Fotorecht - Was muß ich da beachten?

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7 Antworten

Mal realistisch gesehen ist es wahrscheinlich unmoeglich den Urheber oder dessen Erben nach 71 Jahren ausfindig zu machen, und wer mahnt schon Ausstellungen von Heimatvereinen ab?

Anders waere es wenn du das Foto in einer Werbung fuer eien Versicherung etc. verwenden wuerdest, wenn also eine Assoziation zwischen dem Bild und der Ware geschaffen wuerde.

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Was hast du denn außer dem Negativ noch bekommen? Erstmal hast du nämlich einfach nur ein Negativ erworben. Weitergehende Rechte zur Vervielfältigung, Veröffentlichung sind damit nicht automatisch verbunden. Frei wird das Foto erst, wenn der Urheber seit 70 Jahren verstorben ist. 

Als Beispiel erwirbst du solche Rechte auch nicht, wenn du dir bei einem Fotografen vor Ort Passfotos anfertigen lässt. Du kriegst die Abzüge aber darfst sie beispielsweise nicht Einscannen und im Internet veröffentlichen.

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Rheinkiesel321 19.05.2016, 09:52

Hallo Pirat,

danke für Deine Antwort. Außer dem Negativ habe ich nichts bekommen. Das Foto wurde sehr wahrscheinlich von einem US-Soldaten gemacht. Sein Name ist mir nicht bekannt.

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KuarThePirat 19.05.2016, 10:22
@Rheinkiesel321

Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass du tatsächlich Probleme bekommst, wenn du das Bild ausstellst. Wo kein Kläger, da kein Richter. Solange das Bild nicht auf dem Cover des Time-Magazine landet, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Nachkommen des US Soldaten das mitkriegen ;).

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Der Urheber (bzw. seine Erben 70 Jahre lang nach seinem Tod) hat einen UrhG § 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz gegen dich als Aussteller des Werkes: http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/\_\_97.html

Dass sie diesen Anspruch geltend machen, ist unwahrscheinlicher als ein Blitzeinschlag während der Ausstellung ;-).

Und falls doch, wird es am ehesten um eine UrhG § 32 Angemessene Vergütung gehen. Sehr teuer kann es also kaum werden.

Bei einer UrhG § 97a Abmahnung müsste zudem noch ein eingeschalteter Anwalt der Gegenseite bezahlt werden. Das wären ein paar Hunderter mehr, falls das nicht gedeckelt ist durch § 97a Absatz 3.

Ein Strafantrag im Sinne von UrhG § 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke hat hingegen kaum Aussicht auf Erfolg.

Gruß aus Berlin, Gerd

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Hallo Rheinkiesel321,

das meiste haben meine Vorantworter dir ja schon gesagt: Ja. Was du vorhast ist eine "Vorführung" gemäß §19 UrhG. Ja. Dafür brauchst du eigentlich eine Lizenz (=Erlaubnis) des Urhebers. (UrhG §12) Und Ja, an dem Werk bestehen noch Urheberrechte. Die laufen erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers aus. Das Ding in der Heimat-Ausstellung auszustellen, wäre also definitiv rechtswidrig.

Was du da hast, ist ein typisches Problem von Historikern, Archiven und Publizisten: Es kann gut sein, dass der Soldat, der das Foto gemacht hat, noch 1945 gefallen ist. Dann wäre das Bild seit 2015 gemeinfrei. Leider gibt es bei der weit überwiegenden Mehrheit aller Werke aus dem 19. Jh. bis in die 1940er kaum eine Möglichkeit an die Identität des Urhebers zu kommen. Deswegen kann dieser riesige Schatz an kulturellem Material nicht veröffentlicht werden. (Obwohl die Künstler sicher kaum etwas dagegen hätten, wenn man sie aufspüren könnte) Aus historischer Erfahrung wissen wir leider, dass solche Werke, wenn sie nicht neu publiziert werden, in Vergessenheit geraten.

Ich darf nach §2 RDG hier keine individuelle Rechtsberatung erteilen, in der ich den Sachverhalt und seine rechtlichen Einzelheiten prüfe. Das dürfte nämlich nur ein nieder gelassener Anwalt. Deswegen sage ich nur folgendes: Überlege dir 1. wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass das was du tust doch legal ist 2. wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, erwischt zu werden, und 3. was die wahrscheinlichen Folgen wäre, falls du erwischt wirst.

Mfg. Thomas Morus

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Du hast es gekauft, also ist es deines, wenn auf dem Bild keine Menschen zu erkennen sind, und oder militärische Geheimnisse offenbart werden, darfst du das veröffentlichen. 

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schmickens 19.05.2016, 09:29

Das ist so nicht richtig! Das Urheberrecht bleibt immer beim Urheber!

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Xentos 19.05.2016, 10:50
@schmickens

Sagst doch selber 70 Jahre ;) also nicht immer. Und die 70 Jahre sind um. 

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schmickens 19.05.2016, 21:15
@Xentos

Dennoch ist deine letzte Antwort lediglich ein Versuch, es abzutun!

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GerdausBerlin 20.05.2016, 00:16
@Xentos

Wir kennen nicht den Todestag des Urhebers.

UrhG § 64 Allgemeines: "Das Urheberrecht erlischt siebzig Jahre nach dem Tode des Urhebers."

UrhG § 69 Berechnung der Fristen: "Die Fristen dieses Abschnitts beginnen mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das für  den Beginn der Frist maßgebende Ereignis eingetreten ist."

Gruß aus Berlin, Gerd

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Xentos 20.05.2016, 08:15
@schmickens

Wir wissen auch nicht ob er vielleicht alle Rechte am Bild gekauft hat. Also komm mir nicht so. 

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Fotos mit zeitgeschichtlichen Motiven sind frei. Die andere Frage ist natürlich, ob irgendjemand das Urheberrecht bzw. Eigentumsrecht am Bild hat. Wenn das Bild von einem Rechteinhaber zur Verfügung gestellt wird, gibt man freiwillig an "Mit freundlicher Genehmigung von ...."

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GerdausBerlin 20.05.2016, 00:13

Gibt es eine Begründung für deinen ersten Satz?

Gibt es eine Fotografie ohne Urheber, der ein Urheberrecht daran hat?

Gruß aus Berlin, Gerd

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Hallo,

Danke für Eure schnellen Antworten!

Sonnige Grüße

Rheinkiesel

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