Fotokalenderverkauf von Hobbyfotograf auf eigener Homepage. Muss man dafür Steuern zahlen?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Es wurde schon viel Richtiges und viele Falsches gesagt. Meine Kurzinfo:

1. Dur erzeugst und vertreibst Waren (also Gewerbe anmelden, kostet je nach Kommune ca. 30 Euro). Dann kommt direkt die Handwerkskammer aus dem Gebüsch und verlagt ihre Gebühr (Einschreibegebühr und Jahresgebühr) und dann kommt noch die Berufsgenossenschaft (ehemals BG Druck und Papier)

2. Du erzielst hoffentlich Einkünfte. Diese müssen versteuert werden. Das Finanzamt erhält von deiner Kommune die Gewerbeanmeldung und das FA meldet sich dann bei dir.

3. Die Höhe der Steuern richtet sich nach deinen gesamten Einkünften. Wenn du mit allen Einkünften unter dem Steuerfreibetrag liegst, brauchst du keine Steuern zu zahlen.

4. Umsatzsteuer wird erst fällig, wenn du mehr als 2 Jahre hintereinader mehr als 17500 Euro umgestzt hast.

5. Als Kleinunternehmer denke erst mal nicht an die Gewerbesteuer

4. Sofern du mit all deinen Einkünften über der Freigrenze liegen wirst, dann lege dir eine Steuersoftware zu. Die ist erheblich günstiger als ein Steuerberater.

Aber noch eine andere Sache zu deinem Kalender: Prüfe genau, ob du keine Urheberrechte durch deine Fotos verletzt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DREAMPIXX
01.09.2016, 12:17

Fast alles richtig, außer, dass du ein Gewerbe anmelden musst. Das stimmt so nicht. Die Einkünfte sind Nebeneinkünfte und diese können einfach auf der ganz normalen Einkommensteuererklärung angegeben werden. Erst wenn die Einkünfte regelmäßig kommen, du damit deinen Lebensunterhalt bestreitest oder die "Freigrenze" für die Umsatzsteuer bzw. Gewerbesteuer überschreiten würdest, müsstest du auch ein Gewerbe anmelden. Wenn das Finanzamt allerdings keine zu erwartenden Einnahmen aus Gewerbesteuer hat, dann besteht auch niemand auf eine Gewerbeanmeldung. Genau so hat man es mir nämlich damals auf dem FA erklärt und deshalb habe ich auch mein Gewerbe wieder abgemeldet. Denn die laufenden Kosten für das Gewerbe musst du mit so ein wenig Verkauf erst einmal wieder rein bekommen.

0
Kommentar von RBMannheim
01.09.2016, 15:48

Das ist überwiegend ganz großer Quatsch, was da geschrieben wurde!

Berufsgenossenschaft ist der allergrößte Blödsinn aus dem Samelsurium von Halbwissen und Wichtigtuerei!

0
Kommentar von knusperstreusel
01.09.2016, 17:29

Danke für die Infos.

Am besten ich frag mal beim Finanzamt nach. Es geht hier nur darum, dass ich mit dem Kalenderverkauf ein wenig mein Hobby, das Fotografieren finanzieren will. Ich gehe nicht davon aus, dass ich von den Einkünften leben kann. Daher wird wahrscheinlich auch kein Freibetrag überschritten.

Betreffs Urheberrecht: Darüber habe ich mir schon Gedanken gemacht. Ich denke mal, wenn eigene Landschaftsbilder, ohne Gebäude oder Menschen auf den Fotos, im Kalender sind, ist man auf der sicheren Seite.

0

Hier wird verdammt viel Halbwissen verbreitet. Rufe am besten bei deinem zuständigen FA an und frage dort direkt nach. Das habe ich damals auch gemacht und mir wurde erklärt, dass ich selbst als Fotograf, der Auftragsarbeiten annimmt NICHT verpflichtet bin ein Gewerbe anzumelden, wenn mein Umsatz im Jahr nicht höher als die 17.500,-€ sind. Ab dieser Grenze wäre man nämlich zur Umsatzsteuerabgabe verpflichtet und dazu müsste man auch ein Gewerbe mit eigenständiger Steuernummer haben. Alles was drunter liegt, kann ganz einfach in der jährlichen Einkommensteuererklärung angegeben werden. Nicht umsonst gibt es diese Anlage in der Steuererklärung.

Eine Gewerbeanmeldung mag dich zwar nur rund 30,-€ kosten, aber der Rattenschwanz, der da noch dran hängt, den holst du mit ein paar Kalendern mit Sicherheit nicht rein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Zählt sowas als Gewerbe? Muss man das irgendwo anmelden? Muss man dafür Steuern zahlen?

  1. Ja
  2. Ja, bei der Gewerbemeldestelle Deiner Gemeinde, kostet etwa 20 Euro
  3. Gewinne (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) sind wie jedes andere Einkommen auch steuerpflichtig. Du mußt jährlich eine Einkommensteuererklärung machen, selbst wenn Du ein ganzes Jahr lang keinen einzigen Kalender verakufen solltest.Wenn der Kalenderverkauf Deine einzige Einnahmequelle sein sollte, mußt Du schon sehr gut sein, um ein so hohes Einkommen zu erzielen, daß Einkommensteuer fällig wird, da es einen recht hohen Grundfreibetrag von über 8500 Euro/Jahr gibt.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DREAMPIXX
01.09.2016, 12:23

Nein, man muss es nicht zwangsläufig anmelden. Es reicht vollkommen, wenn man die Nebeneinkünfte bei der jährlichen Einkommenssteuererklärung angibt. Ein Gewerbe müsste er erst dann anmelden, wenn er auch verpflichtet wäre Gewerbesteuer oder Umsatzsteuer abzuführen. Ich kann mir jedoch kaum vorstellen, dass er so viele Kalender verkauft, dass er über die Grenze von 17.500,- € im Kalenderjahr kommt.

0

Was heißt denn hier Hobbyfotograf ? Du stellst etwas her, von dem du mehrere Exemplare zum Verkauf anbietest. Das ist Gewerbe und mussbeim Gewerbeamt angezeigt werden (§ 14 GewO). Du solltest es als Verkauf von Kalendern anmelden, denn wenn du dich als Fotograf anmeldest, musst du dich auch in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer eintragen lassen.

Ob du Steuern zahlen musst, richtet sich danach, was du sonst noch so verdienst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von knusperstreusel
31.08.2016, 13:40

Ich bin Hobbyfotograf, denn ich habe dahingehend nie etwas studiert oder einen Kurs besucht. Auch habe ich damit noch nie Einnahmen gehabt, weil ich meine Bilder noch nie verkauft hatte. Mein Ziel ist es auch nicht, Kalender als Hauptverdienst zu verkaufen.

0
Kommentar von Falkenpost
31.08.2016, 14:14

Du solltest es als Verkauf von Kalendern anmelden, denn wenn du dich als Fotograf anmeldest, musst du dich auch in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer eintragen lassen

Als Alternative geht auch "Fotodesigner" oder ähnliche Kunstbegriffe, um diese Hürde zu umgehen.

0

Einfach gesagt: Wenn du mehr als 5.000€ im Jahr Umsatz machst, bist du gewerbesteuerpflichtig

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von ChuckNorris37
31.08.2016, 12:28

Was ist das denn für ein Blödsinn? Weder die Zahlen stimmen noch die Steuerart. Wenn du schon so ein Quatsch erzählst, beweise es wenigstens mit Quellen!

2
Kommentar von kevin1905
31.08.2016, 12:35

Der GewSt Freibetrag beträgt für den Einzelunternehmer 24.500,- € p.a.

Auch bin ich nicht überzeugt, dass ein Fotokünstler, der nur eigene Werke verkauft und nicht nach Auftrag arbeitet, gewerblich tätig ist!

Als Freiberufler fiele ohnehin keine Gewerbesteuerplficht an.

1
Kommentar von PatrickLassan
31.08.2016, 14:09

Wenn du mehr als 5.000€ im Jahr Umsatz machst, bist du gewerbesteuerpflichtig

Die Gewerbesteuer hat nichts mit dem Umsatz zu tun, sondern mit dem Gewerbeertrag.

In dem Link findet man übrigens solche 'Perlen' wie diese:

Die Gewerbesteuern fließen an die Gemeinden. Allerdings wird die Abgabe von den Finanzämtern erhoben und anschließend weitergeleitet, da den Kommunen die hierfür nötige Infrastruktur fehlt.

Das ist völliger Quatsch. Die einzigen Bundesländer, in denen die Finanzämter die Gewerbesteuer erheben, sind die Stadtstaaten (Berlin, Bremen, Hamburg). In den Flächenstaaten wird sie von den Kommunen aufgrund des von den Finanzämter ermittlten Gewerbesteuermeßbetrags erhoben.

1

Meine Frage: Wie ist das rechtlich und steuerlich geregelt?

Einkünfte aus selbständiger Arbeit gem. § 18 EStG.

Zählt sowas als Gewerbe?

M.M.n. nicht, da hier keine Auftragsarbeiten durchgeführt werden, sondern du deine Fotokunst zugänglich machst.

Muss man das irgendwo anmelden?

Beim Finanzamt.

Muss man dafür Steuern zahlen?

Welche Steuern sind gemeint?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von knusperstreusel
31.08.2016, 13:42

Umsatzsteuer, Gewerbesteuer etc.

0
Kommentar von Geochelone
31.08.2016, 16:41

M.M.n. nicht, da hier keine Auftragsarbeiten durchgeführt werden, sondern du deine Fotokunst zugänglich machst.

Malt jemand ein Bild oder fotografiert etwas Besonderes und verkauft dies, kann das Kunst sein. Wenn er aber mehrere Exemplare herstellt bzw. das Bild/Foto vervielfältigt, ist das keine Kunst, sondern Gewerbe ! 

Da die Kalender ja in mehreren Stücken hergestellt und angeboten werden, ist das als Gewerbe anzumelden.

1

Formal ja, praktisch kaum. Du kannst sehr viel an Betriebsausgaben geltend machen. Laß Dir vom Finanzamt eine Steuernummer geben und such Dir jemanden, der das für Dich monatlich abrechnet (Steuerberater).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ja natürlich ist das steuerpflichtig. Du musst ein Gewerbe anmelden bei der Stadt. Wenn du das gemacht hast bekommst du einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vom Finanzamt. Diesen musst du dann ausfüllen. 

Dazu suchst du dir am besten einen Steuerberater, der füllt den Fragebogen dann korrekt für dich aus und übernimmt auch die Buchhaltung und die EinnahmenÜberschuss Rechnung am Ende des Jahres für dich. 

Als Tipp: Bei vielen Steuerberatern bekommt man ein kostenloses Erstgespräch, bei dem du schonmal einige Fragen loswerden kannst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?