Fotografie?Wirklichkeitsgehalt?

3 Antworten

Im Prinzip arbeitet Fotgrafie mit dem natürlichen Licht, also stellt sie dar was ist, in diesem Augenblick.
Natürich kann man da auch "verschönern", bestimmte Bilder und Standpunkte aussuchen. Auch Arbeit in Dunkelkammer und Retuschen mit Pinsel und Aerograph. Ich hatte manchmal zwei, drei Nächte lange an einem einzigen schwarz-weiss Photo in Dunkelkammer gearbeitet, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Auch muss ich den Körper voll mit Bleiweiss haben : Ich machte Retuschen für Industriefotografie, da leckte man eben den feinsten Pinsel mit der Zunge, damit er spitz genug war...
Seit PhotoShop und ähnlichen sind diese Grenzen jedoch aufgehoben.

Malerei geht im Allgemeinen andere Wege :
Da sieht ein Mensch, interpretiert, stellt Szenen zusammen, komponiert, spielt mit Licht und Schatten, Helligkeit, Dunkelkeit, Farbzusammenstellungen, bis er das auf die Leinwand bringt.
Und dann erst fängt die eigentliche Arbeit an. Anzusehen, ob das ausdrückt, was er rüberbringen will. Dieses und Jenes ändern, neu übermalen usw.
Selten sind Bilder, wo die Röntgenuntersuchungen nur eine einzige Schicht Farbe über der ursprünglichen Zeichnung finden ;-)

Gemälde wichtiger Personen waren natürlich die Ausnahme : Die Maler waren dazu da, ein schönes Bild des Herrn oder/und der Dame zu machen, wie heute Fotografie, jedoch verschönert.
Da wurde meistens zuerst mal jemand Anderes in Stellung hingesetzt, mit den Prunkkleidern, und diese gemalt.
Dann den Herrn/Frau ganz kurz hinhesetzt (viel übrige Zeit hatten diese hohen Personen ja nicht übrig) und ihr Gesicht abgemalt. Deshalb stimmen manchmal die Grösse der Köpfe, der Gesichtausdruck, die Körperhaltung und die Beleuchtung nicht mit dem Rest überein... Manchmal wurden sie auch einfach von anderen Porträten abgemalt.
Dann in das Atelier, wo Schüler des Meisters die ganze Umgebung dazumalten, Vorder- Mittel- und Grinderhund, schöne Objekte, Glas und Gold mit reinbrachten, manchmal auch Tiere,
und fertig war das Meisterwerk.

Hallo noname...,
Oh ja, früher, da galt noch der Satz "Fotos lügen nicht" und die Einflussnahmen im Labor waren auch arg begrenzt. Jo - und dann kam die Bildbearbeitung mit der Digitalfotografie auf den Schreibtisch. Für jeden anwendbar, was früher nur in komplizierten Retuschen am großen Fotoabzug möglich war.

Hier, schau selbst.... https://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-6-Wie-Bildbearbeitung-die-Welt-veraendert-hat-2551064.html Nö - der Wirklichkeitsgehalt von Fotos ist nicht mehr gegeben.


Danke

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@00nonamed00

Ich stimme dir an sich zu, stelle aber in Frage, ob das früher tatsächlich noch nicht galt. Auch da konnte man bereits mit Bildausschnitt und Perspektive spielen oder entscheidende Dinge rauslassen. So ganz die Wahrheit zeigten manche Bilder also auch dort nicht. Auch lassen sich Bilder inszenieren, was dann schon gar nicht mehr mit der Realität zu tun haben muss. Das ist vielleicht kein "Lügen", aber die Wahrheit sicherlich auch nicht.

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