht vermittlung in arbeit) hilfebedürftiger sichere arbeitsplätze haben.

genau diese menschen haben eine grosse politische lobby, wo überhaupt kein interesse daran besteht, solche verwaltungsstrukturen zu verändern oder zu verkleinern. wie sagt man, eine krähe hackt doch der anderen kein auge aus.

sogut wie kein bereich in der gesellschaft ist willens, auf etwas zu verzichten. jeder möchte privat oder auch geschäftlich immer mehr haben. das gespart werden muss, sieht jeder ein. aber natürlich immer bei den anderen. so verpufft jeder reformversuch und verursacht nur neue kosten und probleme.

was also diese ganzen hartz reformen nicht zu einem fehler von peter hartz macht, sondern zu einem problem des ganzen landes. zu einem problem, zu dessen lösung die ganze gesellschaft, jeder einzelne etwas beitragen muss. nicht nur einige wenige oder teile der gesellschaft. solange aber jeder nur an sich und seine interessen denkt, wird sich nie etwas ändern.

jede woche kommen neue schockierende meldungen. immr mehr arbeitslose, immer mehr kinder und menschen überhaupt in armut. jetzt wird es immer auf die rezession geschoben, die wirtschaftskrise. aber es war schon lange vorher so.

genau das wird sich auch nicht ändern, bevor nicht ein ruck durch die ganze gesellschaft geht.

tschüss burki

Zunächst einmal eine Frage: Wohin soll es denn rucken?

Zur Sache: Ich denke, Hartz IV war in einem seiner wesentlichen Ziele die Verminderung der Kosten für Arbeitslose und die "Deregulierung" des Arbeitsmarktes. Wo man vorher, wenn man arbeitslos wurde, noch einige Jahre bezogen auf seinen bisherigen Lohn von der Arbeitslosenanstalt in Nürnberg zunächst Arbeitslosengeld dann Arbeitslosenhilfe bekam, wurden nur die Arbeitslosen, so sie mehr als ein Jahr arbeitslos waren, auf Sozialhilfeniveau gesetzt. Für die Arbeitenden hielt Hatz IV die Möglichkeit bereit, leichter gekündigt zu werden, was ebenso die Kosten für die Betriebe senkte. Das ist doch voll gelungen.

Übrigens hat auch die Gewerkschaft das ihrige dazu getan mit der Zustimmung zur Öffnung der Tarifverträge nach unten, d.h. die Betriebe können auch mit Zustimmung der Gewerkschaft geringere Löhne als der Tariflohn bezahlen. Das ist doch voll gelungen. Wo war denn da die "Lobby" für die Beschäftigten?

Und ob dies allerdings mit Verwaltungsvereinfachung einhergeht, wage ich zu bezweifeln.

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peter hartz ist mitglied der spd und er ig-metall. vorgang: 1. Ferdinand Piech erklärte dem Peter Hartz, wie mit Arbeitslosigkeit und Arbeitslosen umgegangen werden sollte. 2. Peter Hartz erstellte Gesetzesvorlagen nach den Wünschen Piechs. 3. Peter Hartz gab die fertigen Gesetzesvorlagen bei Bundeskanzler Gerhard Schröder ab. 4. Gerhard Schröder stellte sich vor seine Fraktion und sagte: "Diese Gesetzesvorlagen sind der Durchbruch, das Allheilmittel gegen alles, aber wir müssen es ohne Abstriche durchsetzen!" 5. Politischer Widerstand in SPD und bei den Grünen wurde mit Mobbing und Rücktrittsdrohungen von Gerhard Schröder und Joschka Fischer ausgeschaltet. 6. Im Ergebnis kann man feststellen, dass der "politische Meinungsbildungsprozess" betreffend Hartz-Gesetze ausschließlich im Kopfe des Ferdinand Piech stattgefunden hatte.

In der Tat ist es nicht unüblich ein Expertenteam zusammenzustellen, um mal ein Konzept auszuarbeiten. Was ich mich nur immer frage, warum man dafür immer Parteimitglieder, Lobby-Verstände und fragwürdige Gewerkschafter nimmt. Die Frage beantwort sich leider von allein: Weil man dann sicher sein kann, dass einem das Ergebnis gefallen wird. Ehrlicher und von besserem Ergebnis wäre eine weitestgehend unabhängige Expertengruppe, die auch den Mut und die Möglichkeit hat etwas vorzuschlagen, was den Herrn Ministern vllt nicht so in dem Kram passt, aber funktionieren würde. Hartz4 war ein Stückwerk sondergleichen...jeder BWL-Student hätte es besser machen können.

Was meinst Du mit "besser"? Noch mehr sparen bei den Arbeitslosen oder was?

Es war doch wohl das Ziel von Hartz IV, die Kosten der Arbeit zu senken. Das heißt natürlich die Kosten für die Arbeitenden erhöhen, ihre Löhne senken sowie denen, die keine Arbeit haben, weniger zukommen zu lassen!

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Welche Kosten für die Arbeitenden erhöhen, die Löhne senken? Weniger für Arbeitslose? Die kriegen mehr denn je! Außerdem waren das doch nicht die Ziele von Hartz4?! Die Zielsetzung war eine Umstrukturierung der Arbeitsvermittlung und Neuberechnung der verschiedensten Sätze zum Lebensunterhalt arbeitssuchender Menschen. Hartz4 hat zu viele Kosten verursacht und zu wenig Ertrag gebracht. Ich bin überzeugt ein Team aus jungen BWL-Studenten mit ausreichend Zeit und Budget ausgestattet bringt ein wesentlich effektiveres Konzept hervor, dass nicht nur umschichtet und Zahlen so lange dreht bis sie schön aussehen, sondern eine tatsächliche Reformierung der überbürokratisierten Möchte-Gern-Vermittlungs-Behörde. Hartz4 ist wie die Rechtschreibreform: Gut gemeint - mies ausgeführt, am Ende sinnlos.

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Welche Kosten für die Arbeitenden erhöhen, die Löhne senken? Weniger für Arbeitslose? Die kriegen mehr denn je! Außerdem waren das doch nicht die Ziele von Hartz4?! Die Zielsetzung war eine Umstrukturierung der Arbeitsvermittlung und Neuberechnung der verschiedensten Sätze zum Lebensunterhalt arbeitssuchender Menschen. Hartz4 hat zu viele Kosten verursacht und zu wenig Ertrag gebracht. Ich bin überzeugt ein Team aus jungen BWL-Studenten mit ausreichend Zeit und Budget ausgestattet bringt ein wesentlich effektiveres Konzept hervor, dass nicht nur umschichtet und Zahlen so lange dreht bis sie schön aussehen, sondern eine tatsächliche Reformierung der überbürokratisierten Möchte-Gern-Vermittlungs-Behörde. Hartz4 ist wie die Rechtschreibreform: Gut gemeint - mies ausgeführt, am Ende sinnlos.

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es ist durchaus üblich, sich fremde meinungen zu holen

Da sagst du was. Schröder hatte sich mit einer merkwürdigen Schar von "Beratern" umgeben.

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